Walter Isaacson ist ein erfahrener Schriftsteller und Biograf, deshalb hat Steve Jobs dieses Buch zu seinen Lebzeiten noch unterstützt. Es ist aber keine autorisierte Biografie und auch nicht ansatzweise eine Autobiografie. Zur Hauptperson verhält sich der Biograf kritisch und distanziert, aber respektvoll und kompetent.
Der Autor folgt dem Leben von Steve Jobs von der Kindheit bis zu seinem Tod im Oktober 2011. Seine besondere Persönlichkeit mit seiner Leidenschaft für vegetarisches Essen, Design und Hightech-Produkte wird im Detail geschildert. Dabei ist die erste Hälfte des Buch nicht mehr neu für Leser, die
iCon Steve Jobs: The Greatest Second Act in the History of Business und ähnliche Bücher bereits kennen. Nichtdestotrotz ist der Aufstieg von Apple immer wieder spannend zu lesen. Das Privatleben von Steve Jobs wird erstmals authentisch beschrieben. Der Biograf driftet niemals in Tratsch ab und belegt seine Quellen ausführlich.
Wer das späte Leben von Steve Jobs und den Erfolg von Apple im 21. Jahrhundert verstehen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Doch die Biografie ist keine Analyse der Firma Apple und deren Geschäftsprinzipien, sondern eben eine Biografie der Person Steve Jobs, der als Gründer und CEO von Apple dieses Unternehmen geprägt hat wie kein anderer. Aber auch über Jobs' andere Unternehmen NeXT und Pixar wird berichtet.
Was die englische Sprache angeht, verfügt Isaacson über einen reichen Wortschatz. Für einen nicht-englischen Muttersprachler ist das Buch daher nicht einfach zu lesen. Ich musste Wörter wie wistfully, poignant, chide, morose, spunky, ailing, beguile, fathom, spiff, deject, impute, frisson, aloof, tussle, interloper nachschlagen. Diese reichhaltige Sprache ist mir aber lieber als eine schlechte Übersetzung. Außerdem verfällt Isaacson niemals in Technikjargon von Insidern, sondern drückt sich verständlich aus.
Absolut lesenswert für jeden, der sich für dieses Thema interessiert.