"Unterm Skorpion brennt Eifersucht und Leidenschaft", warnte einst bereits der Großmeister der Astrologie, Herbert A. Löhlein, in seinem immer noch unschlagbaren "Brevier für Verliebte"
Das himmlische Kursbuch. Ein kosmischer Ratgeber für Liebende. Ob er jene "verleumdeten" Skorpion-Menschen gemeint hat, denen mit geradezu penetranter Hartnäckigkeit der schlechte Ruf vorauseilt, sie würden ihren Mitmenschen das Leben übermäßig schwermachen? Diese "üble Nachrede" existiert jedenfalls nahezu unausrottbar, und das offenbar schon seit Urzeiten! Warum nur mag man dieses unberechenbare und äußerst "giftige" Tier "Skorpion" als Namensgeber für diese unglücklichen Oktober/November-Geborenen ausgewählt haben?
"Ich gebe mein Sternzeichen schon gar nicht mehr zu!" beklagte sich einmal ein nach meinem Dafürhalten ganz entzückender Skorpion-Mann fast ein wenig niedergeschlagen, als wir das Thema "Astrologie" oberflächlich streiften. "Manche Leute zucken richtig zusammen, andere reagieren beinahe abweisend ...!" --, und er beendete das Thema mit einem Lachen, das gar nicht sehr fröhlich klang. Wie hätte ich ihn trösten sollen, sind doch meine "Erfahrungen" mit Skorpion-Menschen allenfalls geeignet zu meinem ausweichenden Statement: "Gibt es etwas Edleres als einen intelligenten, klugen, Skorpion?" Ein anderer männlicher Skorpion, den ich in meiner persönlichen Hierarchie als überwiegend "edel" einstufe, gestand mir einst sinngemäß: "Obwohl mich dieser astrologische Mumpitz nun wirklich nicht berührt -- aber ich kann nicht leugnen, daß ich wohl anscheinend tatsächlich sehr nachtragend bin." Und in der überraschend freimütigen Art mancher Skorpion-Geborenen gab er munter und völlig unbefangen eine Anekdote zum besten, die seine bewundernswerte Selbst-Analyse nicht besser hätte bestätigen können ...
Mit alltäglichen Beschreibungen dieser Art wartet dieses Buch nicht auf. Statt dessen verschafft es einen interessanten Ein- und Überblick über die Astrologie schlechthin. ""Astrologie ist weder eine verstaubte Geheimwissenschaft noch eine fragwürdige Zukunftsdeutelei, und erst recht ist sie kein bequemer Vorwand, sich mit dem Hinweis auf einen angeblichen 'Schicksalszwang' der Gestirne persönlicher Verantwortung zu entziehen. Vielmehr ist sie die älteste, auf jahrtausendelanger Beobachtung und Bezugssetzung kosmischen und irdischen Geschehens gründende Erfahrungswissenschaft der Menschheit, mit der sich zu allen Zeiten die fortschrittlichsten Geister ihrer Zeit befasst haben, um die Zeitenwende der Universalgelehrte Ptolemäus ebenso wie an der Schwelle zur Neuzeit der große Arzt Paracelsus, der Humanist Melanchthon und die Begründer der modernen Astronomie und Naturwissenschaft: Kopernikus, Galilei und Kepler. [...] Astrologie geht von der Erkenntnis aus, dass der Mensch kein isoliertes, abgekapseltes Lebewesen ist, sondern eingebettet ist in ein soziales, geographisches und kosmisches Umfeld, in ein Geflecht von subtilen Beziehungen, die ihn vielfach prägen und beeinflussen. [...] Wie die genetischen und kosmischen Anlagen verwirklicht werden können, hängt wesentlich vom Umfeld ab, in dem sich das Leben entfaltet. Deshalb reicht ein Horoskop allein nicht aus, um einen Menschen in seiner ganzen Vielfalt zu erfassen und seinen Lebensweg zu erklären.
Seriöse Astrologie bezieht in die Horoskopdeutung stets auch den Horoskopeigner selbst und sein soziales Umfeld mit ein. Astrologie zeichnet keine Zwangsläufigkeiten vor, sie will und kann keine persönlichen Entscheidungen abnehmen oder aufdrängen, sondern vielmehr dem Menschen durch das Aufzeigen seiner Möglichkeiten und Grenzen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, will ihm so eine praktische Lebenshilfe sein."[S 3ff]. So klar präzisiert der Autor Alfred P. Zeller dieses zu oft sattsam mißverstandene oder gar mißbrauchte Thema "Astrologie".
Wer an Vorgeschichte und Grundlagen der Astrologie interessiert ist, wird bereits in den einführenden Erläuterungen durch Verlag und den Autor Alfred P. Zeller erfreulich sachdienliche und pathosfrei geschilderte Hintergrundinformationen erhalten. Vom Sonnenzeichen über den Aszendenten bis hin zum indianischen, dem chinesischen, sogar dem keltischen Horoskop findet man "in den entsprechenden Abschnitten je nach Ihrem Geburtsdatum differenzierte Aussagen, durch welche Ihre individuellen Gegebenheiten genauer eingegrenzt werden" [S. 5].
Aber worauf mag das im allgemeinen schlechte Image der Skorpion-Menschen zurückzuführen sein? Schauen wir uns an, wie der Autor Alfred P. Zeller die "Kosmische Prägung" des Skorpion-Geborenen [S. 9ff] versteht. Unterteilt wird auch sie in 3 Dekaden:
1. Dekade: vom 24.10. bis zum 02.11.
2. Dekade: vom 03.11. bis zum 12.11.
3. Dekade: vom 13.11. bis zum 22.11.
Ich werde mir die Freiheit nehmen, zur Verdeutlichung der Charakteristika des Skorpion-Geborenen die 3. Dekade auszuwählen [S. 22ff], weil ich einen sehr persönlichen Bezug dazu habe.
"3. Dekade vom 13.11. bis zum 22.11.
Ihr Wesen: gefühlsorientiert, vital, introvertiert, konzentriert, willensstark;
Ihr Auftreten: geradlinig, selbstbewusst, zurückhaltend, überlegt, manchmal schwer berechenbar, herrisch, ungeduldig, herausfordernd;
Ihr Wünschen: konstant, zielstrebig, auf Durchsetzung bedacht, hartnäckig, manchmal stark ichbezogen, eigenwillig, besitzergreifend;
Ihr Denken: scharfsinnig, gründlich, in die Tiefe strebend, abwägend, vorausschauend, manchmal konservativ und wenig flexibel;
Ihr Handeln: willensstark, konsequent, zielsicher, gründlich, zuverlässig, manchmal ungeduldig, unbeugsam, unberechenbar und waghalsig;
Ihr Ausdruck: verhalten, aber bestimmt, fundiert, selbstsicher, manchmal herausfordernd und verletzend;
Ihr Fühlen: intensiv, aber im Ausdruck verhalten, in Bindungen leidenschaftlich, loyal, opferbereit, manchmal triebhaft und nur mühsam beherrscht.
Soweit die von mir sicherheitshalber wörtlich aus diesem Buch übernommenen Beschreibungen zur 3. Dekade [S.22ff]. Könnte auf Jedermann zurechtgebogen werden? Dann lese man lieber noch einmal aufmerksam nach ... auf m i c h als Wassermann-Geborene der 2. Dekade jedenfalls keineswegs!
Der Skorpion-Typ dieser 3. Dekade sei ein Mensch, erklärt der Autor Alfred P. Zeller, dem ein außergewöhnlich großes Energiepotential zur Verfügung stehe, das ihm Willenskraft und Durchsetzungsvermögen, aber auch eine zähe Ausdauer und eine intensive Gefühlswelt verleihe, die zu glühender Leidenschaft auflodern könne, und er fährt fort: "[...] Ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl macht Sie wenig anpassungsfähig und kompromissbereit. Sehr große Flexibilität ist Ihnen in der Regel nicht gegeben. Nach außen geben Sie sich meist bestimmt, selbstsicher und direkt, doch sind Sie auf die Wahrung einer gewissen Distanz bedacht, weil eine tief wurzelnde misstrauische Vorsicht Sie dazu treibt, nichts ungeprüft hinzunehmen, sich auf keinerlei unkalkulierbare Wagnisse einzulassen." Der Skorpion-Mensch sei stets bemüht, den Überblick und damit weitgehend die Kontrolle zu bewahren. Im allgemeinen sei er nicht sonderlich kontaktfreudig, trage überdies generell nicht "sein Herz auf der Zunge", um niemandem einen Blick in die "geheimen Winkel" seines Gefühlslebens zu ermöglichen. Diese Verhaltenheit verschaffe dem Skorpion-Menschen eine Aura des Unergründlichen und Rätselhaften, das anscheinend auf das andere Geschlecht eine starke Faszination ... und Anziehungskraft ausübe. Einerseits sei die Wahrung der eigenen Freiräume äußerst wichtig, andererseits werde von Kontaktpersonen oder gar Partnern eine Zuwendung verlangt, "die häufig einen Ausschließlichkeitsanspruch darstellt." [S.23 ff] ...
Den Skorpion-Geborenen wird bekanntlich wie keinem anderen Vertreter eines Tierkreiszeichens eine besonders ausgeprägte Rachsucht nachgesagt. Dazu sagt Alfred P. Zeidler u.a. [S.25ff]: "Nach außen wirken Sie gelassen und selbstsicher, und das ist keineswegs eine bloße Schau. Sicherheit und ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl verleiht Ihnen das Bewusstsein, über große Kräfte zu verfügen und sie mit Hilfe Ihres wachen Verstandes und ihres intuitiven Gespürs zielsicher und erfolgsorientiert einsetzen zu können. Dank Ihrer Willenskraft, Ihrer Gründlichkeit und Ausdauer erreichen Sie meist, was Sie sich in den Kopf gesetzt haben. Kaum je werfen Sie bei Schwierigkeiten die Flinte ins Korn, sondern räumen sie durch geballten Krafteinsatz oder zähe Beharrlichkeit aus dem Weg. Herausforderungen nehmen Sie kampfbereit an, Konkurrenz schreckt Sie nicht. Sie sind ein fairer Gegner, wenn man Ihnen offen gegenübertritt, doch reagieren Sie ungemein empfindlich, wenn man Ihr Ehrgefühl verletzt. Wenn Sie sich herabgesetzt oder gar bloßgestellt fühlen, erwachen in Ihnen Rachegefühle, die sich durch nichts beschwichtigen lassen. Da Sie Unrecht und Kränkungen nie vergeben oder vergessen, sind Sie ein gefährlicher Feind, der unversöhnlich darauf aus ist, den Widersacher seinerseits herabzuwürdigen oder gar zu vernichten, wobei Sie in der Wahl Ihrer Mittel manchmal nicht sehr wählerisch sind. [...
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