Wohl den meisten wird, was die Verfasserin in ihrem Selbsterfahrungsbuch beschreibt, fremd bleiben. Glücklich durch Nichtbesitz und nicht vorhandene Sicherheit (z. B. Krankenversicherung)? Fängt man, wie ich, aus Neugier in der Mitte an zu lesen, wo sie das bereits praktizierte beschreibt, neigt man zum Kopfschütteln. Oft nicht wissen, wo man morgen schläft? Hunger schieben, weil gerade niemand mit der Autorin "Leistung" tauschen will? Frieren, weil keiner warme Klamotten zum Tausch gegen Leistung anbietet? Gewiß nicht einfach, da ihr Glücksgefühl nachzuempfinden, wenn wieder mal ein "Wunder" passiert. Doch wenn man, wie es sich gehört, ihre Geschichte von Anfang an liest, versteht man zumindest, was die Autorin dazu bewegt hat, so zu leben, wie sie lebt, und man möchte ihr alle Daumen drücken, daß sie ihr Sterntaler-Projekt doch noch in die Köpfe vieler Menschen installiert bekommt. Aber die Zeiten sind nicht so, und die Menschen schon mal gar nicht, und so wird das Buch ein liebenswerter Erfahrungsbericht einer "Spinnerin" bleiben, die eine ihr adäquate Lebensform voller Gottvertrauen und Glauben an Wunder und Engel gefunden hat. Und dem Leser bleibt, über die von ihr propagierte Lebensform "gib und nimm" zumindest einmal nachzudenken.