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Sternstunden der Bedeutungslosigkeit Taschenbuch – 1. November 2008


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 5 (1. November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499247267
  • ISBN-13: 978-3499247262
  • Größe und/oder Gewicht: 11,3 x 2,2 x 19 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (43 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 72.567 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Rocko Schamoni, 1966 in Schleswig-Holstein geboren, veröffentlichte zahlreiche Musikalben, arbeitet für Theater, Film und Fernsehen, tourt regelmäßig solo oder mit Band durch die Republik und hat inzwischen eine eingeschworene Fangemeinde als Musiker, Autor, Humorist, Schauspieler und so weiter.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

wird durch das Brillenglas vergrößert. Da das sehende Auge so missmutig ist, starre ich immer auf die Poren des Pflasters, kann dort aber keine Ablenkung finden vor der stählernen Prüfung des Blickes der Zyklopin. 'So, guten Tag, was möchten Sie?' 'Ich möchte zum Herrn Doktor, gibt es noch einen Termin heute Vormittag?' 'Wir haben jetzt offene Sprechstunde, Sie müssen aber Zeit mitgebracht haben.' 'Ja.' 'Waren Sie schon mal bei uns?' Ich war schon etwa dreißig Mal in dieser Praxis und habe immer zur Begrüßung in dieses eine Auge geschaut. Warum fragt sie mich diese Frage immer wieder? Ich verstehe das nicht.'Ja, ich war schon oft hier', antworte ich wie jedes Mal.'Haben Sie Ihre Karte dabei?' 'Ja, hier.' Ich gebe ihr die Karte.'Worum geht es denn überhaupt?' fragt sie mich nebensächlich. 'Es geht um mehrere Dinge, ich habe seit einigen Tagen wieder starke Bauchschmerzen, so Krämpfe und gestern kamen dann noch so Stiche in der Brust dazu, ich habe Angst, dass ...' 'Gut, setzen Sie sich ins Wartezimmer, der Herr Doktor ruft Sie dann auf.' Mann, ist die stumpf, denke ich. Und was wäre, wenn ich jetzt wirklich etwas hätte? Kann doch sein. Wenn ich hier gleich auf dem Wartezimmerteppich verenden würde? Wahrscheinlich passiert das nicht. Ich werde schwitzend warten und irgendwann wird mein Name aufgerufen. Irgendwann an diesem bedeutungslosen Tag wird jemand meinen Namen klar und deutlich aussprechen. Dann weiß ich, dass ich da bin ..." -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

75 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Tobias Nazemi VINE-PRODUKTTESTER am 19. Januar 2008
Format: Broschiert
Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, mir ein Buch von Rocko Schamoni zu kaufen. Genauso wenig wie von Udo Lindenberg oder Campino. Das war für mich bisher die gleiche Liga. Aber wenn es dir von einem lieben Menschen unter den Weihnachtsbaum gelegt wird, dann sollte man so offen sein und wenigstens mal reinschauen. Erst recht wenn der Titel des Buches literarisch schon sehr gelungen ist. Ach, was sage ich: der Titel ist mehr als gelungen - er ist genial. Und noch besser - er beschreibt genau das, was den Leser in diesem Buch erwartet. Das ganz normal bedeutungslose Leben eines abgebrochenen Kunststudenten, der alles sein will, nur nicht normal. Dann lieber gar nichts sein, ganz bewusst bedeutungslos. Das ist laut dem Protagonisten allemal besser, als in einer Scheinwelt zu leben. Das zu tun, was alle anderen tun. Dem Leben eine Bedeutung zu geben. Denn nichts hat Bedeutung, erst recht nicht das Leben.

Es hätte ein richtig existenzialistischer Roman werden können. Doch Schamoni steigt nicht tiefer ein in die Thematik, bleibt auf dieser spätpubertären "Weltschmerz-alles- ist-Scheiße-und-verlogen-Ebene" hängen und nimmt den Leser stattdessen lieber mit auf seine Kneipentouren und Streifzüge durch den Hamburger Kiez. Und so bleibt diese Geschichte wie die seines ebenfalls singenden Kollegen Sven Regener nur die eines liebenswürdigen Verlierers. Trotzdem mag ich Schamonis Romanhelden Sonntag, genauso wie auch Regeners Herrn Lehmann oder Tommy Jauds Vollidioten. Denn sie zeigen wie hoffnungslos es ist, sich dem gesellschaftlichen Bedeutungszwang zu entziehen. Und diese Erkenntnis hat keiner der ernsthaften Existenzialisten jemals so unterhaltsam und lesenwert zwischen zwei Buchdeckel gepackt, wie Schamoni es getan hat.
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34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von RockBrasiliano VINE-PRODUKTTESTER am 11. Mai 2007
Format: Broschiert
Michael Sonntag, der traurig-komische Held des Romans lebt in Hamburg und studiert Kunst. Ja, das Studium ist eigentlich nicht so wichtig.. Was ihm dort alles so wiederfährt, auf der Jagd nach Sinn, einem Auskommen und nicht zuletzt nach Liebe, erfahrt ihr in diesem Buch. Es ist ein teilweise unglaublich witziges Buch, durch treffende Situationsbeschreibungen und die bekannten Phrasen der Suffphilosophie, bei dem einem das Lachen aber auch manchmal im Halse stecken bleiben kann, denn hier äußert sich auch Kritik am täglichen Stumpfsinn, Eitelkeit und einer Gesellschaft, die das Unverbindliche auf ein sehr hohes Podest gestellt hat..Man kann das Buch auch so lesen..(unverbindlicher Hinweis ;) ) Ich finde, ein Buch dass sehr in den Bereich der Norddeutschen Großstädte (Hamburg, Berlin) passt. Wer mit "Fleisch ist mein Gemüse" und ähnlichen Büchern was anfangen konnte, der ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Vorsicht, wenn man den Tag vielleicht noch was vorhat, man ist geneigt das Buch in einem Zug durchzulesen..
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35 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Gambit am 13. Juli 2007
Format: Broschiert
Ich fing an zu lesen und musste nach etwa vier bis fünf Minuten das erste Mal laut lachen, der halbe Zug guckte mich an. Jemand legte sein Glennkill zur Seite um neugierig nach meinem Buchtitel zu spicken. Das tat er noch öfter, als er merkte mit welch leuchtenden Augen ich weiterlas.

Dieses Buch ist das, was mich als vierundzwanzigjährigen Studenten mit leicht desillusionierter und zugleich verträumter Grundstimmung neben Selim Özdogans "Trinkgeld vom Schicksal" bislang am stärksten persönlich angesprochen hat. Die Sprache ist leichtfüßig und trotzdem liegt immer eine gewisse schöne Melancholie in den Worten. Man fühlt mit, treibt mit der Hauptfigur durch eine mal blinzelnde, mal hoffnungslose Weltansicht. Die Hauptfigur ist ein Kunststudent in Hamburg, der seinen Sinn im Sinnlosen sieht und versucht das Glück des Lebens zu erhaschen. Es werden in eine fortlaufende Erzählung einzelne Episoden eingebettet, die einem manchmal warm, manchmal schmerzlich genau an den eigenen Alltag erinnern. Immer wieder gibt es den Spagat zwischen unglaublichen und schmerzhaft bekannten Momenten, Gedanken, Träumen und Gefühlen.

Am Ende ist man dann traurig, dass es vorbei ist. Oder gerade erst beginnt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Pseudonym am 18. August 2013
Format: Broschiert
Ich bin über einen Song auf das Buch gekommen und schon der Titel hatte mich im Bann: Sternstunden der Bedeutungslosigkeit.
Ich glaub fast jeder weiß, wie es sich anfühlt, wenn man im totalen Chaos oder Stillstand verweilt. Und genau da befindet sich auch Sonntag, der Protagonist der Handlung. Er selbst bezeichnet sich als König der Überflüssigen und steht für die Menschen, die in den Tag hineinleben, nichts auf die Reihe kriegen außer ab und an in den einen oder anderen Exzess zu geraten. Ich persönlich kann mich oft mit ihm identifizieren. Das Gefühl sinnlos dahinzutreiben, im Nichts, ohne großes Ziel und der irreführende Gedanke nichts daran ändern zu können.
Ja dieses Buch hat mich voll und ganz überzeugt. Man fühlt mit Sonntag mit, man stellt die eigenen Entscheidungen und Handlungen in Frage. Rocko Schamoni hat ein tolles Buch mit viel Witz und Verstand geschrieben. Ich liebe es und kann es nur weiterempfehlen.
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