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Sternenschatten: Roman
 
 
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Sternenschatten: Roman [Taschenbuch]

Sergej Lukianenko , Christiane Pöhlmann
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sergej Lukianenko nimmt Sie mit auf eine atemberaubende Reise

Dies sind die Abenteuer des Kosmonauten Pjotr Chrumow, der eines Tages in seinem Raumschiff einen blinden Passagier entdeckt: den Vertreter einer Reptilienrasse, die sich gegen die in der Galaxis herrschende Macht – das sogenannte »Konklave« – verschworen hat. Zunächst glaubt Pjotr, die Angelegenheit still und leise bereinigen zu können. Doch sein Passagier hat andere Pläne: Er verlangt ein Treffen mit Andrej Chrumow, Pjotrs 72-jährigem Großvater, der auf der Erde lebt. Doch warum gerade mit ihm? Und wie soll Pjotr unbemerkt zur Erde gelangen?

Über den Autor

Sergej Lukianenko, 1968 in Kasachstan geboren, studierte in Alma-Ata Medizin, war als Psychiater tätig und lebt nun als freier Schriftsteller in Moskau. Er ist der populärste russische Fantasy- und Science-Fiction-Autor der Gegenwart, seine Romane und Erzählungen wurden mehrfach preisgekrönt. Die Verfilmung von "Wächter der Nacht" war der erfolgreichste russische Film aller Zeiten.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es sind nicht die alles verschlingenden Flammen der Triebwerke schuld, über die Journalisten so gern schreiben. Nein, es regnen einfach zu viele Gifte zu Boden, wenn die Trägerraketen aufgetankt werden oder Brennstoff notfalls abgelassen wird, wenn mal eine Rakete auf dem Starttisch explodiert oder die verschlissenen Leitungen durch kleine, unvermeidlich auftretende undichte Stellen Flüssigkeit verlieren.
Aber dieses Kosmodrom lag nicht auf der Erde.
Ich saß im Gras, am Rand eines gewaltigen uneingezäunten grünen Feldes. Man hätte es für einen Tennisplatz von Riesen halten können oder für die Ausgeburt der kranken Phantasie eines golfverrückten Milliardärs.
Allerdings war hier gar kein Geld in Umlauf.
Mein Gesicht brannte, als schmirgle ein unsichtbarer Sadist die Haut von innen ab. Da das der Wahrheit entsprach, versuchte ich, den Schmerz zu ignorieren.
Wie auf dem Präsentierteller ragten auf dem Grün des Kosmodroms völlig chaotisch kleine silbrige Raumschiffe empor. Vor gar nicht langer Zeit hatte ich schon einmal hier gestanden, damals hatte mein vernebeltes Bewusstsein jedoch verhindert, dass ich all das mit den Augen eines Erdbewohners wahrnahm. Jetzt dagegen ... Jetzt multiplizierte ich die Kampfkraft eines einzelnen Schiffs erst mit ihrer Gesamtzahl, dann mit der mutmaßlichen Zahl von Weltraumbahnhöfen auf dem Planeten und baute auch zwei Unbekannte in die Gleichung ein, nämlich sowohl die Schiffe, die gerade durchs All flogen oder auf den Planeten der Freunde warteten, wie auch jene Raumkreuzer, die den Orbit nie verließen. Das Ergebnis war natürlich sehr ungenau, die Streubreite betrug eine ganze Zehnerpotenz.
Aber welchen Unterschied macht es schon, ob jemandem eine Tonne Ziegel auf den Kopf fällt oder zehn Tonnen?
Ich kaute auf einem Grashalm und streckte mich im Gras aus. Auf dem Rücken liegend, schaute ich in den Himmel hinauf. Gibt es in irgendeiner Welt, zu irgendeiner Zeit etwas, das unveränderlicher wäre als der Himmel? Daliegen, den säuerlichen Saft auf den Lippen schmecken, spüren, wie der endlose Himmel an einem zieht, einen einsaugt ... Wie die Welt sich umdreht, und schon liegt man nicht mehr auf dem Rücken, entspannt und faul, mit zusammengekniffenen Augen in die Endlosigkeit blinzelnd, sondern der ganze Planet lastet einem auf den Schultern, und man hält ihn über dem Himmel hoch. Der letzte und einzige Atlas ...
Der Saft des Grashalms war bitter und ätzend, hervorgebracht von einer fremden Erde. Den Himmel bedeckte eine aparte Zierdecke aus Wolken-für-angenehm-kühles-Wetter. Durch ein solches Gitter fällt man nicht.
Nicht ich habe diese Welt auf den Schultern zu tragen.
Ich drehte den Kopf und zwang den Planeten damit, sich mir unter die Füße zu legen. Ich betrachtete den reglosen Körper neben mir. Der Mann lebte, würde aber eine ganze Weile bewusstlos bleiben.
"Bist du fertig, Cualcua?", fragte ich laut.
Ja. Eure Gesichter und eure Haut sind jetzt identisch, antwortete mein Symbiont, tonlos flüsternd.
"Danke."
Soll ich die Figur angleichen?
Der Mann war kräftiger und größer als ich. Eine Tarnung würde mir nicht schaden. Doch allein der Gedanke an jene neuerlichen Schmerzen, die mit der Transformation des Körpers einhergehen würden, löste leichte Panik in mir aus.
"Nein, das ist nicht nötig."
Ich richtete mich in Hockstellung auf und zog dem Mann die Kleidung aus. Nur gut, dass man auf diesem Planeten einen weiten Schnitt bevorzugte.
"Glaubst du, wir kommen von hier weg?", fragte ich das Wesen, das in meinem Körper lebte.
Vielleicht.
Die Cualcua kennen weder Takt noch Angst vorm Tod. In letzter Zeit fand ich Gefallen an dieser Einstellung.
Nachdem ich mir die Sachen des anderen Mannes angezogen hatte, stand ich auf. Fünfhundert Meter vor mir machte ich flache, fensterlose Bauten aus. Waren das Hangars? Werkstätten? Oder Treibstofftanks?
"Ob sie Rimers Schiff womöglich noch gar nicht zerstört haben?", fragte ich voller Hoffnung. "Es wäre schön, wenn wir damit zurückkehren könnten ..."
Der Cualcua antwortete nicht, seltsamerweise meinte ich jedoch, einen Abklang von seinen Gefühlen zu erhaschen. Leichte Ironie, Sympathie und Billigung.
Ob sich ein Wesen, das als lebender Mechanismus dienen muss, als Panzerung und Lenkvorrichtung eines Torpedos, in die Technik hineinversetzen kann? Ob das Mitgefühl mit einem Schiff für dieses Wesen eine der seltenen Emotionen ist, zu denen es überhaupt imstande ist?
"Es wird Zeit, nach Hause zu kommen", sagte ich. Nur für diejenigen, die ein Zuhause haben... "Habt ihr denn kein ..."
Unsere Rasse hat sich in der Vergangenheit den Beschlüssen des Konklaves widersetzt. Wir haben rebelliert. Damals hatten wir noch einen Planeten. Jetzt gibt es dort nur noch Staub.
Schweigend starrte ich auf das Grün des Kosmodroms. Mach dich auf den Weg, Pjotr. Für dich gibt es einen Ort, an den du zurückkehren kannst.
"Hoffentlich", erwiderte ich. "Hoffentlich."

Die Erde

Das rot-violette Geschwader der Alari. Hundert Schiffe, die an den Grenzen des galaktischen Konklaves Patrouille flogen.
Durch die durchsichtig gewordene Verkleidung betrachtete ich die am Himmel verteilten Lichter. Sobald ich ein Schiff länger ansah, wurde es größer. Die Technik der Geometer war wirklich hervorragend. Aber kam es darauf an?
Es gibt Dinge auf der Welt, die stärker als Waffen sind: den Willen, die Geisteskraft, die Gewissheit, richtig zu handeln, der Zusammenhalt untereinander. Was konnte das Konklave schon gegen die Zivilisation der Geometer ins Feld führen? Reibereien und Streit, die angestaute Unzufriedenheit der Schwachen Rassen, die Selbstzufriedenheit und Arroganz der Starken Rassen. Das ganze labile Gleichgewicht würde im Handumdrehen zusammenbrechen. Und wenn dann noch die Regressoren mitmischen würden ...
Kapitän, jemand zwingt uns einen Kurs auf. "Dann lass uns gehorchen", sagte ich.
Die Situation ist gefährlich.
"Es ist alles in Ordnung. Ich habe Anweisungen. Alles geschieht zum Wohl Der Heimat", sagte ich kurz angebunden.
Das Erkundungsschiff, das Rimer gehört hatte, hatte ich am Ende doch nicht gefunden. Anscheinend war es doch zerstört worden. Sicherheitshalber. Vielleicht war es besser so. Gegenüber einem Computer, der sich einen Teil von Niks Gedächtnis, seine Art zu kommunizieren und seine Gedichte einverleibt hatte, hätte ich mich unwillkürlich wie gegenüber einem intelligenten Lebewesen verhalten. Mit diesem neuen Schiff, mit dem nie zuvor irgendjemand geflogen war, gab es diese Probleme nicht.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es sind nicht die alles verschlingenden Flammen der Triebwerke schuld, über die Journalisten so gern schreiben. Nein, es regnen einfach zu viele Gifte zu Boden, wenn die Trägerraketen aufgetankt werden oder Brennstoff notfalls abgelassen wird, wenn mal eine Rakete auf dem Starttisch explodiert oder die verschlissenen Leitungen durch kleine, unvermeidlich auftretende undichte Stellen Flüssigkeit verlieren.Aber dieses Kosmodrom lag nicht auf der Erde.Ich saß im Gras, am Rand eines gewaltigen uneingezäunten grünen Feldes. Man hätte es für einen Tennisplatz von Riesen halten können oder für die Ausgeburt der kranken Phantasie eines golfverrückten Milliardärs.Allerdings war hier gar kein Geld in Umlauf.Mein Gesicht brannte, als schmirgle ein unsichtbarer Sadist die Haut von innen ab. Da das der Wahrheit entsprach, versuchte ich, den Schmerz zu ignorieren.Wie auf dem Präsentierteller ragten auf dem Grün des Kosmodroms völlig chaotisch kleine silbrige Raumschiffe empor. Vor gar nicht langer Zeit hatte ich schon einmal hier gestanden, damals hatte mein vernebeltes Bewusstsein jedoch verhindert, dass ich all das mit den Augen eines Erdbewohners wahrnahm. Jetzt dagegen ... Jetzt multiplizierte ich die Kampfkraft eines einzelnen Schiffs erst mit ihrer Gesamtzahl, dann mit der mutmaßlichen Zahl von Weltraumbahnhöfen auf dem Planeten und baute auch zwei Unbekannte in die Gleichung ein, nämlich sowohl die Schiffe, die gerade durchs All flogen oder auf den Planeten der Freunde warteten, wie auch jene Raumkreuzer, die den Orbit nie verließen. Das Ergebnis war natürlich sehr ungenau, die Streubreite betrug eine ganze Zehnerpotenz.Aber welchen Unterschied macht es schon, ob jemandem eine Tonne Ziegel auf den Kopf fällt oder zehn Tonnen?Ich kaute auf einem Grashalm und streckte mich im Gras aus. Auf dem Rücken liegend, schaute ich in den Himmel hinauf. Gibt es in irgendeiner Welt, zu irgendeiner Zeit etwas, das unveränderlicher wäre als der Himmel? Daliegen, den säuerlichen Saft auf den Lippen schmecken, spüren, wie der endlose Himmel an einem zieht, einen einsaugt ... Wie die Welt sich umdreht, und schon liegt man nicht mehr auf dem Rücken, entspannt und faul, mit zusammengekniffenen Augen in die Endlosigkeit blinzelnd, sondern der ganze Planet lastet einem auf den Schultern, und man hält ihn über dem Himmel hoch. Der letzte und einzige Atlas ...Der Saft des Grashalms war bitter und ätzend, hervorgebracht von einer fremden Erde. Den Himmel bedeckte eine aparte Zierdecke aus Wolken-für-angenehm-kühles-Wetter. Durch ein solches Gitter fällt man nicht.Nicht ich habe diese Welt auf den Schultern zu tragen.Ich drehte den Kopf und zwang den Planeten damit, sich mir unter die Füße zu legen. Ich betrachtete den reglosen Körper neben mir. Der Mann lebte, würde aber eine ganze Weile bewusstlos bleiben."Bist du fertig, Cualcua?", fragte ich laut.Ja. Eure Gesichter und eure Haut sind jetzt identisch, antwortete mein Symbiont, tonlos flüsternd."Danke."Soll ich die Figur angleichen?Der Mann war kräftiger und größer als ich. Eine Tarnung würde mir nicht schaden. Doch allein der Gedanke an jene neuerlichen Schmerzen, die mit der Transformation des Körpers einhergehen würden, löste leichte Panik in mir aus."Nein, das ist nicht nötig."Ich richtete mich in Hockstellung auf und zog dem Mann die Kleidung aus. Nur gut, dass man auf diesem Planeten einen weiten Schnitt bevorzugte."Glaubst du, wir kommen von hier weg?", fragte ich das Wesen, das in meinem Körper lebte.Vielleicht.Die Cualcua kennen weder Takt noch Angst vorm Tod. In letzter Zeit fand ich Gefallen an dieser Einstellung.Nachdem ich mir die Sachen des anderen Mannes angezogen hatte, stand ich auf. Fünfhundert Meter vor mir machte ich flache, fensterlose Bauten aus. Waren das Hangars? Werkstätten? Oder Treibstofftanks?"Ob sie Rimers Schiff womöglich noch gar nicht zerstört haben?", fragte ich voller Hoffnung. "Es wäre schön, wenn wir damit zurückkehren könnten ..."Der Cualcua antwortete nicht, seltsamerweise meinte ich jedoch, einen Abklang von seinen Gefühlen zu erhaschen. Leichte Ironie, Sympathie und Billigung.Ob sich ein Wesen, das als lebender Mechanismus dienen muss, als Panzerung und Lenkvorrichtung eines Torpedos, in die Technik hineinversetzen kann? Ob das Mitgefühl mit einem Schiff für dieses Wesen eine der seltenen Emotionen ist, zu denen es überhaupt imstande ist?"Es wird Zeit, nach Hause zu kommen", sagte ich. Nur für diejenigen, die ein Zuhause haben... "Habt ihr denn kein ..."Unsere Rasse hat sich in der Vergangenheit den Beschlüssen des Konklaves widersetzt. Wir haben rebelliert. Damals hatten wir noch einen Planeten. Jetzt gibt es dort nur noch Staub.Schweigend starrte ich auf das Grün des Kosmodroms. Mach dich auf den Weg, Pjotr. Für dich gibt es einen Ort, an den du zurückkehren kannst."Hoffentlich", erwiderte ich. "Hoffentlich."Die ErdeDas rot-violette Geschwader der Alari. Hundert Schiffe, die an den Grenzen des galaktischen Konklaves Patrouille flogen. Durch die durchsichtig gewordene Verkleidung betrachtete ich die am Himmel verteilten Lichter. Sobald ich ein Schiff länger ansah, wurde es größer. Die Technik der Geometer war wirklich hervorragend. Aber kam es darauf an?Es gibt Dinge auf der Welt, die stärker als Waffen sind: den Willen, die Geisteskraft, die Gewissheit, richtig zu handeln, der Zusammenhalt untereinander. Was konnte das Konklave schon gegen die Zivilisation der Geometer ins Feld führen? Reibereien und Streit, die angestaute Unzufriedenheit der Schwachen Rassen, die Selbstzufriedenheit und Arroganz der Starken Rassen. Das ganze labile Gleichgewicht würde im Handumdrehen zusammenbrechen. Und wenn dann noch die Regressoren mitmischen würden ...Kapitän, jemand zwingt uns einen Kurs auf. "Dann lass uns gehorchen", sagte ich.Die Situation ist gefährlich."Es ist alles in Ordnung. Ich habe Anweisungen. Alles geschieht zum Wohl Der Heimat", sagte ich kurz angebunden.Das Erkundungsschiff, das Rimer ge
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