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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Melancholisch-kritischer Idealismus,
Rezension bezieht sich auf: Sternenschatten: Roman (Taschenbuch)
Der 605seitige "Sternenschatten" ist Fortsetzung und Abschluß von Lukianenkos Roman "Sternenspiel": Enttäuscht von der Zivilisation der Geometer (deren gewaltsam mit Progressoren und Regressoren (!) gegenüber anderen Zivilisationen durchgesetztes Ideal der Freundschaft und Gemeinschaft die Utopievorstellung der sowjetischen SF parodiert), von der sich der Protagonist Pjotr ursprünglich Hilfe für die vom übermächtigen "Konklave" unterjochte Erdenbevölkerung versprochen hatte, begibt er sich nun auf die Suche nach den "Schatten", einer Zivilisation im Kern der Galaxis - der einzigen, vor der die Geometer je geflüchtet sind. Diese verheißt Unsterblichkeit, jedoch um den Preis eines radikalen Individualismus - ob das der Weg ist, um Rußland und den Rest der Menschheit aus ihrem Dasein als Sklavenrasse zu retten?Lukianenkos Science Fiction ist Ideenkritik. Raumschlachten kümmern ihn und seinen Protagonisten herzlich wenig: "Ins Zentrum der Galaxis zu kommen und Worte, die einem derart zum Halse raushängen, Worte wie Frontlinie und Stützpunkt zu hören!" Es geht um die großen Fragen, wie und warum wir leben sollten. Darauf hingewiesen, daß man es sich nicht mit einer Zivilisation verderben sollte, die in der Lage ist, innerhalb eines Tages die halbe Galaxis zu durchqueren, erwidert Pjotr: "Das ist doch nichts", "die halbe Galaxis, das ist zu wenig, um zu kapitulieren." Einmal mehr erweist sich Lukianenko als treuer Erbwalter der SF einer vergangenen Epoche. In einem Satz, dem "Garada-Riz'schen Gesetz", wird die gesamte Problematik von Strugazkis "Ein Käfer im Ameisenhaufen" zusammengefaßt - daß nämlich, wenn wir die Welt anderer verbessern wollen (und die Strugazkis meinten damit durchaus auch den Kommunismus), wir es uns selbst gefallen lassen müssen, daß andere in unsere Welt "verbessernd" eingreifen, ob uns das nun paßt oder nicht. Die spielerische Ernsthaftigkeit Lukianenkos ist auf dem Gebiet der SF derzeit einzigartig. Die Liebe und der Wodka kommen diesmal etwas kürzer, was aber der wilden Reise des Protagonisten nicht schadet. Schöne, melancholische Gedichte. Erneut ein exzellentes Lektorat von Erik Simon. Fünf Sterne, keine Frage. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Würdige Fortsetzung des ersten Teils,
Rezension bezieht sich auf: Sternenschatten: Roman (Taschenbuch)
Der zweite Teil nach Sternenspiel führt in Lukianenkomanier weiter durch die Geschichte. Weiterhin ein wenig nervig die Hauptfigur und ihr Großvater mit Ihren moralischen Vortstellungen der Welt bzw. der Welten. Das Lesen gestaltet sich, wie schon im ersten Teil, spannend. Auch wurden wieder neue Ideen in die Geschichte eingewoben. Für Lukianenkofans unzweifelhaft eine Kaufempfehlung zur Komplettierung der Sammlung.
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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kluge SF in unnachahmlicher russischer Erzählweise,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sternenschatten: Roman (Taschenbuch)
Im zweiten Band, >>Sternenschatten<<, übertrifft der Autor sich noch einmal selbst. Was der erste Teil (>>Sternenspiel<<) versprach, löst der zweite mehr als ein.Es ist fast paradox und doch kann es nicht anders sein: eine tiefgehende Erneuerung der SF kommt aus dem Osten. Von dort, wo sie jahrzehntelang als sozialistische Zwangsutopie völlig festgefahren war. Lukinaneko aber, der wahre Erbe der Strugatzkies, zeigt uns, wie die neue SF funktioniert: phantasiereiche Welten, in denen es letztlich aber doch immer um das Menschsein geht. Denn kaum jemand treibt derzeit menschliche Protagonisten in seinen Werken so auf der Suche nach sich selbst und dem Grenzen seiner Utopien voran wie Lukanienko. Vielleicht musste erst ein Psychologe mit schriftstellerischem Genius wie er kommen. Im Sozialismus aufgewachsen, diese Wirklichkeit kritisch erfahrend und reflektierend und daher gezwungen, sich stets mit ihren Grenzen auseinanderzusetzen, zugleich aber auch die Seele von Mütterchen Russland mit jedem Atemzug, Bissen und Schluck in sich aufnehmend. Später dann in einer nur nach der Logik von Kapitalströmen globalisierten Welt einen ganz und gar gesunden, selbstironischen Nationalismus entwickelnd und bei aller rationaler Distanz zur heutigen Welt eine tiefe Liebe zur eigenen Herkunft bewahrend - kurz, es musste ein mit Philosophie und Phantasie zugleich gesegneter moderner Russe und Weltbürger sein, der der SF europäischer Prägung den Weg weisen konnte. Lukianenko muss sich nicht mit Reynolds oder Simmons messen, er spielt längst in ihrer Liga und genau wie diese beiden beherrscht er ein erstklassiges Spiel. Unverwechselbar, unnachahmlich - köstlich. Lukianenkos Stärke ist die Verknüpfung der Science Fiction mit einem zutiefst humanen und humanistischen Aspekt, für ihn sind Moral und Ethik genau so wichtige Potenziale des Menschen wie dessen Technik (und letztlich sogar die wichtigeren), er transportiert den moralisch unterentwickelten Menschen von heute in Welten, die seine eigenen technischen Möglichkeiten nicht nur bei weitem übersteigen, sondern deren Moral sich auch deutlich von dem unterscheidet, was wir für angemessen halten, ohne dass sie dabei schlechter oder verwerflicher wären, als unsere eigenen irdischen Entwürfe. Und die genau deshalb bestens geeignet sind, die Tragfähigkeit dessen auf den Prüfstand zu stellen, was wir Menschsein nennen. Kluge SF in unnachahmlicher russischer Erzählweise. Fünf Sterne - anders geht es nicht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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