Buchgestaltung
Hübsche Cover, ohne Bedeutung trifft hier auf beide Cover zu. Ich finde das deutsche Cover hat da doch eher etwas mit dem Weltall zu tun. Der Sternekristall etc. und die hellen Farben vermitteln ein klein wenig das Gefühl von Schwerelosigkeit. Mir persönlich gefällt der deutsche Titel wirklich sehr gut. Sternefeuer und gefährliche Lügen treffen en Inhalt nämlich sehr gut, ganz im Gegensatz zu Glow.
Meinung
Ich war doch positiv von dem Buch überrascht, unter dem ich mir eigentlich nicht wirklich etwas vorstellen konnte. Die Aufregung lässt nicht lange auf sich warten - schwupps sind kaum 10 Seiten gelesen, da wird das Raumschiff auch schon überfallen. Ich fand die Idee zu Beginn kurz in einer Art Videoaufnahme von Kieran zu erklären, was die Mission des Schiffes ist sehr gut. Trotzdem hätte man meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr Informationen bekommen sollen. Was genau mit der Erde los ist und so manch andere Fragen blieben eher ungeklärt.
Mit Kieran und Waverly werden einem zunächst zugängliche Charaktere präsentiert, deren Handlung man gerne folgt, aber zu dem Status 'sympathisch' konnte keiner so wirklich wechseln. Man erfährt zwar eine Menge über beide, aber mir fehlten bei ihnen der Tiefgang und die Charaktereigenschaften. Kieran und Waverly hätten nämlich genauso gut durch andere Charaktere ersetzt werden können, wie z.B. Sam und Seth, die beide allemal interessanter waren. Dennoch hat es mir gut gefallen, wie die Beziehung zwischen Kieran und Waverly das ganze Buch über beschrieben wurde.
Beide machen sich viele Gedanken und stehen der Zukunft kritisch gegenüber.
Nachdem die Entführung stattgefunden hat, hat mich der Plot sehr neugierig gemacht. Weil die Geschichte flüssig zu lesen ist, habe ich auch kaum eine Pause beim lesen eingelegt. Kieran der sich auf dem halb zerstörten Schiff durchkämpft und auf der anderen Seite Waverly, die sich in einer neuen Umgebung wieder findet stellten beide abwechslungsreiche Handlungsstränge dar und wenn die Kapitel wechselten hat mich das nicht gestört, weil die vorherigen zufrieden stellend endeten. Man hatte nie das Bedürfnis jetzt wieder zu einem bestimmten Charakter zu springen.
Irgendwann nahm die Geschichte aber eine Gestalt an, die für mich den Reiz verlor. Zum einen konnte ich keine Entwicklung der Charaktere sehen und die Oberflächlichkeit mit der sie oft handelten war mir suspekt. Dazu kommt, dass sowohl Kieran als auch Waverly eigentlich gute Anführer hätten sein können, sie beide aber einfach zu schwach dafür sind. Ihnen fehlten das gewisse Etwas und der Biss. Ab Mitte des Buches war es mir sogar ziemlich egal, was mit ihnen geschah, weil ich sie beide gerne einmal geschüttelt hätte, um sie wach zu rütteln.
Die Autorin schafft es schon sehr gut die Grenze zwischen gut und böse zu verwischen, aber die meiste Zeit, verstickt in einem Meer aus Lügen und Manipulation, hat man als Leser keinen Charakter, der so etwas wie Standhaftigkeit für einen symbolisiert. Man konnte einfach niemanden trauen und die beiden Protagonisten, die ich nicht mochte waren da noch die Krönung. Ich finde, in diesem ganzen Wirrwarr fehlte die 'Insel' um die sich die Geschichte drehte'na ja, ich hoffe mal ich konnte das einigermaßen erklären! ;) Das stetige Wechseln der Einstellungen und Absichten hat mich einfach gestört und war teilweise unlogisch.
Dazu kamen, dass die ganzen technischen Erklärungen einfach seltsam waren. Klar, die Frau ist Autorin und keine Weltraum Expertin, aber die meisten Formulierungen und Logik dahinter war doch sehr dürftig erklärt.
Außerdem habe ich rein gar nichts von der versprochenen düsteren Atmosphäre gespürt, sondern war etwas verwundert, da so viele Leser, das Buch als ausgesprochen brutal beschrieben. Hier werden nur Hinweise auf begangene Versprechen gegeben und nichts detailliert aufgeführt, was auch gut so ist, weil so etwas kein Jugendbuch braucht, aber wahre Schocker waren das nicht. Es gab allerdings zum Ende hin einen fetten Schocker im Bezug auf das, was Waverly und ihren Freundinnen angetan wurde, das war auf gut Deutsch gesagt: KRASS! Ich musste das die drauffolgenden Kapitel erst einmal verdauen'
Eigentlich hätte mir das Buch im Gesamtbild auch deutlich besser gefallen, wenn das Ende nicht gewesen wäre. Ich persönlich finde, dass die Autorin damit die Charaktere, die bestimmte Einstellungen symbolisierten untergraben wurden. Ganz nach dem Motto: so jetzt schnell was Fieses schreiben, damit ich alle verwirre und sie wissen wollen wies weiter geht. Das war unnötig. Nicht spannend.
Allgemein hat mir die Thematik nicht so besonders gut gefallen.
Fazit
Mir gefielen die Ansätze der Geschichte und der Schreibstil. Mir fehlten aber ganz klar irgendein Charakter, den ich mögen konnte, die bedrückende Atmosphäre und überraschende Wendungen, genau wie Spannung, die sich bei mir durch die Bezugslosigkeit zu Kieran und Waverly einfach nicht einstellen wollte.
Ich empfehle das Buch nur bedingt. Für Fans von Sci-Fi und einer etwas unsteten Geschichte um die Flucht im Weltall ist das Buch sicher etwas.
Es war ein netter Zeitvertreib, für mich aber leider auch nicht mehr.
Bewertung
2,5
Segelt knapp an der klassischen 3 Sterne Wertung vorbei.