Der Film von 1959 ist eine der ersten Auseinandersetzungen im deutschen Film mit dem Thema Holocaust. Erzählt wird die Geschichte einer Jüdin, die aus Bulgarien deportiert werden soll, und einem Unteroffizier der Wehrmacht, der sie eher zufällig kennen lernt. Durch die Beschränkung auf wenige Personen an einen Ort wird sich sehr ruhig auf ergreifende und poetische Weise mit dem Thema Deportation auseinandergesetzt und wer welche Funktion dabei hatte. Erfreulicherweise werden die üblichen Klischees der Filme zu diesem Thema vermieden. Die Schauspieler, die Regie von Konrad Wolf und die Kameraführung sind überragend. Auch die bei DEFA Filmen häufig nervige ideologische Botschaft fehlt nahezu vollständig, was den Film umso zeitloser macht.
Der Film ist keine leichte Kost, für mich aber einer der besten Filme, die ich zu diesem Thema gesehen habe. Der Film ist gut gealtert. Eine lobende Wiederveröffentlichung von Icestorm. Als Bonus findet sich noch eine 20minütige Doku über Anne Frank, die mit einigen ideologischen Abstrichen grundsätzlich sehenswert ist.