Als ich mir dieses Buch bestellte, war mir nicht bewusst, dass ich dabei um eine biografische Geschichte um eine Muslima aus dem Sansibar Ende des 19. Jahrhunderts handelte.
Der Roman beginnt 1924 in Jena, dem Todestag der Deutschen Emily Ruete, die im August 1844 in Sansibar als Tochter Salima des damals residierenden Sultans Said geboren wurde.
Geliebt und behütet im Harem des Sultans wuchs Salima auf. Sie fühlte sich im Kreise ihrer vielen Halbgeschwister im tropischen Umland von Sansibar glücklich und wohl, selbst auch dann noch, als sie wie alle heranwachsenden Mädchen, sich verhüllen musste und nur in der Dunkelheit noch ins Freie gehen konnte.
In dieser Zeit lernte sie den Deutschen Heinrich Ruete kennen, der dort als Geschäftsmann tätig war, und nach einiger Zeit lieben, was für ihre Situation hätte tödlich enden können, da auf einen derartigen Umgang mit einem sog. Ungläubigen der Tod stand. Als sie dann auch noch schwanger wird, gelingt ihr nur mit Hilfe einer Freundin die Flucht aus Sansibar über Aden ins konservative Hamburg. Dort drohte ihr zwar nicht die Todesstrafe, jedoch die Tatsache als dunkelhäutige Muslima, zum Christum konvertiert und der Sprache nicht mächtig, anerkannt zu werden, war in dieser Zeit schon mehr als eine Herausforderung.
Derer gibt es dann im Laufe ihres langen Lebens noch eine mehr und lässt das Buch zu einem Schmöker werden, den man nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich habe gelacht und gelitten, bis mir die Tränen kamen. Einen derartigen emotionalen Roman habe ich lange nicht gelesen, der eben besonders zu Herzen geht, da er auf tatsächlicher Begebenheit beruht.
Mein Kompliment an die Autorin, dass sie es verstanden hat, diese Geschichte von Sayyida Salima bint Sa'id, die man jedoch liebevoll Bibi Salmè nannte und durch die christliche Taufe und ihre Heirat mit Heinrich Ruete zu Emily Ruete wurde, so sensibel und bildhaft zu erzählen.
Ich kann deshalb diesen historischen Roman uneingeschränkt empfehlen!