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Stern in der Ferne
 
 
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Stern in der Ferne [Gebundene Ausgabe]

Roberto Bolaño
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 174 Seiten
  • Verlag: Kunstmann (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888972345
  • ISBN-13: 978-3888972348
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 837.111 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Roberto Bolaño
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2000
Aus dem letzten Kapitel seines Buches "Naziliteratur in Amerika" hat der Autor jetzt einen Roman über den exquisiten Poeten und Mörder Carlos Ramírez Hoffmann gemacht, und wird dafür von Paul Ingendaay sehr gelobt. Ein Buch, das als "lateinamerikanische Extravaganz" beginnt, endet durch die Jagd auf Hoffmann als "Krimi der schwarzen Serie". Ingendaay kann seine Skepsis gegenüber Büchern zum Thema lateinamerikanische – in diesem Fall chilenische – Diktatur nicht verbergen; um so mehr bewundert er die Fähigkeit des jungen Chilenen, durch "Genauigkeit, Kürze, Ironie und ein Schweben über seiner eigenen Geschichte" den Leser für sich einzunehmen. Zudem bescheinigt der Rezensent der Übersetzung von Christian Hansen "hohes Stilempfinden".

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Hin und her gerissen zwischen Faszination und Abscheu entwirft Roberto Bolano das schillernde Porträt eines Blenders, eines Mannes mit vielen Namen, dessen einzige Moral die Ästhetik ist. Carlos Wieder ist ein Dandy des Schreckens, der foltert, mordet, die Angst auf Fotos festhält, "barbarische Gedichte" verfasst und seine Werke mit äußerster und tödlicher Konsequenz erschafft. In diesem Roman, deren Hauptfigur aus einem Alptraum ins reale Leben übergetreten zu sein scheint, versetzt Roberto Bolano den Leser in eine vom Terror und Schrecken beherrschte Welt.Chile Anfang der siebziger Jahre. Im Hof des Gefangenenlagers sehen die Häftlinge eines Abends vollkommen verblüfft, wie eine alte, rauchende Messerschmitt Verse aus der Genesis in den Himmel schreibt. Das war der erste "aeropoetische" Auftritt von Carlos Wieder. Zu diesem Zeitpunkt weiß der Erzähler noch nicht, dass er den tollkühnen Piloten-Dichter, der zum Star des Pinochet-Regimes aufsteigt, kennt. Doch schnell wird zur Gewissheit, dass es niemand anderes ist als der mysteriöse Alberto Ruiz-Tagle, dem er zum ersten Mal in der Literaturwerkstatt der Universität von Concepcion begegnete. Dort fiel er durch seine gepflegte Erscheinung und sein Auftreten auf, das genauso geheimnisvoll und distanziert war wie seine Gedichte, und beeindruckte besonders die Studentinnen.Die Aufseher hatten ihre Unterhaltung unterbrochen und sahen zum Himmel. Alle Gefangenen waren aufgesprungen und sahen zum Himmel. Der verrückte Norberto krallte sich wie ein Affe an den Zaun, lachte, rief, der Zweite Weltkrieg sei auf die Erde zurückgekehrt, sie hätten sich getäuscht, die den Dritten erwartet haben, es sei der Zweite, der wieder- und wieder- und wiederkehre. Wir, die Chilenen, glücklich zu preisen vor allen anderen Völkern, seinen auserkoren, ihn zu empfangen und willkommen zu heißen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich nicht mehr. Angeregt durch den soeben statt findenden 2666er-Hype und nach dem Lesen der Erzählung 'Labyrinth' in einer Lateinamerika Anthologie wagte nun endlich auch ich mich an einen Roman des Chilenen (der bis vor einem Jahr das war was man einen Geheimtipp nennt) heran.

Gleich mal vorweg ' Wahnsinn!!!! Bolano schreibt wunderbar, in der Weise die ich gerne als 'Kein Wort zu viel und kein Wort zu wenig' bezeichne.

Der Roman beginnt mit einem Rückblick ein paar Jahre vor Pinochets Putsch in Chile und ab nun folgt der Leser den Spuren des sadistischen Carlos Wieder ' charmanter Poet in linken Studentenkreisen unter der Regierung Allende und später von allen verehrter Pilot (der mit seinem Flieger Gedichte in den Himmel schreibt [genauso wie es hier steht]) und Liebling der High Society im Pinochet Regime.

Und schon im ersten Kapitel ist man an das Buch gefesselt denn mit einem schwer zu beschreibenden Paukenschlag (schwer zu beschreibend aber genial wie selten zuvor von mir wo gelesen) führt der Autor den Leser in die rechtsextreme Zeit die ab dem 11. September 1973 Chile beherrschte.

Carlos Wieder ist ein Sadist der in manchen Rückblicken irre Züge zeigt ' doch das bedrückende an dem Roman und der Figur dieses Faschisten ist: dass er in keiner Weise Geisteskrank ist! Carlos Wieder ist einer von diesen vielen Teufeln dieser Zeit.

Roberto Bolano verliert sich dabei nicht in historischen Daten und Fakten, 'Stern in der Ferne' ist ein packender Roman (ich las ihn an einem Tag) und das ideale Buch für Bolano Einsteiger, da es mit knapp unter 200 Seiten in jedem Fall eine einfachere Kost ist als die beiden Ziegelsteine '2666' und 'Die wilden Detektive' (die ich mir nun aber doch auch zu Gemüte führen werde ;-) ) .
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Chile im Umbruch... 20. Juli 2010
Von Franziska Huhnke VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Roberto Bolano ist ein Erzähler, der nicht ein Wort zuviel benutzt, aber auch nicht ein Wort zu wenig. Die Geschichte, die er hier heranspinnt, beschreicht den Faschisten Carlos Wieder. Im Chile des Jahres 1973, in dem gerade ein großer Umbruch stattfindet, gibt es viele Dichter, die über die Literatur nachdenken oder sie praktizieren. Der Erzähler selbst wird nachdem Pinochets Schatten über das Land fällt, wie viele andere ins Gefängnis geworfen. Dort wird er Zeuge, wie ein Flugzeug Wörter in den Himel schreibt. Es ist klar, dieser Mensch wird etwas verändern'

Im Laufe des Buches verspürte ich den Drang zu googeln, weil Bolano sich in Aufzählungen von Dichtern dieser oder der Zeit davor verliert und ich nicht dumm bleiben wollte. So etwas hat ein Buch noch nie bei mir geschafft. Dieses frühe Meisterwerk, ich nehme diese Worte nur in den Mund, da ich sie auch wirklich vergebe, spielt mit der Macht eines einzelnen Dichters. Dabei wird dieser Dichter, eher zu einem Monster, dass die damalige Zeit zusätzlich dunkel überschattet. Die Einblicke in das Leben der gehetzten und verratenen ist so brutal und doch nüchtern beschrieben, dass der Leser nicht merkt, wie drastisch der Überlebenskampf damals gewesen sein muss.

Eindrucksvoll auf wenigen Seiten wird eine ganze Lebensgeschichte erzählt, die mehr Menschen in Chile berührt, als ich es für möglich gehalten hätte. Carlos Wieder ist ein bösartiger Dämon in seiner Zeit, der töten ohne Moral und trotzdem erst sehr viel später die Quittung dafür erhält.

Ich sträubte mich '2666' zu lesen, der schwere des Buches wegen, aber nun gibt es keinen Weg mehr daran vorbei, denn wie Bolano mit der Sprache erzählt, dass ist eine Kunst, die ich nicht vergessen möchte. Trotz Hype und allem wünsche ich diesem Buch viele Leser, als Einstiegsdroge in die lateinamerikanische Literatur oder Bolano ist es sehr zu empfehlen.

Bald erscheint der Roman 'Lumpenroman' bei Hanser Erscheinungsdatum: 16. August 2010!

Ansonsten verweise ich natürlich noch mal auf '2666'.

Da 'Stern in der Ferne' auf dem letzten Kapitel von 'Naziliteratur in Amerika' verweist, hier der Tip: Das Buch wird auch neu aufgelegt und erscheint bei Fischer am 11. November 2010.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Buch zum nachdenken 27. April 2011
Von Alterra VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Inhalt: Chile Anfang der siebziger Jahre, zu Beginn der Militärdiktatur. Ein Student, der aus politisch motivierten Gründen inhaftiert wurde, sieht im Gefangenenlager wie ein Flugzeug über den Himmel kreist und Verse an den Himmel schreibt. Später findet er heraus, dass dies sein früherer Kommilitone Carlos Wieder (damals hieß er noch Ruiz-Tagle) war. Wieder wird durch seine aeropoetischen Auftritte zum Aushängeschild der Militärdiktatur. Der Student ist gleichzeitig fasziniert und angeekelt von Wieder, der nicht nur ein Instrument der Diktatur ist sondern auch ein Verbrecher, der Menschen tötete. Doch ist Wieder wie ein Gespenst, das man nicht greifen kann und seine Spur verliert sich immer wieder. Erst im spanischen Exil auf betreiben eines ehemaligen chilenischen Polizisten beginnt der Student durch Studium von Literaturzeitschriften die Verfolgung von Wieder. Doch die Frage ist, wird es ihm gelingen das Gespenst zu finden.

Persönlicher Eindruck: Das Buch war für mich sehr interessant. Doch, um es vorwegzunehmen, man sollte sich ein Lexikon bzw. den Computer an die Seite stellen, da man ein ums andere Mal, Personen, Ausdrücke oder auch geschichtliche Details nachschlagen sollte. Mir persönlich hat dieser Aspekt des Buches gut gefallen, da man sich durch die Nachforschung noch intensiver mit dem Buch auseinandersetzt. Zur Geschichte selbst kann ich sagen, dass ich sie sehr ansprechend fand. Man kann sich gut vorstellen, dass es einen Wieder zur Zeit Pinochets wirklich gegeben hat. Auch steht Wieder für mich persönlich für die Emporkömmlinge, die ihre Chancen nutzen, um während einer Militärdiktatur nach oben zukommen. Ohne darüber nachzudenken wem sie dienen und darüber hinaus selbst zu Verbrechern werden, um nach oben zukommen.

Fazit: Ein sehr literarisches Buch, das einen zum Nachdenken und Nachforschen anregt.
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