Habe mir die Zeit genommen, die einzelnen Songs zu beschreiben. Ich wollte nicht nur schreiben "tolles Album", obwohl ich das auch unterschreiben kann:
This is it – Ein energiegeladenes Intro, eine kraftvolle, helle und sanfte Stimme, so geht es los: Ein satter Sound mit der richtigen Dosis instrumentaler Umsetzung macht aus dem Song genau das, was er ist, eine Liebeserklärung voller Leidenschaft, sparsam mit den musikalischen Mitteln umgehend, dabei kann der aufmerksame Zuhörer die instrumentalen Parts gut herauszuhören, wenn er will und wenn er es öfter hört. Der Song endet mit einem starken Herzschlag und hinterlässt ein gutes Gefühl. Für mich dazu noch die Überzeugung: Alles wird gut… einfach gut.
Maybe…. Genial diese Mischung aus Text und musikalischer Umsetzung: eigentlich handelt der Text von enttäuschter Liebe (übrigens pure Poesie!) und daraus macht die Band mit einem Augenzwinkern einen lebensfrohen, tanzbaren Country-Song, der außerdem noch suggeriert unterwegs zu sein zu anderen Ufern. Einfach genial….
Dem unvoreingenommenen Hörer erschließen sich innere Bilder voller Farbe, Lebensmut, Klangfülle……. Und trotzdem ist es ein schlichtes Lied das keine Ansprüche stellt, man kann es einfach nur genießen….oder solche Dinge entdecken, die ich beschrieben habe. Wer will, kann auch völlig anderes entdecken…..
Love what you do..
Das schlichte, kleine Gitarrenintro mit sanftem Klangteppich vom Keaboard und der „Basis“ (Bass und Schlagzeug) stellt sofort die Stimmung her, welche dieser Song will.
Und dann der Text, man sollte ihn mitlesen: Es ist ein leidenschaftlicher, mutiger, erfolgloser Apell, Liebe und eine tiefe Freundschaft nicht einfach wegzuwerfen… Zu diesem Song kann geweint werden, auch wenn man überhaupt kein Wort versteht außer diesem einen Satz: just love what you do…
Und die Musiker begleiten dieses kleine Kunstwerk und ihren Sänger wie echte Musiker eben begleiten: voller Hingabe und mit kaum merklicher Steigerung… wenn dann Bass und Schlagzeug richt loslegen, darf auch laut geheult werden…oder lauthals mitgesungen. Schön…..Wer will kann auch einfach nur die schöne, bewegliche Stimme von Thom bewundern.
Falling…
Rocking, Crying, Dancing, Head banging, Struggling, Shouting, Laughing,
Assoziationen, die bei diesem so wunderschönen Rocksong passieren…..
Ja Rocksong, Ihr habt richtig gelesen. Zum Tanzen schön, zum Heulen schön, „falling“ will laut ge“shoutet“ werden, ….. tut einfach gut.
Love of my Life
Ich weiß nicht was mich beim ersten Hören mehr beeindruckt, weiß nur noch, dass ich nicht stillsitzen kann, tanzen muss und dabei eine ungehörige Lebensfreude spüre…. Jetzt bin ich auf den Text neugierig. Was? Wie? Der Text erzählt ja ganz was anderes, als die Musik transportiert…. Oder ist es genau das, was die Worte nicht können?
Ein fetter Bläsersatz, Witz, Ironie, man sollte dieses Stück unbedingt in eine Tanzszene umsetzen…
This one’s for you…
Besser kann man diese Mischung aus Faszination, Staunen, Angst vor und Wissen um den bevorstehenden Verlust des Menschen, in welchen man sich soeben unsterblich verliebt hat, und man weiß, man wird ihn nicht halten können….. nicht in Worte fassen und genialer kann man es nicht musikalisch transportieren, wie diese Fünf. Ein nervöser Beat,(Gomezz) dazu ein tröstlicher Gitarrenriff, (Uwe) ein noch tröstlicherer Orgelteppich, (Sebi) und die unvergleichliche Spielweise des Bassisten (Phil), welcher immer genau das liefert, was der Song noch dringend braucht. So getragen schwebt der Sänger (Thom) mit seiner Stimme „Youuuuuuuuuu“ auf einem Netz, das ihn trägt…kann es sein, dass das die sprichwörtliche zweite Ebene ist, welche nur Musik zu einem Text liefern kann?
Lieber Hörer, bitte mehrmals hinhören!
Only in dreams
Und hier ist es endlich….. ein bedingungsloses Hineinfallenlassen in die Trauer, das große dunkle Loch….oder ist es einfach nur ein ein Traum? Text und Musik sind hier hemmungslos dem Liebeskummer verfallen. Die Gitarre tut weh, und das muss so sein. Aber: nicht denken, einfach fallen lassen….keine Angst, die Musik fängt Dich auf, sie ist voller Kraft, Leidenschaft und Lebens- ja Überlebenswille, lass Dich nicht einsperren von diesem dunkelblauen Blues. Genieße einfach. Über die musikalische Qualität der Produktion muss ich wohl nichts mehr sagen… es ist Alles gesagt. Ich erlaube mir noch eine persönliche Anmerkung: Ich liebe diesen Song bedingungslos.
All we are
Ich muss schon sagen, ich kann nur den Hut ziehen vor den Musikern. Dieses wunderschöne Gedicht, nur so kann ich es nennen, vom Ende einer Liebe, wer es beschreiben wollte, würde es zertreten. So ist das mit poetischen Texten.
Ich ziehe den Hut vor den Musikern, denn sie haben diesen Text nicht mit den üppig zur Verfügung stehenden Patterns zu einem banalen Popsong verarbeitet, sie haben auf süßliches musikalisches Gesülze verzichtet und die Geschichte einfach begleitet, wie es sich gehört.
Es beginnt so harmlos mit einer kleinen Gitarrenfigur, wie der Klang einer Spieluhr, dann sitzt die wunderbare Stimme des Sängers ein… und mitten im ersten Satz knallt das Schlagzeug in die Stimmung… beim ersten Hören dachte ich, das ist ein Sprung in der Platte. Und dann begriff ich, ja natürlich ist da ein Sprung in der Platte, der Protagonist ist in der Realität angekommen. Es liegt nicht an meinem CD-Player, es war gewollt.
Wunderschön auch der Schluss, wo der Gesang, nur von einfachen Piano-Akkorden begleitet, eine Art Epilog spricht… und dann noch mal die ganze Band mit der Leidenschaft von Stereolove, da muss wieder mitgesungen, gerufen werden…
Ich kann auch hier wieder nur wiederholen: Wer den Text vorher gelesen hat, hat beim Hören mehr davon. Wer den Text nicht lesen kann oder will, kann sich einfach von den Gefühlen wegtragen lassen… und das ist auch schon eine ganze Menge. Also: Du hast die Wahl….
Once
Noch schlichter und dabei so passend wird dieses letzte Lied eines Verlassenen, der noch immer die Liebe für den Menschen der ihn verlassen hat spürt und sich nicht geniert, es unverblümt und ohne Metapher in Worte zu fassen, in schlichte Worte, und so schlicht ist die Klavierbegleitung….warum sollte hier auch der Pianist sich in den Vordergrund drängen? Wo bleibt der Rest der Band?..... da kommt ja die Gitarre noch dazu…..verbindet sich liebevoll mit dem Piano---lässt dem Sänger Raum….und wo bleibt der Bass, das Schlagzeug?... ist doch logisch…. Die Basis ist erst mal weg, wenn der Geliebte fort ist…
Miss you
Natürlich kann das Kunstwerk „Stereo loves you“ nicht so traurig und still enden. Zwar handelt auch hier der Song vom Ende einer Liebe, Einer geht, der Andere bleibt zurück und zündet auch noch ein Licht an, wie das Königskind am anderen Ufer…. Aber die Musik liefert das Augenzwinkern…. Polyrhythmik… als Tanzender weißt Du nicht genau, wie soll ich mich nun bewegen? Soll ich kreisen? Soll ich hüpfen? Soll ich rennen? .-…Ich sag Dir die Lösung: Alles passt…. Die Botschaft der Musik lautet: Das Leben ist schön… tanze!!!!!!