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Sterbender Cato
 
 
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Sterbender Cato [Taschenbuch]

Johann Ch Gottsched , Horst Steinmetz
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 144 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150020972
  • ISBN-13: 978-3150020975
  • Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 9,8 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 27.578 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im Anhang: Auszüge aus der zeitgenössischen Diskussion über Gottscheds Drama

Klappentext

Gottscheds Sterbender Cato von 1731 ist das erste deutsche 'Originaldrama' im Sinne der regelhaften Poetik der Aufklärung. Sein Einfluß auf die Diskussion um die weitere Entwicklung des Schauspiels in Deutschland ist nicht zu unterschätzen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von sonaleu
Die vorliegende Reclam-Ausgabe ist zu empfehlen.
Gottscheds 1732 veröffentlichtes Stück wird nicht aus literarischem, sondern nur aus literarhistorischem Interesse gelesen. Die Handlung deshalb nur in Kürze: Cato, letzter unermüdlicher Kämpfer für die römische Republik, hat sich in Utica vor seinem Gegner Cäsar verschanzt. Sein vermeintlicher Verbündeter Pharnaces erweist sich als Verräter, die afrikanische Prinzessin Arsene aber, die bei Cato Schutz sucht, als seine verschollene Tochter. Ein Treffen Cäsars mit Cato bleibt ergebnislos, der stoische Cato endigt seine aussichtslose Lage mit Selbstmord.
Gottsched, Leipziger Professor und Verfasser einer „Critischen Dichtkunst vor die Deutschen" wollte das deutsche Theater in seinem Sinne reformieren und forderte regelkonforme Stücke. Gottscheds Beharren auf verbindlichen Regeln für die Dichtkunst, die er schon bei Aristoteles vorgebildet glaubt, und die man unter den Oberbegriff „Nachahmung der vernünftigten Natur" stellen könnte, ist nur begreiflich, wenn man den philosophischen Background des Leipzigers betrachtet: Als Anhänger der Philosophie von Leibniz und dessen Schüler Wolff glaubt er an die Vollkommenheit der Natur. Diese Harmonie und Vollkommenheit soll nun der Dichter nachbilden, alles, was in einem Stück vorkommt, muss genau motiviert und begründet sein. Dies eigentlich meint „Nachahmung der Natur" im Gottschedschen Sinne und sie gelingt seiner Meinung nach nur dann, wenn man sich an vorgegebene feste, vermeintlich „vernünftige" Regeln hält, denn die Natur selber ist ihm nach vernünftigen Regeln gestaltet und funktionierend.
Zu welch pedantischen Haarspaltereien Gottscheds Regelrigorimus bei ihm und seinen Zeitgenossen führen kann, zeigt sich in den in der vorliegenden Reclam-Ausgabe abgedruckten „Auszügen aus der zeitgenössischen Diskussion über Gottscheds Drama": In 1733 erstmals gedruckten „Eines ungenannten Gönners kritische Gedanken über den Sterbenden Cato" glaubt ein zeitgenössischer Kritiker dem Dichter Gottsched einige Verstösse gegen sein eigenes Regelwerk nachweisen zu können, was Gottscheds „Bescheidene Antwort" zu entkräften sucht. Bereits eine neue Stufe der Auseinandersetzung mit der Gottschedschen Regelpoetik und deren konkreter Umsetzung findet man dann in den Ausführungen von Pyra aus dem Jahr 1744, Pyra lehnt Gottscheds Drama unter anderem mit den Worten ab: „Wen die Dichtkunst nicht selbst, sondern nur ein Lehrbuch erleuchtet, kann nicht ihr Priester sein."
Die vorliegende Ausgabe beinhaltet zudem auch ein Lesartenverzeichnis, ein ausführliches, ziemlich auf dem neuesten Stand stehendes Literaturverzeichnis und ein informatives Nachwort des Herausgebers, welches Gottscheds wichtige Stellung in der deutschen Literaturgeschichte zu erhellen vermag. Was leider fehlt, sind einige Anmerkungen zum Text, etwa zu historischen Anspielungen.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fürwahr ein Trauerspiel 28. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Johann Christoph Gottsched: Sterbender Cato (1731)

Im Zentrum des „Sterbenden Cato" steht die Machtprobe zwischen dem republikanischen Stadtkommandanten im nordafrikanischen Utica, Marcus Porcius Cato, und Caesar zur Zeit der römischen Bürgerkriege.
Arsene ist die vermeintliche Tochter des verstorbenen Partherkönigs Arsaces und Königin des Partherreiches. Sie weigert sich strikt Pharnaces, König von Pontus und Mörder ihres Bruders, zu heiraten. Deshalb bittet sie Cato um Rat und Hilfe vor dem zudringlichen Freier. Dieser will ihr Schutz bieten, auch weil er in ihr eine Ähnlichkeit mit seiner verstorbenen Tochter Portia zu erkennen glaubt.
Währenddessen kommt Cäsar nach Utica, um Cato, sein letztes Hindernis vor der Alleinherrschaft, zu besiegen. Ausserdem will er Arsene, die seine Liebe erwidert, für sich gewinnen, um dadurch kampflos die Herrschaft über die Parther zu erlangen.
Als sich jedoch herausstellt, dass Arsene in Wirklichkeit Catos totgeglaubte Tochter Portia ist, wird ihre Liebe zum Konflikt. Da sie Tochter eines Republikaners ist und Cato ihre Liebe zu einem Mann, der die Alleinherrschaft anstrebt, nicht zulässt, muss sie dem geliebten Cäsar entsagen.
Als Cäsar schliesslich Utica angreift, verweigert sich Cato jeglichem politischen Kompromiss und begeht Selbstmord, als seine Niederlage unabwendbar wird.

Gottscheds „Sterbender Cato" entstand in der Zeit der frühen deutschen Aufklärung. Er errang damit einen populären Erfolg und brachte das deutsche Drama auf eine neue Bahn, die später im 18. Jahrhundert zu Werken von dauerndem Wert führte. Gottsched war in erster Linie Gelehrter und Kritiker und nicht Poet. Auch wenn er sein Leben hindurch dichtete, schuf er hauptsächlich Gelegenheitsgedichte im Stile und Sinne des frühen 18. Jahrhunderts. Dies war eine Art Poesie, für die das 21. Jahrhundert wenig Verständnis hat. Damals galt Gottsched jedoch als Meister der Gelegenheitspoesie, denn die Qualität seiner Poesie wurde nicht kritisiert.

Gottsched war an der Umgestaltung der deutschen Literatur dieser Epoche interessiert; er wollte das Theater auf eine höhere Stufe bringen und das Drama zu einem ernsten Erziehungsmittel machen. Der „Sterbende Cato" ist ein beispielhaftes Stück für seine Reformversuche. Zur Schaffung dieses Werkes bediente er sich zweier Cato-Dramen, geschrieben von Deschamps in Frankreich und Addison in England, übersetzte sie und weitete sie durch Nebenhandlungen zum fünfaktigen Drama aus. Mit „Kleister und Schere", wie sein späterer Erzfeind Johann Jakob Bodmer spöttisch bemerkte, entstand so eine „zusammengebastelte Übersetzungscollage".

Es ist unübersehbar, dass Gottsched sich an seine eigenen Vorgaben hinsichtlich der Dramentheorie hält. So werden die drei aristotelischen Einheiten von Zeit, Ort und Handlung strengstens eingehalten. Auch sein Rezept für ein Trauerspiel, nämlich mit einer Fabel und historischen Personen zu arbeiten, befolgt er. Eher sekundär ist für Gottsched das Sprach- und Redekriterium. Obwohl er an der Notwendigkeit des Reimes zweifelte, konnte er sich davon trotzdem nicht lösen. Er benutzt den Alexandriner mit dem Hinweis, dass er der deutschen Umgangssprache nahe komme. Der Text wirkt für den heutigen Leser jedoch dürr, unzugänglich und leblos.
Gottsched versuchte, die weiter fortgeschrittene französische Dichtung nach Deutschland zu bringen und dadurch das Niveau der deutschen Literatur zu heben. Die für den französischen Klassizismus typische Naturnachahmung und die Forderung nach Wahrscheinlichkeit konnten wir jedoch nirgends feststellen. Beispielsweise ist die „Todesrede" Catos am Schluss sehr unrealistisch. Er findet, bereits verblutend, noch die Zeit, seiner Tochter Heiratsanweisungen zu erteilen, seinen Sohn Portius anzuhalten, so zu werden wie er selbst, und um Rom zu trauern.
Weitere Prinzipien Gottscheds, die uns aufgefallen sind, sind die Anweisungen betreffend Szenenverknüpfung und Aktschlüsse. Um eine leere Szene zu vermeiden lässt Gottsched immer am Ende eines Auftrittes eine andere Person erscheinen.

Das Drama ist als eine Darstellung des Tugend-Laster-Gegensatzes zu interpretieren. Aber in Cato und Cäsar ist nicht nur der Gegensatz von Tugend und Laster, sondern auch der Gegensatz zweier Regierungsformen dargestellt. Ihre Begegnung bedeutet den Zusammenstoss zweier geschichtlicher Zeitalter, des republikanischen und des absolutistischen, der zum Untergang des ersten führt. Cato selbst weiss, dass er verlieren wird, denn Cäsar ist unbesiegbar.

In der Aufklärung nehmen die Tugendhaftigkeit und die Hinwendung zur Demokratie eine wichtige Stellung ein. Unserer Meinung nach sind Catos Freiheitsgedanke (und damit die Demokratie) und seine Tugend übertrieben und führen zum Fanatismus. Seine zwischenmenschliche Härte und Starrsinnigkeit zieht sich durch den ganzen Text. Dieser Charakterzug zeigt sich in dem Moment, als Cato mit der Leiche seines Sohnes Marcus konfrontiert wird, der im Kampf gegen Pharnaces gefallen ist. Er trauert nicht um ihn, sondern um das Schicksal Roms. Diese Begebenheit ist für uns sehr unglaubwürdig und lässt das Werk unrealistisch erscheinen. Ausserdem offenbart sich im Schlussakt die problematische Konsequenz aus seinem überzogenen Tugendbegriff: Der einzige Ausweg, der für ihn in Frage kommt, ist der Freitod.
Ein weiteres Beispiel für seine standhafte Tugend ist, dass er die Rettung der Stadtbewohner Uticas organisiert und selbst zurückbleibt und den Märtyrertod für Roms Freiheit stirbt.

Unserer Meinung nach ist dieses Drama nicht zu empfehlen. Nie entdecken wir Spannung, Witz oder eine Handlung, die aus der langweiligen Regelmässigkeit hervorsticht. Nicht nur leidet der Text unter dem Reimzwang, sondern auch die handelnden Personen wirken leblos, und somit kann der Leser sich nicht in sie einfühlen und an der Handlung teilhaben. Man merkt, dass Gottsched eine starke Zeitgebundenheit hatte, denn die Texte scheinen nur für seine Zeitgenossen gestaltet worden zu sein und dürfen deshalb nur aus der Sicht der Aufklärung interpretiert werden. Eine weitere Schwierigkeit stellt das historische Umfeld dar, deshalb ist es empfehlenswert, sich über den geschichtlichen Hintergrund zu informieren. Obwohl das Thema an sich interessant und spannend zu verarbeiten wäre, ist es Gottsched nicht gelungen, den Stoff lesenswert zu vermitteln.

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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gewöhnungsbedürtig 16. Juni 2007
Es wäre zu wünschen gewesen, dass sich Herr Gottsched zu Lebzeiten nie mit dem Theater vermengt hätte. "Der sterbende Cato" war als Musterdrama gedacht, ist aber so unerträglich trocken und die Handlung wirkt so gekünstelt und konstruiert, dass die Lektürer des Werkes fast nicht zu ertragen war.
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