Die verschiedenen Autoren beschreiben aus ihrer Sicht die Erfahrungen mit der Transplantationsmedizin. Es kommen Journalisten, Psychologen, Krankenpfleger und Ärzte zu Wort. Sehr gut fand ich, dass die finanziellen Hintergründe der Transplantationsmedizin ebenso klar offengelegt wurden wie die psychischen Probleme der Organ-Empänger und der Spenderfamilien. Damit wurde der Glaube an die heile Welt der High-Tech-Medizin und des Machbarkeitswahns sehr zerrüttet (zum Teil zu Recht).
Als Mediziner muß ich jedoch kritisieren, dass ausschließlich die negativen Seiten der Transplantationsmedizin beleuchtet werden. Es findet sich in dem gesamten Buch kein Wort über die verbesserte Lebensqualität, welche Patienten nach Erhalt eines neuen Organs oft erhalten. Ich habe einige Zeit persönlich mit nieren-, herz- und lungentransplantierten Patienten gearbeitet. Ich weiß um die Probleme, die diese Patienten vor und nach Transplantation oft haben, aber ich weiß auch, dass vor allem die Herz- und Lungetransplantierten ohne diese Möglichkeit nicht mehr am Leben wären. Viele der Patienten sind ihren Spendern von Herzen dankbar und lernen mit psychologischer Hilfe, den Dank auch auszudrücken...
Das Buch hat mir geholfen, die ethische Seite der Transplantationsmedizin höher zu bewerten als die mechanisch-körperliche- dies kommt im Kliniksalltag bisher zu kurz.