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Sterben: Roman
 
 
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Sterben: Roman [Gebundene Ausgabe]

Karl Ove Knausgård , Paul Berf
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Produktinformation

Karl Ove Knausgård ist ein scheuer Mensch Jetzt reinlesen! [5kb PDF]|Karl Ove Knausgrd ist ein scheuer Mensch Jetzt reinlesen [0kb PDF]|Der Übersetzer Paul Berf über Knausgård, Sterben Jetzt reinlesen! [5kb PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (8. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630873510
  • ISBN-13: 978-3630873510
  • Originaltitel: Min Kamp 1
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,7 x 4,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 51.433 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„Da tritt ein Mann aus sich heraus, schaut sich an, beobachtet, reflektiert, beurteilt, was er sieht und denkt und fühlt – klug, streng, unsentimental, aber mit enormer Sensibilität. (…) Das sind fast 600 Seiten kunstvoller, kultivierter und kritischer Ich-Konzentration. Damit lebt Knausgård, auch wenn es ein Kampf ist. Und diesen Kampf zu lesen, ist verblüffend entwaffnend.“ (Susanne Gmür / Süddeutsche Zeitung )

"Großartig ist die Zügellosigkeit von Knausgårds Denken, eine regelrechte Gedankenflut. Unerschrocken und souverän schildert er die Bandbreite des Lebens und seiner Daseinsformen." (Peter Urban-Halle / Frankfurter Allgemeine Zeitung )

"Knausgård schreibt sehr gut, einige Passagen sind von wunderbarer atmosphärischer Dichte und die Übersetzung von Paul Berf liest sich beweglich, flüssig, pointiert, unterhaltsam." (Spiegel Online )

Kurzbeschreibung

Das eigene Leben offen, schonungslos und radikal zum Gegenstand des Schreibens zu machen – dies ist das Konzept, zu dem sich Karl Ove Knausgård in einem furiosen Mammutprojekt entschlossen hat. Radikal ehrlich und mit unglaublicher sprachlicher Kraft nähert er sich in »Sterben«, dem ersten Roman einer sechsbändigen Serie, seinem schwierigen Verhältnis zum Vater, das ihn grundlegend geprägt hat.

Als dieser stirbt und er sich mit seinem Bruder daran macht, den Nachlass zu ordnen, bietet sich beiden ein Bild des Grauens. Während sie das Haus reinigen und die Beerdigung vorbereiten, kommen Erinnerungen hoch. Nach und nach entsteht so das Porträt eines Mannes, über den sich in der Kindheit das Gleichgewicht der Familie definierte und den die beiden Söhne unsäglich zu hassen lernten. So sehr hat dieser Vater einen Schatten auf das Leben der Brüder geworfen, dass sie den Bestatter bitten, die Leiche sehen zu dürfen. Erst dann, so sind sich beide einig, werden sie glauben können, dass er wirklich tot ist. Der Sog, der von Knausgårds direkter Art des Erzählens schon mit den ersten Sätzen ausgeht, macht seinen Roman zu einer faszinierenden und erschütternden Lektüre. Gerade weil er so radikal persönlich schreibt, gewinnt sein Text eine schmerzliche Allgemeingültigkeit. Selten ist in einem Stück Literatur so greif- und fühlbar geworden, was jeder Mensch ist: ein einmaliger und unerschöpflicher innerer Kosmos.


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gospelsinger TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Eigentlich ist mit dem Sterben ja alles zu Ende. Dieses Buch dagegen fängt mit dem Tod an. Und danach geht es so richtig los mit der Lebensgeschichte, die der Autor hier im ersten von sechs Bänden erzählt.
Die Art, in der er das tut, ist einfach überwältigend gut. Ehrlich und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, erzählt er sogar peinliche Situationen aus seiner Pubertät, Dinge, die man normalerweise schön für sich behält.
Dabei gehen seine Schilderungen weit über das hinaus, was man sonst in Autobiographien oder in autobiographisch angehauchten Romanen zu lesen bekommt. Denn Knausgård hat eine ganz spezielle Art, eine Situation bis in die kleinsten Einzelheiten zu schildern. Bei seiner Lesung in Berlin hat er gesagt, dass er auch auf drei Seiten einen Tisch beschreiben könne, und das glaube ich ihm nicht nur, ich weiß auch, ich würde das mit der gleichen Begeisterung lesen wie alles in diesem Buch.
Allein schon der Anfang: Das Buch beginnt mit einer sachlichen Beschreibung der Vorgänge, die nach dem Tod eines Menschen in dessen Körper ablaufen, um dann sofort in eine Kindheitsszene zwischen Karl und seinen Vater überzugehen. Und dieser Übergang ist zwar ungewöhnlich, aber so fließend und selbstverständlich geschrieben, dass keine Zäsur entsteht.
Mit der Anfangsszene ist das Hauptthema des Buches klar. Und auch die Art des Verhältnisses zum Vater wird sofort deutlich. Der Vater ist distanziert und bedrohlich, immer präsent, auch wenn er gerade nicht anwesend ist. Alles dreht sich um ihn und seine Anforderungen. Alles ist streng reglementiert. Eine schöne Kindheit ist das nicht gerade. Ein schönes Sterben auch nicht, wie man später sieht, denn der Vater säuft sich zu Tode.
Schon auf den ersten Seiten glänzen der Scharfsinn und die genaue Beobachtungsgabe des Autors. Mir war es beispielsweise noch nie aufgefallen, dass mit dem Tod nie in der Höhe, sondern immer im Erdgeschoss oder im Keller umgegangen wird. Eine Leichenhalle im obersten Stockwerk ist nicht denkbar. 'Als verfügten wir über eine Art chtonischen Instinkt, irgendetwas tief in uns, das unsere Toten zu jener Erde hinabführen muss, aus der wir gekommen sind.' (S. 11).
Hinreißend komisch sind die pubertären Erlebnisse des Autors. Die Schrecken der ersten Erektion, der Versuch, eine Party mit Alkohol auszustatten, misslingende Sylvesterfeiern und die Schwierigkeiten mit dem anderen Geschlecht wurden schon oft beschrieben, aber nicht so lesenswert wie hier. Nicht so detailliert, nicht so ehrlich, nicht so hervorragend formuliert.
Das Spannungsfeld zwischen der individuellen Einmaligkeit und des kollektiven Erlebens ein und desselben Ereignisses ist mir nie so deutlich geworden wie in zwei Szenen dieses Buches, nämlich bei einem Besuch beim Bestatter und im Kreißsaal bei der Geburt der ersten Tochter.
Beim Bestatter trifft die selbst erlebte Trauer auf die Kleenex-Tücher, die auf dem Schreibtisch des Bestatters stehen, weil ein Trauernder nach dem anderen in dieses Büro kommt. Im Kreißsaal, wo das eigene Kind zur Welt kommt, ein Moment, der so intensiv ist, wie kein anderer im Leben, ist noch zu merken, dass kurz vorher weitere Schwangere hier ihr Kind zur Welt gebracht haben.
Für den Einzelnen einmalige Momente werden gleichzeitig tausendfach auf der Welt erlebt. Wir sind alle miteinander verbunden, auch wenn wir nichts voneinander wissen.
So ging es mir auch bei der Lektüre. Ich hatte das Gefühl, ich lese etwas über einen alten Freund. Es gibt so viele Gemeinsamkeiten, so viel ähnliches Fühlen und Denken, ich finde so viele Parallelen zu meinem eigenen Leben. Zum Beispiel ist die Erinnerung an die Schulzeit bei mir ähnlich. 'Ich war von Hunderten Jungen und Mädchen in meinem Alter umgeben, fand aber keinen Zugang zu dem Zusammenhang, der für sie galt.' (S. 76).
Und auch, wenn es darum geht, Zeit für sich selbst zu haben, spricht Knausgård mir aus der Seele. 'Es war mir schon immer sehr wichtig, für mich zu sein, ich benötige große Flächen des Alleinseins, und wenn ich diese wie in den letzten 5 Jahren nicht bekomme, nimmt meine Frustration zuweilen beinahe panische oder aggressive Formen an. (') Dass mir die Zeit davonläuft, wie Sand zwischen meinen Fingern zerrinnt, während ich' tja, was mache ich eigentlich? Putzen, Waschen, Essen kochen, spülen, einkaufen ('). Es ist ein Kampf (').' (S. 45f.) Ja, genau! Genauso geht es mir mit dem lästigen Alltagskram, der einen vom Schreiben abhält, auch.
Trotzdem tut Karl Ove Knausgård sich die Putzerei über Tage hinweg ununterbrochen an, in einem schon fast herkulischen Umfang. Denn als der Vater stirbt, zeigt sich im Haus der Großmutter, in dem er zuletzt gelebt, besser gesagt vegetiert hat, das ganze Ausmaß der Verwahrlosung des Vaters. Karl Ove Knausgård beseitigt schon fast manisch die Hinterlassenschaften seines Vaters und damit auch die Angst vor dem Vater, die sein Leben bisher beherrscht hat. In aller Ausführlichkeit beschreibt Knausgård die nicht besonders appetitlichen Aufräum- und Putzarbeiten und spart auch nicht den verwahrlosten Zustand seiner Großmutter aus. Das ist detailreich, aber nicht langweilig beschrieben, und ein Paradebeispiel für den außergewöhnlichen Schreibstil des Autors.
Karl Ove Knausgård schreibt über das, was viele von uns denken oder erlebt haben, und kommt uns deshalb so nahe, als wäre er ein enger Vertrauter.
Denselben Eindruck hatte ich, als ich mich nach seiner Lesung in den Nordischen Botschaften in Berlin kurz mit dem Autor unterhalten konnte. Ich habe selten einen so faszinierenden und intensiven Menschen kennen gelernt.
Auf meine Frage, ob seine Frau nicht sauer war, weil er so ehrlich geschrieben hat, wie sehr ihn die Alltagsverrichtungen stören, antwortete Karl Ove Knausgård, dass seine Frau sich nicht so sehr daran gestört habe, sondern viel mehr am zweiten Band, in dem er über ihre Beziehung schreibt. Genauso ehrlich wie im zweiten Band, zwar nicht bis in die allerletzten Einzelheiten, aber sehr weitgehend. Ich bin gespannt. Leider kommt der nächste Band, 'Lieben', erst im Frühjahr 2012 heraus.
'Sterben' ist eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe und ganz große Literatur. Dieses Buch gehört meiner Meinung nach an die Spitze der Bestsellerliste.
Bleibt zu hoffen, dass der Luchterhand-Verlag den langen Atem hat, alle sechs Bände herauszubringen. Wenn nicht, werde ich wohl Norwegisch lernen müssen.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Wer sich auf dieses atemberaubende Buch einläßt, der sollte wissen, dass es der 1. Band einer Reihe von 6 geplanten Büchern ist. Das erste zumindest hat es in sich.

Verschweigen will ich es nicht, dieses Buch macht es dem Leser nicht ganz einfach, verlangt ihm einiges an eigener Aufarbeitung ab. Recht bald habe ich bermerkt, dass der Erzähler einen gewaltigen Familienroman vor mir ausbreitet. Von Seite zu Seite dringt der Leser mit Hilfe von Knausgard immer tiefer in seine Vater - Sohn - Beziehung ein, lernt sehr viele Personen kennen und liest auch immer wieder Texte aus der Bibel.

Keineswegs will der Erzähler missionieren, aber er benutzt sehr geschickt biblische Texte, um mit ihrer Hilfe über das Leben an sich und innerhalb einer Familie im speziellen nachzudenken. Zusammen mit seinem Bruder ordnet der Erzähler den Nachlass seines Vaters. Der ist tot und die beiden Brüder beginnen Resümee zu ziehen. Die Beziehungen zum Vater waren nie einfach. Auch nach dem Tod ist der Vater noch immer allgegenwärtig. Von Karl Ove Knausgard fühle ich mich sehr angesprochen. Ich lese von seiner Vater - Sohn - Beziehung und denke über meine nach.

Ebenso spannend ist die Länge des Buches und dem, was noch an Folgebänden kommt. Ich hoffe sehr, dass viele Leser sich die Zeit nehmen über zwischenmenschliche Beziehungen nachzudenken. In der Gegenwart fehlen oft Zeit und Raum für solche wichtigen und notwendigen menschlichen Bedürfnisse. In diesem Buch lerne ich wie es geschehen kann. In diesem Sinne ist dieses Buch ein Denkmal,das hoffentlich fest steht, um dem Strom der Zeit der leider in die andere Richtung fließt standzuhalten.

Der Autor nimmt mit seiner Geschichte und mit seiner Art des Erzählens gefangen, mir gefällt sie sehr gut. Ich habe für dieses Buch mehr Zeit als im Normalfall gebraucht, aber die Zeit war gut investiert. Ich freue mich auf die Folgebände.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Sehr lesenswert 22. Mai 2012
Von Anja G.
Format:Gebundene Ausgabe
Dieser Lebensbericht des Autors ist sehr fesselnd, gewährt sehr persönliche Einblicke in die Jugend dieses sensiblen Mannes und vor allem in das sehr schwierige Verhältnis zum Vater. Eine Autobiographie, die sich wie ein Roman liest. Ich habe den 2. Teil "Lieben" schon gekauft und bin sehr gespannt darauf.
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