Nachdem Sky Nonhoff und andere in dem Buch "Don't believe the HYPE! Die meistüberschätzten Platten der Popgeschichte" den Titel zum Programm gemacht haben und Hohn und Spott über meist hochgeschätzte Platten so zirka von Eric Clapton, Neil Young, Radiohead bis Madonna ausgebreitet haben, bieten sie im Anhang eine Alternativ-Liste mit "100 Tonträgern aus sieben Jahrzehnten" an. Dort ließt man über Bobby "Blue" Blands "Two Steps from the Blues" folgenden Dreizeiler: "Eine titanische Stimme, flankiert von mächtigen Bläsern, sakralen Chören und feinster Gitarrenarbeit. Ein majestätisches Ereignis; schwarzer Soul-Olymp."
Diesem Stakkato-Hymnus könnte man eigentlich bedenkenlos zustimmen, wenn die Einordnung zur Soul-Musik nicht etwas fraglich bleibt. Nachvollziehbarer erscheint die Beschreibung von Bill Dahl in den - etwas kurzen - Liner-Notes: Bland ""was constructing a bridge between tough southern blues of the 1950s and the following decade's soul revolution".
1961 erschienen sammelt "Two Steps from the Blues" zuvor bereits als Singles veröffentlichter R&B-Songs (I'm not ashamed wurde bereits 1958 aufgenommen, I don't want no woman möglicherweise schon 1956) und war Blands erste auf Duke Records erschiene LP.
Und diese Platte ist auch heute noch ein wahrlich "majestätisches Ereignis". Der Titelsong, "Cry,Cry,Cry" oder "I'll take care of you" ziehen einem auch heute noch förmlich den Boden unter den Füßen weg. Versehen mit zwei Bonus-Tracks und einem ausgezeichnetem Remastering gilt hier nur eins: Unbedingte Kaufempfehlung. Und dann gleich weiter bei dem zweiten ganz "Großen" von Duke Records: O.V. Wright (da ist mensch dann auch tatsächlich beim Soul angelangt)!