WARNUNG:
Dieser Film gehört NICHT zum leicht verdaulichen Mainstream bzw. einfach zu konsumierenden Popcornkino, er entspricht nicht dem breiten Massengeschmack und war seinerzeit auch leider kein Kassenerfolg, sondern er zählt vielmehr zur seltenen Gattung der höchst anspruchsvollen, nachdenklich stimmenden, vollkommen eigenständigen und künstlerisch wertvollen Literaturverfilmungen.
Regisseur Fred Haines und Kameramann Tomislav Pinter haben mit großem Idealismus, sowie mit viel Können und Liebe zum Detail, von der berühmten Romanvorlage von Hermann Hesse, einen äußerst niveauvollen, unheimlich tiefgehenden und außergewöhnlich surrealistischen Film mit durchweg großartigen Schauspielern produziert. Außerdem entsprechen die weitgehend mysteriösen, teilweise unwirklich, leicht geheimnisvoll und manchmal auch etwas abstrakt wirkenden Drehorte und Filmkulissen, ausgezeichnet der surrealistischen Atmospähre des Buches.
Kein geringerer als Max von Sydow, wurde mit der Rolle des Harry Haller, dem Alter Ego von Nobelpreisträger Hermann Hesse kongenial besetzt und spielt die Zerissenheit der Persönlichkeit des Harry Haller in seiner "Midlife Crisis" recht eindrucksvoll. Während des Films werden sowohl die Oberflächlichkeit und Engstirnigkeit des Spießbürgertums, als auch der Irrsinn des Krieges aufgearbeitet. Letztendlich geht es darum, den Menschen auf der ewigen individuellen Suche nach sich selbst zu zeigen, während sich die äußere Welt spiralförmig immer weiter in Richtung Wahnsinn bewegt.
Sicherlich, dieser Film ist offenbar keine leichte Kost und augenscheinlich auch nicht jedermanns Fall, aber für mich ist dies eine der beeindruckendsten und faszinierendsten Literaturverfilmungen die ich je gesehen habe; und für Liebhaber des Surrealismus, aber auch des anspruchsvollen Kinos mit Niveau, ist dieser Film bestimmt sehr empfehlenswert.