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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bibel der Individualität, 16. November 2008
Ein Freigeist in der Sinnkrise: Harry Haller hält sich selbst für einen »Steppenwolf« und steckt in einer tiefen Depression. Er führt eine Hassliebe zur normalbürgerlichen Welt und hat den rechten Bezug zu ihr verloren. Nichts bereitet ihm mehr Freude. Stattdessen hat Harry nur noch die Kunst und seinen Idealismus im Sinn. Er verurteil jeden, der nicht auch von seinem hohen Wissensstand ist. Niemand versteht ihn dabei.
Den einzigsten Ausweg für ein Geschöpf, wie Harry sich für ein Solches hält, sieht er im Suizid. Doch dann hat er eine schicksalhaft Begegnung mit eine Frau namens Hermine, die auf mysteriöse Weise mit Harry verbunden scheint. Sie macht mit Harry einen Pakt: Sie will ihm wieder die Freude am Leben beibringen. Wenn ihr dies gelingt, soll er sie dafür töten.
Die Probleme, mit denen Haller in seiner Depression zu kämpfen hat, sind nicht aus der Luft gegriffen. Jeder halbwegs individualisierte Mensch und besonders solche, die bereits an einer Depression gelitten haben, verstehen Harrys Leiden. Die Nähe des literarischen Alter Egos zu seinem Erschaffer machen die Gefühle, die im »Steppenwolf« zum Ausdruck kommen, noch greifbarer.
Mit Hochspannung verfolgt der Leser den abenteuerlichen Läuterungsprozess, den Hermine Harry durchlaufen lässt. Dabei hat Harry zahlreiche surreale Erlebnisse mit großen Künstlern, Frauen, Drogen, Gewalt und der Bestie in seinem Innern. Auch die starke Tiersymbolik beeindruckt den Leser. Harrys Steppenwolftum wird so zum Sinnbild der scheinbaren Unvereinbarkeit von künstlerischer Individualität und Bürgerlichkeit.
Man kann bei »Der Steppenwolf« wohl von Hesses wichtigstem Werk sprechen. Hätte er dieses Werk nicht geschrieben, er hätte wohl nie seinen heutigen Stellenwert erlangt.
Ich kann den »Steppenwolf« nur uneingeschränkt weiterempfehlen. Es handelt sich dabei um mein Lieblinsbuch von meinem Lieblingsautoren. Mittlerweile habe Ich den »Steppenwolf« schon als Theateraufführung genossen und zweimal gelesen und bekomme einfach nicht genug davon. Es handelt sich um eines jener Bücher, welche man immer wieder lesen kann, und an welchen man immer wieder etwas neues entdeckt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht nur für ältere Semester, 18. Dezember 2008
Harry Haller oder der Steppenwolf, wie er sich selbst bezeichnet, hat besonders ein Problem: zwei Seelen wohnen, Ach!, in seiner Brust - eine menschliche und die eines Wolfs. Aber damit wäre noch lange nicht alles gesagt, im Gegenteil: Um den Menschen Harry H. überhaupt verstehen zu können, müssen wir viel tiefer gehen, viel weiter ins Herz seines Lebens vorstoßen.
Als annähernd 50-Jähriger bezieht Harry eine Mansarde im Dachstock einer bürgerlichen Familie. Die Frau des Hauses, eine ältere Dame, schließt den Fremden sofort in ihr Herz, ihr Neffe jedoch ist anfangs etwas skeptisch gegenüber dem neuen Mieter. Schließlich führt der Fremde alles andere als ein geregeltes Leben. Er arbeitet nicht, bleibt oft nächtelang fort und betrinkt sich regelmäßig. Erst nach der plötzlichen Abreise des Harry H. erfährt der Neffe seine ganze Geschichte, denn im Nachlass des Mieters befindet sich ein Manuskript, das Harry während seines Aufenthalts geschrieben hatte. Die Erzählung beginnt hier aber erst richtig, denn man erfährt nach und nach was der Steppenwolf während seiner Zeit bei der Bürgersfamilie getrieben hat, wie er gehadert hat mich sich und dem Leben. Kurz bevor er sich das Leben nehmen will, trifft er Hermine. Sie bringt ihm nicht nur das Tanzen bei, nein sie macht ihn auch mit Pablo und Maria bekannt und führt ihn so zurück ins Leben. Im Magischen Theater lernt er nicht nur sich und seine verschiedenen Persönlichkeiten kennen, er nähert sich auch den Unsterblichen, seinen Ikonen, vor allem Mozart, der ihn sogar mit dem Jazz versöhnt. Am Schluss wird er von ihnen zum Leben verurteilt und er begreift alles.
"Oh, ich begriff alles, begriff Pablo, begriff Mozart ...,ahnte erschütternd den Sinn, war gewillt das Spiel nochmals zu beginnen, seine Qualen nochmals zu kosten, vor seinem Unsinn nochmals zu schaudern, die Hölle meines Innern nochmals zu durchwandern."
Hermann Hesse wurde mit diesem Roman zum Wegweiser für eine ganze Generation, obwohl nicht unumstritten, denn es wird Hesse eine alkohol- und drogenverherrlichende Position vorgeworfen, die aber meiner Meinung nach deutlich übertrieben ist, da Hesse in keinster Weise den Leser dazu verleitet selbst in dieser Richtung tätig zu werden. Vielmehr möchte er, wie auch im Siddharta, die Selbstsuche, die Persönlichkeitsbildung und den Wert des Lebens in den Vordergrund stellen. Aber er stellt sich auch gegen das Bürgerliche und den Krieg, die er beide sehr verabscheut.
Für mich ist der Steppenwolf in vielerlei Hinsicht ein großer Roman. Seine psychoanalytischen Aspekte, die wohl auf Hesses Kontakt zu Carl Gustav Jung zurückzuführen sind und die anti-kriegerische Tendenz machen ihn sowohl für Ältere als auch für die Jugend der heutigen Zeit interessant.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Spiegel der Moderne, 27. Januar 2009
Der Steppenwolf von Hermann Hesse, das klingt für viele vermutlich nach trockener Schullektüre. Doch weit gefehlt, der Steppenwolf ist eine meisterhaft erzählte Studie über Sinn und Unsinn des Lebens.
In sehr düsterer Atmosphäre gehalten durchlebt die Hauptfigur Heinrich Haller hier die Tiefen seiner Seele, die Mannigfaltigkeit der verschiedenen Charaktere die in jedem von uns stecken und stellt sich selbst die Frage nach dem Sinn seines Lebens, dessen er nur allzu überdrüssig geworden ist.
Aus tiefster Jenseitssehnsucht heraus wird ihm aufgezeigt, welch oberflächliche Freuden das Leben neben tiefgehenden Themen auch bieten kann. Gleichzeitig zeigt sich hier eine Art Gesellschaftsanalyse, die nach wie vor aktuell ist, zeigt die Entfremdung des modernen Menschen von sich selbst und dem Gefühl von Glück jenseits kurzfristiger Freuden.
Ein Buch, dass sehr zum nachenken anregt, allerdings eine sehr depressive Grundstimmung verbreitet. Nichts für Leute also, die nach einem "Gute Laune-Buch" suchen ;-)
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