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Der Steppenwolf [Gebundene Ausgabe]

Hermann Hesse
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (118 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 229 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 9 (1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351803152X
  • ISBN-13: 978-3518031520
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (118 Kundenrezensionen)
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Hermann Hesse
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Produktbeschreibungen

From Publishers Weekly

While it's good for a titter to picture Peter Weller in full RoboCop gear reading Hesse's classic novel of intellectual absorption with the primeval, it is not entirely necessary for full appreciation of his reading. Weller, who has a Midwestern folksy personability, reads Hesse less as a work of great literature than a philosophical manual, meant to be studied for personal improvement. Hesse can be forbidding, even for the teenage readers who often discover literature through him, so Weller wisely renders his novel familiar, comfortable and friendly. Currently wrapping up a Ph.D. at UCLA in Italian Renaissance art history, Weller has clearly been taking lessons in sounding professorial—entirely apropos here. (Apr.)
Copyright © Reed Business Information, a division of Reed Elsevier Inc. All rights reserved. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Steppenwolf
OA 1927 Form Roman Epoche Moderne
Hermann Hesses Geschichte des in sich zerrissenen Intellektuellen Harry Haller schildert radikal die Lebenskrise eines 50-jährigen Mannes. Zugleich übt der Autor Zeitkritik, indem er den Gegensatz zwischen der untergehenden europäischen Kultur und der wachsenden amerikanischen Technokratie herausstellt und eine überpersönliche, zeitlose Gegenwelt des Geistes und der Kunst entwirft. Die Bedeutung der Erzählung liegt in ihrer komplexen Struktur und in der existenzialistischen Problemstellung, die ein literarisches Novum darstellte und zur Erneuerung der Romanform beitrug.
Entstehung: Im Winter 1925/26 entstanden einige Gedichte, die Hesse unter dem Titel Der Steppenwolf. Ein Stück Tagebuch in Versen in der Neuen Rundschau veröffentlichte. Vom 15. Dezember 1926 an arbeitete er mehrere Wochen fast ununterbrochen am Prosatext. Das Herzstück, das Tractat vom Steppenwolf, erschien 1927 als Vorabdruck in der Neuen Rundschau.
Inhalt: Der Außenseiter Harry Haller leidet an sich und an der Welt des Bürgertums, von der er sich abgestoßen und doch auch angezogen fühlt. Der vom Grauen des Ersten Weltkriegs und von der Oberflächlichkeit seiner Zeit angeekelte Melancholiker sieht sich selbst als gespaltene Existenz: Mensch und Wolf als Sinnbild des Humanismus und des Animalischen im Menschen liegen in einem ständigen, erbitterten Kampf. Bevor sich der vereinsamte und der Gesellschaft entfremdete Haller das Leben nehmen kann, trifft er die Prostituierte Hermine, die Harry in die sinnlichen Freuden des Lebens einweiht.
Auf dem Weg in das Magische Theater, einem Seelenspiegel, fällt Harry das Tractat vom Steppenwolf in die Hände. Darin seziert ein scheinbar Unbeteiligter Harrys Seelenzustand und führt ihm die Gefährlichkeit seiner allzu einfachen Selbstanalyse vor Augen. Im Magischen Theater seines Freundes Pablo erlebt der Protagonist in einer visionären Rauschgiftorgie unter anderem eine Hochjagd auf Automobile, eine Anleitung zum Aufbau der Persönlichkeit und eine Steppenwolfdressur. Im Olymp der Unsterblichen begegnet ihm Mozart (Pablo) und rät ihm, das Leben und Lachen zu erlernen. Letztlich ist Harry für einen erneuten Einsatz im Spiel des Lebens bereit: »Einmal würde ich das Figurenspiel besser spielen. Einmal würde ich das Lachen lernen. Pablo wartete auf mich. Mozart wartete auf mich.«
Aufbau: Das Werk gliedert sich in drei Abschnitte: das Vorwort des Herausgebers, das Tractat vom Steppenwolf und die Aufzeichnungen Harry Hallers. Die Erzählperspektive wechselt: Im Vorwort schildert der Neffe von Hallers Hauswirtin seinen persönlichen Eindruck vom Steppenwolf, im Traktat beschreibt ein scheinbar Außenstehender mit kühler Objektivität ein Spiegelbild von dessen zerrissener Existenz. In den Aufzeichnungen schließlich schildert Haller selbst seine Erlebnisse.
Wirkung: Die Reaktion auf die Auseinandersetzung Hesses mit dem Bürgertum und die schonungslose Offenheit seiner selbstbiografischen Beichte war geteilt: Sie reichte von scharfer Ablehnung bis zur begeisterten Zustimmung – Letztere insbesondere bei der Literaturkritik. Hesse bezeichnete den Steppenwolf als »dasjenige meiner Bücher, das öfter und heftiger als irgendein anderes missverstanden wurde«. Zwar gehe es darin um Krankheit und Krise, am Ende stehe jedoch die Heilung, nicht Tod und Untergang.
Es war der Steppenwolf, der – vor allem in den USA – während der 1960er Jahre die große Hesse-Renaissance auslöste. Dabei wurde der Roman vielfach missverstanden als Plädoyer für den Konsum von Drogen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Rezension bezieht sich auf: Der Steppenwolf (Gebundene Ausgabe)
Harry Haller ist eine gespaltene Persönlichkeit. Er glaubt aus zwei Naturen zu bestehen, Mensch und Wolf, Kultur- und Triebwesen. In der bürgerlichen Gesellschaft ist er ein Intellektueller und Außenseiter, der zunehmend depressiv wird und an Selbstmord denkt. Doch eines Nachts bekommt er scheinbar zufällig den mysteriösen Text "Tractat vom Steppenwolf" in die Hände, in dem von ihm selbst die Rede ist. Schonungslos wird Harry auf seine persönlichen Irrtümer hingewiesen und er wird aufgefordert, zu seiner Heilung das "Magische Theater" aufzusuchen. Er macht die Bekanntschaft der Prostituierten Hermine, die sein Triebleben aufblühen lässt, und des Saxophonspielers Pablo, der ihm Drogen verabreicht und ihm eine Art Seelenspiegel vorhält. Harry sieht in sein eigenes Unterbewusstsein und muss erkennen: Er ist nicht nur Mensch und Wolf, sondern ein noch weit vielfältigeres Wesen. Ihm fehlen nur der Humor und die Gelassenheit, sich als solchermaßen gespalten zu akzeptieren. Hesse zergliedert im Roman die Seele seines Helden, der wohl nicht zufällig die gleichen Initialen hat wie der Autor. Ein vielschichtiges Buch, das Hesses internationalen Ruhm begründete und das auch heute noch fasziniert.
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Poetisch, modern und inspirierend, 15. April 2007
Von 
A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Steppenwolf (Gebundene Ausgabe)
Zwischen den Jahren 1925 und 1927 entstand "Der Steppenwolf", einer der bis dato experimentellsten Romane in deutscher Sprache. Vergleiche mit James Joyce' "Ulysses" sind nicht fehl am Platze - Hesse hat ohne Zweifel einen hochmodernen, poetischen Roman voller ethischer Fragestellungen geschaffen. Bedauerlicherweise sahen das die Zeitgenossen nicht so. Von wenigen Schriftstellerkollegen Hesses abgesehen, stieß das Werk bei einem breiten Publikum auf keine allzu positive Resonanz. In der NS-Zeit war der Roman zwar nicht verboten, aber er erlebte auch keine neuen Auflagen. Und nach Kriegsende geriet der "Steppenwolf", trotz des Nobelpreises seines Schöpfers (1947) in Vergessenheit. Bis, ja bis ihn schließlich die Nach-Vietnam-Generation in den USA wiederentdeckte. Die Wirkung hat bis heute angehalten, wo Hesse nun aufgrund seiner ethisch-spirituellen Sichtweisen enorm populär ist.

"Der Steppenwolf" ist die Geschichte Harry Hallers - eines Künstlers. Harry Haller, Schriftsteller, taucht eines Tages in einer deutschen Stadt auf, führt ein zurückgezogenes Leben und verschwindet plötzlich wieder. Hinterlassen hat er ein Manuskript, genannt "Harry Hallers Aufzeichnungen. Nur für Verrückte". Darin offenbart sich die Geschichte einer vereinsamten Existenz, die sinnentleert erscheint. Harrys Suizidgedanken verflüchtigen sich, als er, angeregt durch die Bardame Hermine, die Amüsierwelt kennenlernt. Sinnenfreuden und Triebhaftigkeit erwachen in dieser Welt aus Musik, Tanz und Erotik. Das Freudenmädchen Maria bringt ihn auf den Höhepunkt dieser Genusswelt. Doch Harry ist sich darüber im Klaren, dass der völlige Gegensatz zu seinem bisherigen Leben auch nicht "seine" Welt ist. Er muss sich finden, neu erfinden. Und gelangt schließlich ins "Magische Theater". Einem Seelenspiegel gleich werden ihm hier die Ausformungen seines Ich vor Augen geführt. Eine Reise in die Abgründe und lichten Höhen der menschlichen Existenz.

Harrys Lebenskrise speist sich teilweise aus dem Ungenügen der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Ein Krieg ist gerade vorüber und die Menschen haben nichts anderes im Sinn, als den nächsten Krieg vorzubereiten. War diese Welt immer so, ist sie überhaupt veränderbar? Die Antwort kann ein jeder aktiv geben. In diesem Sinne schreit der Roman nach Veränderungen und wurde deshalb nicht umsonst von einer kriegs- und patriotismusmüden Generation wiederentdeckt. Letztlich ist "Der Steppenwolf" eine Verehrung des Menschen: Seine Möglichkeiten sind, genau wie sein Seelenreichtum, gewaltig. Es gilt, diese Fähigkeiten zu entdecken und voranzutreiben. Und wenn man auch dabei versagt, so kann die Einsicht über das Versagen immer zur Weiterentwicklung führen. Oder, wie es Harry sagt: "Einmal würde ich das Figurenspiel besser spielen. Einmal würde ich das Lachen lernen."

Existenzialistisch in der geistigen Ausrichtung. Poetisch in der Sprache, komplex in der Erzählstruktur. Herausfordernd und hinterfragend. Hermann Hesses "Steppenwolf" ist vieles. Und ohne Zweifel einer der besten Romane, die in deutscher Sprache geschrieben wurden.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Essentiell, tiefgründig, anrührend, 19. August 2007
"Der Steppenwolf" ist Hermann Hesse's bedeutendster Roman. Erschienen ist er erstmals 1927. Er war der Anlass dazu, dass der Autor schliesslich den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Nach der Veröffentlichung wurde das Werk sehr widersprüchlich beurteilt. Einerseits wurde es von vielen Lesern aufgrund seiner schonungslosen Darstellung des "exzessiven Drogenmissbrauchs und der sexuellen Perversionen" abgelehnt, aber in literarischen Kreisen auch begeistert aufgenommen. Heute ist das Werk unheimlich populär. In Schulen wird es oft als Pflichtlektüre behandelt. Mit seinem Inhalt über das spirituelle Suchen seiner Selbst und des existenziellen Bedürfnisses nach Leben ist dieses Buch für jung und alt zeitlos.

Harry Haller, ein 50-jähriger Mann, der stets auf der Suche nach einer Welt ist, die es nicht wirklich gibt, ist ein Charakter mit unzähligen verschiedenen Persönlichkeiten. Eine Seite bildet der Mensch, das intellektuelle, geistig reich interessierte, offenherzige und bürgerliche Wesen. Die andere Hälfte ist der Wolf, die biedere, triebgesteuerte, wilde und weltverachtende Seite. Haller kann sich mit der gegenwärtigen Weltlage nicht anfreunden, fühlt sich in der unmittelbaren Umwelt nicht wohl, irgendwie deplatziert. Er kennt all die grossen Künstler aus früheren Jahrhunderten wie Mozart oder Goethe sehr gut, lebt gedanklich lieber in dieser Zeit. Diesen grossen Persönlichkeiten fühlte er sich schon immer sehr nahe. Er verbringt sein Leben als einsamer Aussenseiter, bis die lebenshungrige Hermine in sein Leben tritt. Sie eröffnet ihm, dass sie ihn in sich verliebt machen will, damit der Steppenwolf das Leben und Lachen lernt. Weiterhin bringt sie ihm das Tanzen bei und stellt ihm ein Mädchen vor, welches ihm Vergnügen bereiten sollte. Diese Dinge fangen mit der Zeit dann plötzlich an, ihm zu gefallen, er erkennt sich auf einmal selbst nicht mehr und sein Innenleben befindet sich abrupt in einem grossen Zwist, welcher dann letztendlich in sich kollidiert.

Der Roman stellt die Frage, wozu und warum man existiert, wo man hingehört. Wo das spirituelle Ziel eines jeden Individuums liegt, wer man überhaupt ist. Das Buch ist in einer traumhaften, lebendigen Sprache geschrieben und versteht es, wünderschöne, poetische Bilder des Alltags im Leser wach zu rufen. Es erinnert uns an die vielen unvergänglichen und wichtigen Momente, die das Leben auszeichnen und wirklich lebenswert machen, aber auch daran, dass man erst ganz glücklich und lebensfreundlich werden kann, wenn man sich selbst im Innern versteht und gefunden hat.

Fazit: Ich weiss nicht, ob meine Worte dem Roman überhaupt gerecht werden. Es ist ein Buch voller grosser Poesie, geschrieben in einer wunderschönen, warmherzigen Sprache. Die Erzählstruktur ist intelligent und anspruchsvoll.

"Der Steppenwolf"ist sicherlich einer der essentiellsten Romane, die im 20. Jahrhundert erschienen sind und eines der wenigen Bücher, die es echt wert sind, mehr als einmal gelesen zu werden.
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