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Und tatsächlich klingt sein Album, wenn man es aufmerksam hört, sehr nach Pavement, vom Gefühl her ist es allerdings etwas komplett anderes. Malkmus macht unterhaltsamen, emotionalen und intelligenten Gitarren-Pop, der mit jedem neuen Lied eine andere Geschichte erzählt. Laut eigenem Bekunden war die Vielfalt sein besonderer Wunsch, und die Erfüllung ist ihm ohne Zweifel gelungen.
Beim Hören des Albums öffnet sich eine wahre Schatztruhe voller Songperlen wie das melodisch rockende "Jo Jo Jacket" oder "The Hook" mit der seltsamen Geschichte einer Entführung; das eingängige "Phantasies" bleibt ebenso hängen wie das gefühlvolle "Church On White". Wenn kurz vor Schluss dann die Slide-Gitarre von "Trojan Curfew" erklingt und vorsichtig auf den Abschied vorbereitet, ist das Album auf einmal viel zu kurz. Steve Malkmus und seine MitmusikerInnen mögen ihre Musik sehr und ganz, ganz sicher werden sie mit dieser Meinung nicht allein bleiben. --Andrea K. Heil
Gleich vorweg: Der Low-Fi-Charme ehemaliger Pavement Meilensteine wie CR2X oder SE (Fans wissen wovon ich spreche) gehört der Vergangenheit an, damit müssen wir uns endgültig abfinden. Auch hat Mr. Malkmus keinen Kracher á la "Cut Your Hair" mehr im Gepäck. Aber der smarte Herr aus Portland/Oregon schafft es umso mehr, über die gesamte Dauer der 12 Songs zu unterhalten, sei es mit ansteckenden Melodien, seinem typisch lakonischen Wortwitz oder zerbrechlich-melancholischen Soli. In erstere Kategorie fielen beispielsweise die Songs JOJO'S JACKET, THE HOOK, oder JENNY & THE ESS-DOG. Allesamt heitere Geschichten, in typischer Malkmus-Manier in catchy Pop-Melodien verpackt, während es bei CHURCH ON WHITE, PINK INDIA oder TROJAN CURFEW eher melancholisch zur Sache geht. Und mit dem Opener BLACK BOOK und der Single DISCRETION GROVE kommen auch die Fans von gitarrenlastigeren Stücken auf ihre Kosten!
Posthum müssen wir feststellen, daß die Auflösung von Pavement vielleicht gar keine so schlechte Sache war, denn auch Spiral Stairs hat ein gutes Album abgeliefert und man darf gespannt sein was uns SM und seine Jicks im Frühjahr 2003 zu bieten haben, wenn "Pig Lib" erscheinen soll... das Debüt hat sich jedenfalls bisher beharrlich in meinem CD-player gehalten...
Das erste Solo-Album von Stephen Malkmus bringt nicht den von einigen erwarteten Bruch mit früheren Band-Zeiten, sondern knüpft direkt an das letzte Pavement-Album an (das ohne das eigentlich obligatorische Stück des Gitarristen Spiral Stairs sowieso fast den Charakter eines Malkmus-Soloalbums hatte), und zwar zum Glück nur an dessen beste Seiten: Der rockige Opener, "The Black Book", hat ein bisschen 'was von "Cream Of Gold", und auch die anderen Highlights des Pavement-Albums, die Pop-Rock-Perlen "Spit On A Stranger", "Major Leagues" und "Carrot Ropes" (zugleich die drei Single-Auskopplungen) würden vom Sound und der Stimmung her gut auf diese Platte passen.
Zugleich klingt dieses Album irgendwie entspannter und, ja, positiver, so als könnte Malkmus nach den nicht immer einfachen letzten Jahren mit Pavement befreit und erleichtert aufspielen. Die Songs sind von der Struktur her meist unkomplizierter und eingängiger, ohne (oder sagen wir: fast ohne) die von Pavement bekannten Harmonie-Brüche, und haben durchweg Ohrwurm-Qualitäten. Malkmus' "neue Freiheit" zeigt sich außerdem an den noch konsequenteren Stilwechseln von Song zu Song.
Als Pavement-Fan freut man sich als erstes über die Single "Jenny & The Ess-Dog", die sich mit ihrem typischen Malkmus-Kinderlied-Groove unmittelbar in die Liste der ewigen Pavement-Lieblingssongs ("Give It A Day", "Shady Lane", ...) einreiht. Das ironisch-rockige "Discretion Grove" lässt sogar Erinnerungen an frühe "Slanted & Enchanted"-Zeiten wach werden, wenn es auch insgesamt etwas abgeklärter klingt. Herrlich ist das langsame "Trojan Curfews" mit Slide-Gitarre, bei dem wirklich die Sonne aufgeht.
Malkmus präsentiert sich nicht nur als der bekannte Melodiker und Erfinder einprägsamer vocal lines: Nach dem fröhlichen Dilettantismus früher Jahre zeigt er auf dieser Platte auch seine Fähigkeiten als Gitarrist. Die Lyrics wechseln von den bekannten Nonsense-Aneinanderreihungen, von denen sich immer wieder erstaunliche Text-Fetzen einprägen ("I'm not what you think I am / I am the king of Siam") ab und zu in regelrechtes Storytelling über: Neben der Geschichte von "Jenny & The Ess-Dog" erzählt Malkmus u.a. von seiner Entführung durch türkische Piraten ("The Hook").
Diese Platte ist sehr unterhaltsam und nutzt sich auch nach mehrmaligem Hören nicht ab, wie ich heute, genau zwei Jahre später, garantieren kann. Ein schönes Pop-Rock-Album!
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