Damals im Jahre 1996 kam ich zum ersten Mal in den Genuss dieses zugegebenermaßen recht abstrakten Films. Mit einer unfassbaren Unbegreiflichkeit wurde ich da konfrontiert. Die bizarre Mischung aus Zeitreise und Destruktion war irgendwie unheimlich, mysteriös und nichteinmal ansatzweise mit Gegebenheiten der Realität vergleichbar... Vor Kurzem habe ich mich wieder an dieses Machwerk erinnert, es gekauft und angesehen. Was soll ich sagen: Der alte "charme" ist immer noch vorhanden! Es ist einfach grandios, wie die verschiedensten, klar definierten Charaktere interagieren, um mit Ihrer Situation fertig zu werden. Es gibt einige Passagen im Film, die dem typischen Actionfilmfan vermeintlich wenig "Inhalt" bieten, beispielsweise ein paar langgezogene Innenaufnahmen in Flugzeug. Jedoch soll Langoliers auch nicht den schnellen Actionboy, sondern vielmehr den Grübler, Tüftler und den Nachdenklichen ansprechen. Hier steht nicht die Schock-Angst sondern eher eine langgezogene Beklemmung im Vordergrund, die einer Erklärung bedarf, nicht nur die simple Adrenalinausschüttung... Die besagten Flugzeugszenen lassen einem Zeit, in die besondere Atmosphäre des Films einzutauchen und sich mit allen irrealen und anderen sonderbaren Beobachtungen auseinander zu setzen. Man bekommt die nötige Zeit, um sich selbst ein Puzzle zu bauen, um auf des Rätsels Lösung zu kommen. Das erzeugt Spannung. Nochmal zum Thema Charaktere: Einige Kritiker haben die Schauspieler und deren Inszenierung bemängelt. Das kann ich nicht nachvollziehen, ich empfinde den Gesamtauftritt aller Flugzeuginsassen als sehr authentisch und angenehm. Stephen King erzählt hier nunmal keine Geschichte über irgendwelche hochgezüchteten, kommerziellen und künstlichen Superstars, vielmehr sind es ganz gewöhnliche Menschen "aus der Mitte" der Gesellschaft, die plötzlich aus ihrem normalen Leben gerissen werden. Thema Athmosphäre: Immer wieder wird das Geschehen durch interessante Klaviertöne belebt, oft ist aber auch einfach Stille angesagt. Die Special Effects sind natürlich nicht mit heutigen Möglichkeiten vergleichbar... trotzdem würde ich sie nicht abwertend beschreiben, vielmehr unterstützen sie noch den abstrakten Faktor des Films!