...es sind reichlich King-Storys, die auf der Dreier DVD-Box gezeigt werden. Und die Qualität, zumindest was Umsetzung und Spannung angeht, ist sehr unterschiedlich.
Zunächst einmal muss positiv angemerkt werden, dass es auf der Box eine Menge King für einen relativ günstigen Preis gibt. Bei den verwandten Kurzgeschichten des Meisters handelt es sich nicht unbedingt um das erlesenste Material, das King je produziert hat. Es wurden eher kleine, nichtsdestotrotz manchmal auch feine Storys umgesetzt, die bisher nicht im Rampenlicht des großen Erzählers aus Maine erstrahlten. Genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Ist zum Beispiel die Story Battleground genial umgesetzt worden; eine Geschichte, in der nicht ein Wort gesprochen wird und in der sich William Hurt in eindrucksvoller Manier gegen eine wildgewordene Armee von Spielzeugsoldaten zur Wehr setzt, so fällt das Niveau beim nächsten Kapitel Crouch End beachtlich nach unten ab. In Geschichte drei sehen wir William H.Macey als Privatdetektiv, der plötzlich erkennen muss, dass er lediglich eine Romanfigur ist. Wie Macey damit umgeht, das ist mehr als sehenswert. Auch die Story der beiden Brüder, die mit einem neuen chemischen Wirkstoff die Welt in einen friedlichen Platz verwandeln möchten; natürlich ein Vorhaben das King desaströs enden lässt, ist unterhaltsam und spannend. Dafür geht es im Fifth Quarter wieder einmal bergab mit dem Unterhaltungswert, der durch Tom Berenger und dessen alptraumhafter Begegnung mit einem mysteriösen Bild wieder drastisch angehoben wird. Und da bleibt er auf DVD3 auch. Greta Scacchi und Robert Thomas in Autopsieraum 4, das ist jede Pore ein echter King, fantastisch und kreativ umgesetzt. Neben Battlerground das Highlight der Box. Rock'n Roll Heaven setzt dann einen hochwertigen Schlusspunkt, mit jeder Menge toter Rock'n Roller. Sehr unterhaltsam!
Dieses Auf und Ab macht es einem ziemlich schwer, eine gerechte Bewertung zu finden. Es sind Episoden in der Box, die jederzeit fünf Sterne verdient haben. Andere wären mit drei ebenso gut bedient.
Alles in allem sind auf -Nightmares and dreamscapes- bis auf zwei Ausnahmen, nicht die typischen Stephen-King-Storys vertreten. Das, was davon umgesetzt wurde ist von genial bis mittelmäßig gelungen. Wer King-Fan ist, der weiß natürlich, dass eine mäßige Geschichte Stephen Kings noch immer um Klassen besser ist, als der große Rest anderer Storys aus dem Genre. Also: Ran an den DvD Player, anschauen und selbst entscheiden, wo man sich ärgern und wo man sich freuen darf, wenn der Horror aus Maine als Gast nach Hause eingeladen wird.