Ich muß zunächst zwei Tatsachen gestehen: ich bin zum einen Musiker, zum anderen bedingungsloser Fry-Junkie. Was mich eigentlich von vornherein als befangen einstufen und somit als Rezensenten ins Glaubwürdigkeitsabseits schießen mag. Bloß: was Stephen Fry mit dieser seiner ganz persönlichen Zusammenfassung der Musikgeschichte geschaffen hat, ist nichts weniger als ein Geniestreich. Detailverliebt wie eh und je, frech-intelligent wie man ihn etwa von "Der Lügner" oder "Paperweight" kennt, dabei stets akkurat in der Darstellung des musikologischen Sachverhalts.
Der Schalk, der Fry im Nacken sitzt (ja, dort wohnt) meldet sich spätestens drei Sätze weiter. Von jedem beliebigen Wort aus gesehen. Hymnisch, respektlos, respektvoll, demütig, Stefan-Raab-frech; alles da.
Wenn Sie sich mit klassischer Musik auskennen, werden Sie aus dem Schmunzeln nicht herauskommen. Wenn Sie sich nicht mit klassischer Musik auskennen, werden Sie es (nach der Lektüre) auf jeden Fall tun. Und zwar besser als ich studierter Musiker. Auf unterhaltsamste Art und Weise.
Zum Thema Sprache: es wimmelt von kleinen Wortspielereien, Edel-Kalauern usw. so daß die englische Fassung auf jeden Fall der (noch nicht erschienenen) deutschen Übersetzung vorzuziehen ist.
Meine herzlichste Empfehlung: kaufen, lachen, lernen.