Meine erste Rezension ist inzwischen rund 7 Jahre alt. Seither hat sich eine Menge geändert; sei es im Bereich der diskutierten Wissenschaft, sei es im Bereich der wissenschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit. Diese Rezension bezieht sich wesentlich auf den Teil 2, während ich seinerzeit beide DVD in einer Rezension zusammengefasst habe. Um ein Rückspringen unnötig zu machen, habe ich die heute noch gültigen Passagen belassen.
Stephen Hawking gilt als der wohl derzeit größte Kosmologe weltweit. Wer darüberhinaus BBC-Dokumentationen aus dem TV kennt, für den wären beide DVD beinahe ein "Muss". Hinzu kommt, daß das Inhaltsverzeichnis auf die tatsächlich bedeutendsten Forschungen mit Erkenntnissen der Zeit um 1997 schließen lässt.
Umso größer zunächst meine Enttäuschung, nachdem ich schließlich beide DVD gesehen hatte.
Zur Sprachoption: Die deutsche Fassung wird "über" das englische Original gesprochen, was mich einfach nervt, zumindest aber erhöhte Konzentration bedingt; Stephen Hawkings Passagen sind überhaupt nicht übersetzt. Letzteres ist schon im O-Ton schwierig genug, denn der Sprach-Synthesizer ist gewöhnungsbedürftig. Wer aber auf den deutschen Text angewiesen ist, hat hier verloren.
Enttäuschend: Das Bildmaterial untertützt die Themen kaum; teilweise hat das Gezeigte überhaupt nichts mit dem Thema zu tun. Das ist besonders bedauerlich, da es von der BBC, aber auch international wesentlich ansprechenderes Bildmaterial gibt. Nicht zu vergessen die beinahe wegweisenden Leistungen von Wissenschaftlern wie Prof. H. Haber oder H. v. Ditfurth oder Wissenschaftsjournalisten wie V. Arzt, J. Bublath oder R. Yogeshwar.
Dass es aber auch die BBC selbst anders, besser kann, zeigt sie im Bonusmaterial: Schwarze Löcher. Nicht gut, aber besser als im Hauptteil.
Der Inhalt: Die Dokumentation bewegt sich in einer Grauzone, die für Einsteiger sehr anspruchsvoll und für Fortgeschrittene zu oberflächlich ist. Hier kommt der unangemessenen Kombination von Sprache und Bild sehr große Bedeutung zu.
Allerdings kommt man in der Wissenschaft tatsächlich nicht daran vorbei, einen Beitrag vor dem zeitlichen Hintergrund einzuordnen. So gesehen, hat das schon angegebene Bonusmaterial (aus 2001) eine besonders heutzutage fast überraschend große Bedeutung: Die Abhängigkeit der Galaxien von ihren zentralen supermassiven Schwarzen Löchern sowohl im Hinblick auf das Massenverhältnis als auch die Sigma-Werte, also die Geschwindigkeiten der äußeren Sterne. Das bedeutet nicht nur, dass die Entstehung von Galaxien neu beschrieben werden muss, sondern auch die Überprüfung einer der zentralen Gründe für das Vorhandensein der Dunklen Materie.
Mein Fazit: Der zweite Teil ist trotz der genannten Schwächen durchaus empfehlenswert.