Seit 1979 hält Stephen Hawking den Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik an der Universität Cambridge inne, so wie einst Sir Isaac Newton. Er versteht es zu unterhalten, zu lehren, so dass auch wir verstehen oder uns zumindest wundern dürfen. Ich erachte ihn deshalb, ab seiner Fähigkeit anderen, etwas näher bringen zu können, für einen grossen Gelehrten unserer Zeit. Überhaupt sind, wie Sie erfahren werden, diese Astrophysiker recht schräge und durchaus unterhaltsame Zeitgenossen; Einstein bildete da keine Ausnahme.
Die Doku ist ein Streifzug durch die Zeit und beginnt da, wo Menschen den Himmel und die Sterne betrachteten und sich fragten, wie denn das alles funktionierte... Die Doku bleibt dabei behutsam, nie aufdringlich belehrend, aber unterhaltsam ohne reisserisch zu werden. Die Griechen und das "unteilbare" Atom; Aristoteles und Schalen, Optik und erste Teleskope im Mittelalter aus Holland als Spielzeug für Kinder gedacht, Kepler, Kopernikus, Galileo Galilei und die Jupiter Monde; Newton und Äpfel, Dmitri Iwanowitsch Mendelejew und der Aufbau der Elemente (Periodensystem), Becquerel und strahlendes Uran, Marie Curie und zwei Nobelpreise, Spektroskopie und Doppler, X-Rays und Röntgen, Einstein und die Relativität, Hubble und Teleskope, ein katholischer Priester und der Urknall, Quantenmechanik zur Erklärung für ganz Kleines, leider unscharf; Radioteleskope und unendliche Weiten, Quasi stellare Radioquellen, die man der Einfachheit Qusare nannte, Schwarze Löcher, Singularität und der Anfang von Allem (Hawkings Arbeit); Quantenmechanik und Relativität passen einfach nicht zueinander; die Suche nach kleinem und kleinstem, tief unter der Erde; eine Formel für alles und doch nicht; SETI und die Suche nach extraterrestrischer Intelligenz; am Schluss, die String Theorie, kleinste Fäden, die alles bilden und erklären. Da werden kochende Nudeln in einem Topf gezeigt und ich krieg jeweils Hunger.
Vielleicht als Beispiel: Sie kennen Einsteins E=mc2? Energie gleich Masse mal Lichtgeschindigkeit im Quadrat? Ja?
Gut. Zu Beginn (Urknall), da war nur ein "Punkt" Energie und Einsteins Formel lehrt, Energie ist auch Teil und gleich Masse, aus Energie könne also Masse "entstehen", Wasserstoffatome, dann Heliumatome zum Beispiel, die sich später gravitativ anziehen, als Klumpen zu Sternen und Galaxien werden und in ihrem Inneren neue, schwerere Elemente bilden.
Oder in anderer Form: Auch in einem kleinen Teil Masse steckt ungeheure Energie, die bei der Spaltung von Atomen frei wird. Menschen können mit diesem Wissen Waffen oder Kraftwerke bauen.
Die glänzend gemachte BBC Doku erlaubt uns zu lernen, in Interviews, historischen Quellen, kurzen Spielfilmsequenzen, Bildern und vielen Experimenten; alles immer unterhaltsam und klug. Sie macht uns Dinge finden, grosse und ganz kleine.....
5 Sterne.