Ich finde Filme wie "Save the last dance", "Honey" oder "Step up" genial, da ich auf coole HipHop-Tanzchoreographien und gute Black Music stehe. Von Fortsetzungen halte ich aber nicht viel, denn die sind meist mies. "Step Up 2 the streets" ist so eine Fortsetzung, nämlich von "Step Up". Nur dass hier diesmal ein anderer Regisseur mit völlig anderen, unbekannten Darstellern am Werk war und vom Ur-Film "Step Up" nichts mehr übrig ist. Und der Regisseur Jon Chu (nie gehört) ist scheinbar Japaner, und das bei einem Film, in dem es um schwarzen HipHop und US-Ghetto-"Kultur" geht?
Wie so eine Zusammesetzung endet, habe ich schon bei C-Filmen wie "Butterfly Effect 2" und "Final Destination 3" gesehen.
Wie schlecht kann es also werden?
Fest steht: Die Formel "Fortsetzung x neuer Regisseur + neuer Cast = Totalflop" geht hier überhaupt nicht auf. Im Gegenteil, ich bin einfach nur positiv überrascht und von den Socken.
Zur Handlung: Die mittellose Andie ist leidenschaftliche Straßentänzerin und schwänzt regelmäßig die Schule. Ihr Leben gehört seit dem Tod ihrer Mutter der "410", beste HipHop-Gang der Stadt. Ihr alter Kumpel Tyler (Channing Tatum, Hauptdarsteller von "Step Up"!) überredet sie, auf seine alte Schule zu gehen und professionelle Tänzerin zu werden. Dort angekommen lernt Andie den charmanten Chase kennen und wird kurzerhand von ihrer Gang gefeuert. Mit ihren neuen Freunden, allesamt Schulaußenseiter wenn auch super talentiert, gründet Andie eine neue Gang und tritt schließlich im Wettkampf gegen "410" an...
Die Story ist nicht neu, aber vorhanden, so wie es bei Fortsetzungen sonst oft nicht der Fall ist. Was mich, neben den guten Darstellern, absolut vom Hocker gehauen hat, sind die Tanzchoreographien. Die sind nämlich auführlicher, länger, anspruchsvoller und mitreißender als in jedem anderen Film, den ich bisher aus diesem Genre gesehen habe. Dedhalb kann man sich den Film auch immer wieder anschauen. Ob ein spontaner Freestyle Dance treppaufwärts von Andies Kumpel Moose oder der Kampf Andie gegen Tyler im Club, alle Tanzszenen- und Schritte sind erstklassig. Der finale Tanz von Andies neuer Gang im prasselnden Regen auf der Straße toppt einfach alles. Und auch der Soundtrack ist wieder erstklassig. Zwar gibt es einige Rap-Kracher von T-Pain und Missy Elliott, jedoch steht hier diesmal eher souliger R&B à la Akon und Cassie im Vordergrund. Übrigens: die eben erwähnte Cassie spielt auch eine kleine Rolle im Film.
Fazit: Vorurteile ablegen und der Fortsetzung eine Chance geben! Wer sich gerne Tanzchoreos ansieht oder auf HipHop-Dance steht, muss den Film einfach gesehen haben.