Jackie McLean alto sax, Grachan Moncur III trombone, Bobby Hutcherson vibes, Eddie Khan bass, Tony Williams drums.
Um es gleich vornewegzunehmen: ONE STEP BEYOND ist für mich eine der besten Blue Note-Scheiben, vielleicht eine der besten Jazz-Platten aus den frühen 60ern.
McLean hat schon mit seiner letzten Platte LET FREEDOM RING Türen geöffnet, jetzt ist er einen Schritt weiter gegangen, um den abgespielten Hardbop/Soul-Jazz-Klischees zu entkommen.
Eine ausgezeichnete Mannschaft hat er versammelt, als auch ausgewählte Kompositionen von Moncur und ihm selbst. "Saturday and Sunday" hat ein zweigeteiltes Thema (sozusagen zwei Stimmungen), das zwar im Impro-Parcour nicht fortgeführt wird (vielleicht war die Zeit für solche Experimente noch nicht reif), dennoch haben es die Soli in sich!
McLean hat diesen unverwechselbaren, durchdringenden Ton, seine Improvisationen atmen hier stets die Suche nach neuen Formen. Bestimmt ist vor allem Tony Williams (damals 17 Jahre alt) dafür verantwortlich, daß diese Musik eben ein paar Schritte weitergeht. Er pusht die Solisten und verstrickt sie in rhythmische Feinheiten, die zu dieser Zeit so vielleicht nur ein Elvin Jones bieten konnte. Gerade in Kombination mit der etwas kühlen Posaune von Moncur kommt Williams' Nervosität sehr schön zum Tragen. Vielleicht ist der Posaunist nicht der spannendste Improvisator, jedoch sind seine Kompositionen großartig. Und die meisten Aufnahmen mit seiner Mitwirkung sind erste Sahne.
Dann noch Bobby Hutcherson, der maßgeblich zum Sound dieser Platte beiträgt. Allen, die Kreativität im Jazz suchen, sei diese Platte dringend empfohlen.