Vielleicht mag man "Moment Of Truth" oder "Daily Operation", vielleicht auch "Hard To Earn" als bestes Gangstarr-Album nennen; dass die erfolgreiche Karriere des DJ/Rapper-Gespanns aber in den frühesten 90er mit "Step In The Arena" anfing, auf welchem der gedankliche Grundstein hinter Premiers und Gurus simplen, aber genialen Erfolgsrezept dargeboten wurde, darf nicht vergessen werden. Eigentlich steckt hinter dieser Scheibe alles, was die beiden ausmachen und all das, was danach folgte, war nicht mehr oder weniger reine Kopie, auch wenn Diverses perfektioniert wurde.
Dabei hatten die beiden bereits in den späten 80er ihr Debut hingelegt, welches aber ziemlich in Vergessenheit geraten ist (auf Greatest Hits-CDs z. B. sind nie Titel von "No More Mr. Nice Guy" enthalten, wenn ich mich nicht irre) . Auf "Step In The Arena" fing Premier an, einfach gestaltete Beatmuster aufzustellen, die an manchen Stellen minimale Veränderungen aufweisen (beim Hook etwa) und ansonsten gleich bleiben, dabei verwendete er viele Jazz-Elemente und baute sowohl Funk- als auch Soul-Samples ein, die dem musikalischen Ganzen noch das gewisse Etwas verliehen; Boom Bap vom feinsten wurde letztlich kreiert. Und Guru bietet bei seinem Job auch nicht viel Abwechslung, Stimmlage, Geschwindigkeit, Emotionszustand und Intonation werden nicht wirklich großartig geändert - wozu auch? Genauso funktionierte die Gangstarr-Logik und diese war der Grund, weswegen auch alle zukünftige Werke ohne jegliche Ausnahme zu schönen Hörerlebnissen wurden; eine Tatsache, die selten in der Musikbranche auftritt.
Rapper und Produzent/DJ ergänzen sich prächtig, Guru passt zu Premiers Beats wie die Faust aufs Auge, deswegen kann man die CD, die ohne Feature auskommt, auch ohne Skip-Betätigung durchhören. Und das auch heute noch, obwohl mittlerweile über 20 Jahre verstrichen sind; wer hätte gedacht, dass so minimalistische Beats einen so zeitlosen Effekt mit sich tragen? Tracks wie "Who's Gonna Take The Weight?", das trockene und starke "The Meaning Of The Name" oder "Take A Rest" können mit heutigen Hip Hop-Titel mühelos mithalten, wenn nicht sogar diese überbieten; auch das "Execution Of A Chump" möchte ich nicht unerwähnt lassen, bei dem mir die melancholische Atmosphäre gefällt.
Sicher, alle vier Alben, die Gangstarr darauf veröffentlichten, sollten alle mindestens genauso gut werden, meistens sogar besser, zumindest sehe ich das heute so; aber all diese Alben haben ihren "ideologischen" Ursprung eben in dieser CD und deswegen ist sie als was Wertvolles anzusehen, zumindest was gute Hip Hop-Musik angeht.