Es muss im Jahr 1999 gewesen sein, als mir in den USA das Buch "How Stella Got Her Groove Back" (1996 erschienen) in die Hände fiel. Es las sich wirklich sehr gut, war im Stile eines inneren Monologs der Protagonistin gehalten und entfaltete vor allem seinen Charme durch die Differenz zwischen Gedachtem und Gesagtem, sowie dem Unterschied, was man gerne tun würde und wozu man sich am Ende genötigt fühlt, etwas zu tun. Klingt verwirrend? Ist es eigentlich gar nicht! ;)
Im Mittelpunkt steht eine beruflich erfolgreiche und somit wohlsituierte Frau, mit jugendlichem Sohn, vielen Hobbys, sportlich, geschieden aus 1. Ehe, schon längere Zeit Single und wie das halt so ist, wenn man keinen Mann hat: Schwestern und Freunde "machen sich Sorgen" und können einfach nicht von dem Thema lassen. Diese Frau - Stella - hat im Sommer 3 Wochen "sturmfrei" von ihrem Sohn und gönnt sich nun spontan einen Urlaub mit ihrer besten Freundin Delilah. ...
Der Roman ist von Terry McMillan. Einer 1951 geborenen, afrikanisch-amerikanischen Autorin, die auch schon mit 'Waiting for Exhale' einen Roman vorgelegt hat, der sich ganz um das Thema Frauen - Karriere - Liebe dreht und erfolgreich in die Kinos kam.
Für beide Verfilmungen wurde Angela Basset gecastet, die in 'Stella's Groove - Männer sind die halbe Miete'* ziemlich gut ihre Rolle bzw. Rollen als Karrierefrau, Mutter, genervte Schwester und Geliebte ausfüllt. Man nimmt ihr ab, dass sie zwischen vielen Stühlen steht und manchmal nicht weiß, ob sie die richtige Entscheidung trifft.
Für den Film (1998 produziert) wurde nicht das filmische Rad neu erfunden, aber mit Whoopi Goldberg in der Rolle der durchgeknallten besten Freundin Stellas und Taye Diggs** als wesentlich jüngerer Geliebter hat man zwei ansehnliche Gegenspieler für Angela Basset gefunden. Und das Gefühl, man brauche dringend Urlaub und Sonne, kennt zumindest jeder auf die ein oder andere Weise.
Vielleicht verleihen die autobiografischen Züge zur Romanautorin auch noch eine Spur Würze und Glaubwürdigkeit, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Terry McMillan ist zum Zeitpunkt der Romanveröffentlichung:
- erfolgreich in ihrem Beruf
- hat einen Sohn
- verliebt sich in einen mehr als 20 Jahre jüngeren Jamaikaner, den sie auch 1998 heiratet*** &
- lebt außerhalb von San Francisco.
Die Altersfrage - wie alt oder jung darf mein Partner sein - wird zwar jetzt wesentlich liberaler gehandhabt, ist aber noch nicht wirklich ganz vom Tisch (ich spreche da aus Erfahrung). Und auch wenn der Film leider fast völlig vergisst, uns die Gedankenwelt der Protagonistin näherzubringen und viele kleine Details aus dem Buch ändert, kann man sich auf 'Stella's Groove' einlassen, wenn man einen romantischen Abend mit jamaikanisch-amerikanischem Flair genießen möchte.
Die DVD kommt zwar ohne große Extras daher, bietet jedoch vielfältige Sprach- und Untertiteloptionen (individuell ausblendbar).
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*der englische Titel 'How Stella Got Her Groove Back' wurde für die deutsche Übersetzung leider völlig fehlinterpretiert
**Ja, ich geb es zu, vor allem Taye Diggs ist ansehnlich!
***leider ging die Ehe unschön zu Ende
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