Kurzbeschreibung
In Nordwestdeutschland trifft man auf ungewöhnlich viele Großsteingräber. In der Jungsteinzeit, etwa zwischen 3500 und 2700 v. Chr. erbaut, zählen sie zu den ältesten erhaltenen Bauwerken Europas. Die im Mai 2009 eröffnete Straße der Megalithkultur (griech.: mega = groß, lithos = Stein) führt Sie auf einer Strecke von rund 330 km zu den wichtigsten erhaltenen Großsteingräbern zwischen Oldenburg, Wildeshausen, Meppen und Osnabrück. Durch Stippvisiten in Bronze- und Eisenzeit ergänzt, verbindet die Ferienstraße über 70 prähistorische Sehenswürdigkeiten von überregionalem Rang. Der Band STEINZEITZEUGEN begibt sich mit Ihnen gemeinsam auf die Straße der Megalithkultur. Jede Station wird mit Anfahrts- und Zustandsbeschreibung präsentiert, Besonderheiten markiert. Außerdem beantwortet der Band grundlegende Fragen: Warum eigentlich widmete man den Großsteingräbern zu allen Zeiten lobhuldigende Erzählungen, skizzierte und aquarellierte sie, um sie andererseits mutwillig zu zerstören? Wie muss man sich den Lebensalltag ihrer Erbauer vorstellen? Wie gelang es ihnen, die tonnenschweren Steine übereinander zu schichten? Eine Auflistung wichtiger, nicht-prähistorischer Sehenswürdigkeiten im Umfeld der Ferienstraße sowie eine Faltkarte und ein Adressenteil runden den handlichen Reiseführer ab.
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
VORWORT:
"Tief im Nordwesten der Republik, zwischen Osnabrück und Oldenburg, Meppen und Wildeshausen, trifft man auf beeindruckend viele Großsteingräber. Im Volksmund Hünengräber, in Fachkreisen Megalithgräber (mega = groß, lithos = Stein) genannt, entstanden die faszinierenden Stätten während der Jungsteinzeit (Neolithikum), etwa zwischen 3500 und 2800 v. Chr. Sie zählen zu den ältesten erhaltenen Bauwerken Europas und wur-den sogar noch vor den ägyptischen Pyramiden (ca. 2600-1600 v. Chr.) errichtet.
-- Begehrt, verklärt, zerstört --
Heute findet man in Nordwestdeutschland weit mehr als 100 Großsteingräber. Gleichwohl handelt es sich dabei nur um einen Bruchteil, wahrscheinlich um 5-10% des ursprünglichen Bestandes. Denn so betört sich die Menschheit von den jungsteinzeitlichen Meisterwerken zu allen Zeiten zeigte, so sehr setzte sie sie brutaler Zerstörung aus. Woraus aber resultierte dieser zwiespältige Umgang? Wieso erdachte man einerseits geheimnisvolle Sagen, Erzählungen, Gedichte und Geschichten zu den prähistorischen Bauwerken, skizzierte, aquarellierte und fotografierte sie, um sie andererseits mutwillig zu zerstören? Wieso überhaupt finden sich so viele Großsteingräber zwischen Weser und Ems, nicht aber im Süden der Republik? Wer waren die Erbauer und wie muss man sich deren Lebensalltag vorstellen? Wie gelang es ihnen, die tonnenschweren Steine übereinander zu schichten? Diesen und anderen Fragen geht das Buch in einem ersten Teil nach. In einem zweiten Teil begibt es sich mit Ihnen gemeinsam auf die Straße der Megalithkultur. -- Straße der Megalithkultur -- Auf einer Strecke von rund 330 km führt Sie die Straße der Megalithkultur zu den wichtigsten erhaltenen Zeugnissen der Urgeschichte Nordwestdeutschlands. 33 Stationen verbinden über 70 prähistorische Sehenswürdigkeiten von überregionalem Rang – unter ihnen die einzigartigen Osnabrücker Karlsteine (Station 7), die Hoogen Steener (20a), deren Kammer als längste erhaltene Niedersachsens gilt, und der Visbeker Bräutigam (24a), seines Zeichens längstes niedersächsisches Hünenbett. Weitere Höhepunkte bilden die Großsteingräber bei Hekese (10b) mit einer außergewöhnlichen Steinreihe, die berühmte Hünengräberstraße des Hümmlings (16) und natürlich der größte bronze- und eisenzeitliche Friedhof des nördlichen Mitteleuropa, das Pestruper Gräberfeld (26). Ergänzend bietet Ihnen der Band einen Überblick zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten außerhalb der Prähistorie. Anfahrtsbeschreibungen zu den einzelnen Stationen und eine Ferienstraßen-Karte erleichtern die Orientierung vor Ort." --
EINLEITUNG: "MEISTERWERKE DER PRÄHISTORIE. GROSSTEINGRÄBER
-- Wo alles begann --
Punkt für Punkt verbindet die Straße der Megalithkultur Bauwerke der Steinzeit. Doch was bedeutet eigentlich „Steinzeit″? Im vorletzten Jahrhundert erdacht, entstammt der Begriff einer Zeit, in der man die Urgeschichte ein wenig grobschlächtig nach dem jeweils vorherrschenden Werkstoff kategorisierte. Bedenkt man, dass es früherer Wissenschaft unmöglich schien, alleine die europäische Kulturgeschichte seit Christi Geburt mit einem einzigen Begriff zu umschreiben, erstaunt, wie man es zugleich schlüssig finden konnte, mit der Bezeichnung „Steinzeit″ einen Zeitraum von sage und schreibe 2 bis 3 Millionen Jahren zusammenzufassen. Rund 99% der gesamten Menschheitsgeschichte wurden in diese Zeitspanne datiert, parallel diskriminierende Klischees konserviert. Bis ins 20. Jh. hinein verlor man sich in rüden Vorurteilen..."