Friedrich Seeberger, der sich zuerst neben seinem erlernten Beruf und zwischenzeitlich ausschließlich mit der praktischen Wissensvermittlung steinzeitlicher Techniken beschäftigt, begann bereits in den 70er Jahren mit ersten Experimenten zum Feuerschlagen und gilt heute als einer der besten Kenner der Szene. Bekannt geworden ist er in den letzten Jahren vor allem mit der eiszeitlichen Knochenflöte aus dem Geissenklösterle, die er als Erster nicht nur selbst nachgebaut, sondern auch spielen gelernt hat. Insbesondere im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren, am Federseemuseum Bad Buchau, aber auch anderswo sind seine Vorführungen und Kurse fester Bestandteil des Museumsprogramms geworden. So ist es ein Glücksfall, dass Friedrich Seeberger aus seinen Projekten und Seminaren in Sachen praktischer Archäologie die besten "Rezepte" aufgezeichnet und in Manuskriptform gebracht hat.
Die meisten Anleitungen sind nicht nur für Erwachsene sondern auch schon für Kinder im Grundschulalter geeignet. Der Besprecher hat dieses Werk selbst mehrfach in Projekten im Grundschul-Unterricht mit großem Erfolg eingesetzt. Friedrich Seeberger beschreibt nicht nur die Herstellung von Waffen, Werkzeugen, Schmuck und Musikinstrumenten, sondern er erzählt auch in kleinen Essays von vielen der beschriebenen Waffen, Werkzeuge und Instrumenten, wie es gewesen sein könnte, als sie zum ersten Mal angewendet oder wie sie "erfunden" wurden.
In Seebergers Buch werden unter anderem die Herstellung von folgenden Geräten beschrieben:
Feuersteinmesser, Knochenpfriem, Stechbeitel, Steinbeil und Dechsel, Speerschleuder und Speer, Pfeil und Bogen, Feuerbohrer und andere Techniken zum Feuererzeugen, Birkenpech, Schmuckanhänger, steinzeitliche Maltechnik und Höhlenlampe, Ledertasche, Gefäße aus Holz und Birkenrinde, Knochenflöte, Schraper, Trommel, Rassel, Schwirrholz, Didgeridoo und Maultrommel. Dabei geht er immer nach dem Schema "Was braucht man dazu?", "Wie wird es gemacht?" und einer Darstellung und Beschreibung der Anwendungstechnik(en) in der Steinzeit als Abschluß der Anleitung vor.
Fazit: Ein Muß für jeden Steinzeit-Fan und diejenigen, die es werden wollen!