Matthias Altenburg, DIE ZEIT: "Es gibt Versäumnisse des Literaturbetriebs, die man Skandale zu nennen geneigt ist. Ein solches Versäumnis, mindestens, liegt im Falle Hermann Peter Piwitts vor. Anders, freundlicher gesagt: Die lesende Welt bekommt noch einmal die Chance, einen Autor zu entdecken, den bislang nicht entdeckt zu haben, ihr zum eigenen Schaden gereicht: einen der größten Stilisten, einen der berückendsten Erzähler der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, dessen Sprache so leicht, so präzise ist, daß man sie nicht anders als weise nennen möchte." Nächtliche Gespräche mit Büchern, Irren, Obdachlosen und toten Kollegen. Täume. Notate des Krieges, des Vorgrieges und des täglichen medialen Bänkelgesangs. Was es heißt: verwirtschaftet zu werden nach Maßgabe des geschlossenen Wahnsystems, in dem wir nun, seit 1989, alle interniert sind. Versuche, den Ort zu verändern, scheitern als 'Reisen'... Notate, das heißt: Buch führen. Bei Verstand bleiben. Wo der Kaffee "nobel und von reichem Innenleben" ist und die Pflücker sehen entsprechend verwendet aus... Den Irrsinn im Vorfeld festmachen, daß er ins Werk selbst nicht geht; denn der Irrationalismus ist der größte Feind der Romantik.