Das erste Erscheinungsbild des Fernglases wartet mit einer Überraschung auf, es hat eine dunkel-grün-antrazite Farbgebung. Dennoch ein sehr gelungener Farbton, sehr dezent. Das etwas zu verspielte design ist gewöhnungsfähig.
Bedienung: Das Glas liegt gut und rutschfest in der Hand. Der Mitteltrieb geht gut, und fokusiert schnell. Die Drehaugenmuscheln schatten durch die seitlichen klappen hervorragend ab, erfordern aber Geduld beim einstellen. Das ClicLoc-System ist für die gut gelungenen Objektivkappen zweckmäßig, für den Tragegurt egal. Die Verstellung der Brücke geht recht leicht was aber noch akzeptabel ausfällt. Das Fernglas lässt sich sehr ruhig halten, und ist gut balanciert.
Optik: Das Glas liefert ein kontrastreiches sehr helles Bild. Es treten allerdings bei sehr kontrastreichen Motiven (z.B. weiße Windfeder in praller Sonne) leicht sichtbare Farbsäume auf; (gelb auf der einen, violett auf der anderen Seite). Die Farbsäume sind jedoch in der Bildfeldmitte nicht vorhanden. Vielleicht ist dieser Umstand der hohen Transmission und dem Kontrast geschuldet, Ornitologen greifen besser zum Steiner SkyHawk. Unter schwierigen Lichtverhältnissen kann das Ranger aber alle Vorteile ausspielen. Sehr gute Sicht in der Dämmerung und bei astronomischen Objekten. Man findet den optimale Schärfepunkt sofort.
Sehr hohe Schärfe und Detailzeichnung.
Gehäuse: Die NBR-Gummierung macht einen guten Eindruck, ist griffig aber klebt nicht. Es tritt keine Geruchsbelästigung oder Hautirritation auf (subjektiv). Der Mitteltrieb ist mit einer Gummierung versehen, und ist so gut Griffig, allerdings läuft diese "Kappe" sehr dicht an einer Gegenscheibe, so dass zu einem Quitschgeräusch kommen kann, eine winzige Menge säurefreies Fett schafft sofort Abhilfe. Das Gehäuse ist stabil, die Brücke ist spielfrei.
Zubehör: Tasche, Okularschutz und Trageriemen werden nicht in Deutschland produziert. Der Okularschutz benötigt etwas Übung, sitzt aber dann fest.
Service: Steiner reagiert schnell auf Nachfragen, man hat einen Ansprechpartner. Die Stickstoff-Druck-Füllung kann nachgefüllt werden. Bei der Konkurrenz ist das nicht so klar, bspl.weise gibt Nikon für die Wasserdichtheit (Serie Monarch) "10min bei 1m tiefe" an. So ist zu überlegen wie lange dann eine N-Füllung erhalten bleibt. Sicher in keinem Fall ewig. Steiner-Gläser sind zumindest wartungsfähig und erscheinen Langlebig. Die Ferngläser werden alle in Bayreuth, Deutschland produziert.
Fazit: Das große Sehfeld, das scharfe und kontrastreiche Bild in Verbindung mit der geringen Schärfentiefe und der schnellen Fokusierung machen einfach Spaß, man kann sich ganz auf die wichtigen Dinge konzentrieren, es ist ein ermüdungsarmes Sehen möglich. Für eine bessere Optik ohne geringste chromatische Aberration muss man viel tiefer in die Tasche greifen (+1k¤). So ist das Steiner ein ideales "immer-dabei-Glas" da es auch unter schwierigen Lichtverhältnissen viel rausholt, dabei robust ist und nicht so teuer ist das man es im Schrank liegen lassen muss, das schlechteste Fernglas ist ja bekanntlich jenes, das man nicht mit nimmt).
+ Kontrastreiche und helle Optik.
+ Vernünftiges Gehäuse, wartungsfähig, Langlebig.
- Fokussierung quietschte (einfach behoben), dafür guter Staubabschluss.