Es ist mittlerweile schwer geworden, neue schwedische KrimischriftstellerInnen in Deutschland an den Mann und die Frau zu bringen. Die Verlage überschlagen sich deshalb schon bei den Erstlingswerken mit Lobeshymnen, die meistens so nicht angebracht sind.
So wird auch Liselott Willen mit ihrem Erstling "Stein um Stein" schon mit Minette Walters verglichen. Das ist ein wenig vorschnell geurteilt. Warten wir einmal den zweiten und dann noch den dritten Roman von Liselott Willen ab, dann wird man sehen, ob dieser Vergleich angebracht ist.
Auch Helene Tursten brauchte Zeit bis zu ihrem dritten Roman, bis man sie wirklich zur Spitze zählen konnte.
Damit man den Rezensenten nicht falsch versteht: "Stein um Stein" ist ein Psychothriller der allerbesten Sorte. Er treibt mit seiner zunehmenden Spannung den Leser von Seite zu Seite, von Kapitel zu Kapitel weiter, indem er von der Autorin immer mehr und immer weiter in die innere Welt der Psyche von Kjerstin, einer 42-jährigen Lehrerin auf der Insel Aland, geführt und mit ihr verwickelt wird. Man legt dieses Buch bis zum überraschenden Ende nicht mehr aus der Hand.
Man darf auf den zweiten Roman dieser Autorin wirklich gespannt sein.