Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Stein für Stein
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Stein für Stein [Taschenbuch]

Batya Gur , Vera Loos
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  
Taschenbuch --  


Produktinformation

  • Taschenbuch: 318 Seiten
  • Verlag: Goldmann (September 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442447143
  • ISBN-13: 978-3442447145
  • Originaltitel: even tachat even
  • Größe und/oder Gewicht: 18,3 x 11,6 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 212.698 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Recht und Gerechtigkeit

Batya Gurs Roman

über die israelische Justiz und die Armee

In keinem anderen Land – ausser vielleicht den Vereinigten Staaten – werden die Streitkräfte so mystifiziert wie in Israel: die «Zahal», wie die israelische Armee auf hebräisch heisst, sorgt nicht nur für die abstrakte Sicherheit des Staates, sondern schlichtweg für das konkrete Überleben seiner Bürger und wird im politischen wie im öffentlichen Diskurs von Kritik verschont. Um so grösser ist dann die Entrüstung, um so gravierender wirken dann die Skandale, wenn sich einzelne Militärs unkorrekt verhalten oder gar die militärische Obrigkeit das Gesetz zu missachten scheint. Ein solcher Skandal war die sogenannte Netzroulette-Affäre: Es ging um den Unfalltod eines Soldaten bei einem als Mutprobe praktizierten Spiel mit dem Bremsnetz für Militärflugzeuge. Die Mutter des Verunglückten führte gegen die Armee einen juristischen und moralischen Kampf, der die israelische Öffentlichkeit für die Arroganz der Militärkaste sensibilisierte und den Begriff «Netzroulette» als Synonym für die Verletzung des Militärkodexes etablierte.

Die Netzroulette-Affäre macht Batya Gur in einem dichten Roman zu einem «Gleichnis», wie sie es selber in einer Anmerkung formuliert: Es steht für die Zivilcourage, welche die Familien gefallener Soldaten in der Auseinandersetzung mit gerichtlichen und militärischen Instanzen aufbringen müssen, aber auch für sture Rechthaberei. «An dem Ort, an dem wir recht haben, / werden niemals Blumen wachsen / im Frühjahr» – dieses Gedicht von Jehuda Amichai setzte die Schriftstellerin als Motto über ihren Roman.

Von Rechthaben und Rechtbekommen handelt der Roman. Gurs Protagonistin Rachela ist überzeugt, dass sie recht hat, wenn sie unter Missachtung der üblichen Vorschriften den Grabstein für ihren während der militärischen Ausbildung beim Netzroulette gestorbenen Sohn selbst gestaltet. Und durch die gerichtliche und öffentliche Verurteilung der Offiziere, die den Unfalltod ihres Sohnes wenn nicht verursacht, so zumindest nicht verhindert haben, will sie recht bekommen. «Sie schrieb Briefe, rannte von Anwalt zu Anwalt, reichte Klagen beim Obersten Gericht ein, mobilisierte andere Eltern, gründete einen Verein, schrieb an die Zeitung, bereitete sich für die Verhandlung vor, traf sich mit dem Verteidigungs- und dem Premierminister und stritt sich mit den Vertretern des Kriegsgräberkomitees.»

Während die anderen Familienmitglieder ihre Trauer sublimieren lernen, führt Rachela einen verbitterten Kreuzzug gegen die Verwaltung, die die Grabinschrift festlegt, gegen die militärischen Instanzen, die den Unfall zu vertuschen versuchen, gegen das Gericht, das Recht spricht, ohne Gerechtigkeit schaffen zu können. Nicht zufällig ist Rachelas Kampf- und Streitwut von der israelischen Kritik als Michael-Kohlhaas-Syndrom diagnostiziert worden, denn in dem verzweifelten Beharren auf der juristischen Klärung des Unfalls geht ihr das Gefühl für die Verhältnismässigkeit der Mittel verloren. Ähnlich wie Kleists Protagonist nimmt es Rachela mit dem Staat auf, weil sie will, dass «Wahrheit und Gerechtigkeit ans Tageslicht kommen». Sie greift zu Gewalt, gefährdet Nachbarn und Freunde, entfremdet sich ihrer Familie und kann auch dann nicht wirklich aufhören, als das Gericht schliesslich in ihrem Sinn entscheidet.

Aber es ist keine einfache israelische Kohlhaas-Geschichte, die Batya Gur erzählt, und auch keine klassische sozialkritische Saga nach dem Muster «Einzelner gegen den Staat». Mit deutlicher Empathie deckt Gur öffentliche Verhaltensmuster der israelischen Gesellschaft auf und legt die Widersprüche zwischen den althergebrachten Idealen bloss, die rhetorisch bemüht werden, und einem alltäglichen Pragmatismus, der verwaltungstechnisch untermauert wird. Mit an Kriminalromanen geübtem Gespür für das Tempo der Handlung und mit psychologischem Einfühlungsvermögen beschreibt die Schriftstellerin eine an ihrem Überlebenskampf ermattete Gesellschaft, die des ständigen Opferbringens müde ist und sich auf ihr Rechtssystem besinnt. Um das Verhältnis zwischen Recht und Gerechtigkeit und den Unterschied zwischen persönlichem Rechtsempfinden und amtlicher Rechtsprechung konstruiert Gur eine überzeugende dramatische Handlung und weiss einer israelischen Tragödie allgemeine Bedeutung zu geben.

Stefana Sabin -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Als Protestschrei gegen den Tod ihres Sohnes sprengt eine Mutter den Grabstein ihres Sohnes in die Luft. Der Sohn war während des Militärdienstes ums Leben gekommen, als Opfer eines makabren Rekrutenscherzes. Von da an kennt seine Mutter nur ein Ziel: Gerechtigkeit für ihren Sohn zu erfahren.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten

 (Was ist das?)
Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von marielan TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Ofer, Rachelas Sohn, kommt bei einem Rekrutenscherz ums Leben, "gefallen in Erfüllung seiner Pflicht" steht auf dem Grabstein. Rachela, die Bildhauerin ist, sprengt den Stein und setzt eine Statue aus ihrer Werkstatt an die Stelle mit der Inschrift "ermordet von seinen Vorgesetzten".
Sie lässt nicht locker, organisiert sich mit andern Müttern getöteter Soldaten, besucht mit Transparenten bewehrt die Gerichtsverhandlung um den Tod des Sohnes. Sie genießt in Gesellschaft und Justiz einen eigenartigen Status: Auf der einen Seite wagt keine offizielle Stelle, gegen Rachela vorzugehen, weil sie als Mutter eines Gefallenen tabu ist, auf der andern Seite verschanzen sich Ämter und Behörden hinter Gesetzen, Vorgaben und Bestimmungen um sich Rachela und andere Frauen vom Hals zu halten.
Ein Stück weit ist Rachelas Kampf blind und egoistisch. Ihre Familie, der Ehemann und die andern Kinder, wenden sich ab. Rachelas Art, die Trauer umzuleiten in Wut gegen Militär und Justiz, kann niemand folgen. Und Rachela möchte nicht den Weg ihres Mannes Jankele, den Weg der ruhigen, stillen und zurückgezogenen Trauer gehen. Weil aber keiner bereit ist, dem anderen seine individuelle Art zuzugestehen, sondern beide auf ihr Recht pochen, zerbricht das gegenseitige Verständnis.
Das Buch folgt Rachela ab dem Zeitpunkt, wo sie den Grabstein in die Luft jagt. Jedes Kapitel wird durch den Blick eines anderen Beteiligten erzählt, der Friedhofswächter Boris hat Rachela viele Nächte hindurch beobachtet, der Sohn Nadav sieht die Eltern auseinander driften, dem Richter Rafael Neuberg, Vorsitzender des Gerichts, das die Verantwortung an Ofers Tod klären woll, stehen nur zwei Angeklagte als Bauernopfer zur Verfügung.
Leider geraten die Kapitel, in denen Rafael Neuberg das Wort hat, zur juristischen Vorlesung, weil er seinen beiden Beisitzern, Majore ohne Ahnung von juristischen Feinheiten, einen Schnellkurs in Rechtsprechung geben muss. Vielleicht wollte die Autorin ihren Lesern nahe bringen, worauf die Urteile in israelischen Gesetz gegründet sind und warum sie so und nicht anders ausgesprochen werden müssen. In Major Weizmann hat Gur eine Figur erschaffen, die ihr eigenes System in Frage stellt, denn eins ist sonnenklar: Recht und Gerechtigkeit sind zweierlei Dinge. Was das angeht, unscheidet sich Israel von keinem andern Staat und seine Armee von keiner anderen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Man wird verstehen 1. August 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Das war mein zweites Buch von Batja Gur, es hat mich gefesselt. Es war unheimlich traurig, doch hat man die Gedankengängen der Mutter die um ihren Sohn trauert, wirklich nachvollziehen können. Auch ihren Kampf gegen die Windmühlen (das heißt gegen das Militär) war sehr gut nachvollziehbar. Auch die Konsequenz am Schluß einfach logisch. Batja Gur versteht es, einem die Menschen in Israel wirklich nahezubringen, hier vor allen Dingen die Frauen. Kaum verständlich das dieses Buch noch nicht als Taschenbuch erschienen ist.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar