Ein karges Zimmer, nur ein Foto an der Wand, eine Matratze auf dem Boden, auf der ein Mann schwerverletzt im Koma liegt. Daneben seine Frau, die sich alles von der Seele redet und betet, was sie ein Leben lang bedrückt und gequält hat. Draußen tobt ein Krieg mit Schüssen und Schreien, doch in diesem Zimmer wird von Verwundungen ganz anderer Art gesprochen. Von einer Ehe, die eine einzige scheinbar unabwendbare Qual ist, von einer Familie, in der Verrat herrscht und von Gewalt und Vergewaltigung, denen die Frau schutzlos immer wieder ausgeliefert ist. 'Stein der Geduld' ist ein kleines Buch, das hart trifft, beinahe schmerzt. Intensiv und dicht schildert Rahimi in knappen, kargen Worten das Unfassbare, das Alltag geworden ist für diese Frau, die einen Monolog vor tauben Ohren hält, weil das für sie die einzige Möglichkeit ist, um nicht am Leiden zu ersticken.