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3.0 von 5 Sternen
Tagebuch der letzten Kriegstage, 11. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Steilküste: Ein See- und Nachtstück (Gebundene Ausgabe)
Mit diesem Werk setzt der Autor die literarische Heimaterkundung seiner ersten Romane fort. Er verknüpft eine Kriegskindheit an der Ostsee, den Kollaps der Nazi-Kriegsmarine und die Geschichte einer tödlich endenden Desertion. Erzählt wird das Drama aus der Perspektive eines Mannes, der als Vierjähriger an der Steilküste an der Geltinger Bucht Augen- und Ohrenzeuge der Selbstvernichtung von Teilen der deutschen Kriegsmarine wurde - dem Feind macht man keine Geschenke!
Hitler ist tot, die Städte brennen, die Kapitulation ist eine Sache von Stunden. Fredy und Ehrmann beschließen sich von der Truppe abzusetzen und einfach nach Hause zu gehen, um nicht noch im Endkampf um Berlin verheizt zu werden. Die beiden laufen direkt in ihr Verderben: Dänische Milizionäre greifen sie auf und liefern sie den abziehenden deutschen Besatzern aus!
Am Himmelfahrtstag, zwei Tage nach der deutschen Kapitulation, wird das Urteil auf hoher See vollstreckt. Nur weil sie nach Hause wollten mussten sie sterben! Fredys Mutter begeht neun Jahre später Selbstmord - nachdem alle Versuche gescheitert waren, den Richter von einst vor einem bundesdeutschen Gericht zur Rechenschaft zu ziehen. Bis zuletzt hatte der Kommodore, der Gerichtsherr, an der Unausweichlichkeit dieses Urteils festgehalten: Er musste sie opfern, um die Disziplin aufrechtzuerhalten, denn sie war eine denkbar schlechte - wen wundert's nach sechs entbehrungsreichen und gefahrvollen Kriegsjahren.
Dieser Roman greift eine authentische Geschichte auf: sie ist das Vermächtnis von Alfred Gail, Martin Schilling und Fritz Wehrmann, die am 10. Mai 1945 in der Geltinger Bucht hingerichtet wurden. Sie waren keine Widerstandskämpfer - sie waren einfach kriegsmüde und desillusioniert - aber eben fahnenflüchtig!
Erzählt wird dieses Trauerspiel in einem ganz eigenen, gewöhnungsbedürftigen Ton der gelegentlich an eine Reportage erinnert: Träume und zart gemalte Landschaftsimpressionen, wechselnde Erzählperspektiven und -fäden, harte Schnitte, die sich urplötzlich verbinden oder im Nichts enden.
Dieses Buch ist weder Roman noch Dokumentation und neigt aufgrund der märchenhaften fast poetischen Sprache leider dazu die Tragik und die Grausamkeit dieser Tage zu verharmlosen. Dieses Werk wird die Leserschaft spalten: Menschen die sich beim Militär auskennen werden das Urteil nachvollziehen können, es zwar nicht billigen aber zumindest verstehen - Pazifisten werden in ihrer Meinung bestärkt!
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Bemühte Heimatkunde, 31. Januar 2007
Jochen Missfeldt schreibt, nicht ohne störende Redundanz, vom Fliegen, vom Krieg und über norddeutsche Schicksale. Seine Sprache ist bemüht, mutet hie und da recht künstlich an und ermüdet auch den sehr geneigten Leser rasch. Seine Metaphern ermüden gleichfalls. So müht sich der ermüdete, nicht ungelangweilte Leser durch die Seite - oder er läßt es. Wie ich.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
verwirrend, 8. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Steilküste: Ein See- und Nachtstück (Gebundene Ausgabe)
Das Hin und her der verschiedenen Zeiten verwirrt ziemlich.Die Metaphern tun ihr übriges und ohne Geschichtswissen geht gar nichts.
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