"Kiss or Kill",
es ist ein Buch welches in Verbindung mit Twights Erstlingswerk "Extreme Alpinism" aus sportlich-alpinistischer wie auch aus erzählerisch-persönlicher Sicht durchaus als richtungsweisend und monumental angesehen werden kann.
In MFT hat der ehrliche Alpinstil endlich ein Sprachrohr gefunden um den vielen Pauschal- Bergtouristen, Ausnahmeathleten und Bergsüchtigen auf der Suche nach ihrem persönlichen Grenzerfahrungskick, "geerdeten" Lesestoff und "Trail and Error"-Know How vom Limit am Berg darzubieten.
Ehrliche und ungeschminkte Darstellungen der harten Expeditionen und Wochenendactions sind dabei nur die eine Seite dieser radikalen Erzählweise. Seelische Abgründe, innere Ängste und persönliche Tiefpunkte im Leben von MFT werden hier genauso wie schillernde Hochgefühle körpereigener Drogenausschüttung oder die nervenabtötende Wirkung von Punksounds während extremen Begehungen thematisiert.
Dabei wandert der Gipfel als solcher in den Hintergrund und der (Leidens-)Weg, das Scheitern oder die Wahrung der Kontrolle über Leben und Tod werden als große Chance für den Menschen in den Gebirgen dieser Welt gesehen.
An Beispielen wo Freikletterethos und Ausrüstungswahn dem puren Überlebenswillen untergeordnet und Freundschaften und Beziehungen vom Berg "verdrängt" und vergrämt werden, kann jeder Laie, Athlet und Leistungsalpinist erkennen was es bedeutet wahrhaftig bergsüchtig zu sein.
Trotz aller eitlen und elitären Gedanken Twights, gibt die Ergebenheit gegenüber der Übermächtigkeit der Natur, die sich vor allem in seinen vielen, oft haarsträubenden Rückzugsaktionen wiederspiegelt den Takt seiner Taten an.
Den langen, egozentrischen Weg zu beschreiten um dies zu erkennen und akzeptieren zu können, haben viele Kletterer, Bergsteiger, Forscher und Adrenalinjunks mit dem Leben bezahlt - andere verkaufen sich oder ihre Ideale...der kletternde Anarcho Twight bleibt vor wie nach diesen Büchern aber vor allem eines: Lebend und er selbst!