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Produktinformation
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1881 28. November: Stefan Zweig wird in Wien geboren. Er ist der zweite Sohn des Textilfabrikanten Moritz Zweig und seiner Frau Ida.
1887 Stefan Zweigs Schulzeit beginnt an der Volksschule in der Werdertorgasse.
1892-1900 Er besucht das Maximilian-Gymnasium (heute Wasagymnasium). Der Schüler beginnt, Gedichte zu schreiben - einige werden sogar in Zeitschriften veröffentlicht.
1900 Nach der Matura (Abitur) reist Stefan Zweig nach Frankreich. Er nimmt ein Studium der Philosophie und Literaturgeschichte an der Universität Wien auf.
1901 Das erste Buch erscheint: der Gedichtband Silberne Saiten.
1902 In diesem Jahr erscheint die Erzählung Die Wanderung. Zweig ist Herausgeber eines Bandes mit Gedichten von Paul Verlaine und einer Sammlung mit Baudelaire-Gedichten, die Zweig zum Teil auch übersetzt hat.
1902 Zweig wechselt für das Sommersemester an die Universität Berlin. Im August unternimmt er seine erste Reise nach Paris.
1903 Im August reist er nach Paris und in die Bretagne.
1904 Zweig promoviert mit einer Arbeit über Hippolyte Taine. Der Novellenband Die Liebe der Erika Ewald erscheint, außerdem gibt Zweig Gedichte von Émile Verhaeren in eigener Übertragung heraus. Zweig reist nach Paris und London.
1905 Reise nach Spanien und Algier. Zweigs Monographie Paul Verlaine erscheint.
1906 Der Lyrikband Die frühen Kränze erscheint. Zweig hält sich vier Monate lang in England auf.
1907 Das Versdrama Tersites erscheint. Zweig übersiedelt in die erste eigene Wohnung in Wien.
1908 Balzac: sein Weltbild aus den Werken, bearbeitet und eingeleitet von Zweig, erscheint. 26. November: Tersites wird gleichzeitig in Kassel und Dresden uraufgeführt.
1908 Zweig bricht im November zu einer Reise auf, die in nach Indien, Ceylon und Burma führt.
1910 Émile Verhaeren (Monographie) und Übertragungen von Werken des belgischen Dichters erscheinen. Einleitung zu einer Dickens-Gesamtausgabe.
1911 Stefan Zweig reist nach Nord- und Mittelamerika. Der Band Erstes Erlebnis, Vier Novellen aus Kinderland erscheint.
1912 5. Mai: Der Einakter Der verwandelte Komödiant wird uraufgeführt. 26. Oktober: Das Haus am Meer wird im Burgtheater in Wien uraufgeführt.
1913 Zweig veröffentlicht Der verwandelte Komödiant und Brennendes Geheimnis.
1914 Am 1. August 1914 beginnt der Erste Weltkrieg. Ab Dezember arbeitet Stefan Zweig »freiwillig auf Kriegsdauer« im Kriegsarchiv.
1916 Zweig zieht mit Friderike (Friderike Maria von Winternitz, 1882-1971) für vier Monate nach Kalksburg.
1917-18 Das Drama Jeremias erscheint. Zweig, ab November 1917 zunächst für 2 Monate vom Militardienst beurlaubt, hält Vorträge in der Schweiz. Begegnungen mit Romain Rolland, den er auch übersetzt. Zweig lernt unter anderen Hermann Hesse, James Joyce und Ferruccio Busoni kennen. 27. Februar 1918: Jeremias wird am Stadttheater Zürich uraufgeführt. Als Korrespondent der Wiener Neuen Freien Presse in der Schweiz zieht Zweig im März nach Rüschlikon bei Zürich. Zweig kauft im November ein Haus am Salzburger Kapuzinerberg. 25. November: Uraufführung von Legende eines Lebens in Hamburg.
1919 März: Zweig bezieht das Salzburger Haus. Zweigs Essayband Fahrten und die Übersetzung von Romain Rollands Drama Die Zeit wird kommen erscheinen.
1920 Januar: Stefan Zweig und Friderike von Winternitz heiraten in Wien. In diesem Jahr erscheinen die Biographie Marceline Desbordes-Valmore, die Erzählung Der Zwang, der Essayband Drei Meister (Balzac, Dickens, Dostojewski) und die Biographie Romain Rolland, der Mann und das Werk.
1922 Amok, Novellen einer Leidenschaft erscheint, außerdem die Legende Die Augen des ewigen Bruders. Zweig ist in diesen Jahren ein äußerst produktiver Übersetzer und Herausgeber (u.a. Rolland, Chateaubriand, Renan).
1925 Der Kampf mit dem Dämon (Hölderlin, Kleist, Nietzsche) erscheint. Zweig arbeitet an einer freien Bearbeitung von Ben Jonsons Volpone.
1926 Volpone erscheint (und wird am 6. November am Burgtheater in Wien uraufgeführt). Der Novellenband Verwirrung der Gefühle wird ein großer Verkaufserfolg.
1927 20. Februar: Stefan Zweig hält im Staatstheater München die Gedächtnisrede auf den am 29. Dezember des Vorjahres gestorbenen Rainer Maria Rilke. Sternstunden der Menschheit, fünf historische Miniaturen erscheinen. In Leningrad erscheint eine russische Gesamtausgabe der Werke Stefan Zweigs (mit einem Vorwort von Maxim Gorki).
1928 Drei Dichter ihres Lebens (Casanova, Stendhal, Tolstoi) erscheint. Quiproquo (Komödie, späterer Titel: Gelegenheit macht Liebe) - gemeinsam mit Alexander Lernet-Holenia verfaßt. Stefan Zweig reist nach Rußland.
1929 In diesem Jahr erscheinen Joseph Fouché. Bildnis eines politischen Menschen, die Tragikomödie Das Lamm des Armen und der Novellenband Kleine Chronik. Zweig hält am 13. Oktober im Burgtheater in Wien die Trauerrede auf den am 15. Juli gestorbenen Hugo von Hofmannsthal.
1930 Zweig trifft auf einer Italienreise Maxim Gorki. Das Lamm des Armen wird am 15. März gleichzeitig in Breslau, Hannover, Lübeck und Prag uraufgeführt.
1931 Begegnung mit Joseph Roth in Cap d'Antibes. Der Essayband Die Heilung durch den Geist (Mesmer, Mary Baker-Eddy, Freud) erscheint, außerdem die Ausgewählten Gedichte und Marie Antoinette. Bildnis eines mittleren Charakters. Sein Besuch bei Albert Schweitzer schlägt sich im Text Unvergeßliches Erlebnis, ein Tag bei Albert Schweitzer nieder.
1933 10. Mai: Von den Bücherverbrennungen sind auch die Werke Stefan Zweigs betroffen.
1934 Zweig siedelt im Februar unter dem Eindruck der bürgerkriegsähnlichen Zustände in Wien nach London über. Seine Frau Friderike bleibt in Österreich. Zweig trennt sich von Insel-Verlag. Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam erscheint, zunächst in limitierter Auflage - endgültige Ausgabe 1935.
1935 Januar: Zweig reist in die USA, um seinen amerikanischen Verleger Ben Huebsch zu besuchen. Die Oper Die Schweigsame Frau von Richard Strauss, zu der Zweig das Libretto verfaßt hat, wird in Dresden am 24. Juni uraufgeführt und nach insgesamt vier Aufführungen verboten. Maria Stuart erscheint.
1936 Es erscheinen: Castellio gegen Calvin - ein Gewissen gegen die Gewalt und die Erzählungssammlung Kaleidoskop. Zweig reist nach Brasilien und Argentinien.
1937 Die Sammlung Begegnungen mit Menschen, Büchern, Städten erscheint, außerdem die Legende Der begrabene Leuchter und die »Sternstunde« Georg Friedrich Händels Auferstehung.
1938 Stefan Zweig reist mit Lotte Altmann (seit 1934 seine Sekretärin) nach Portugal. Magellan erscheint. 24. Dezember: Scheidung von Friderike. Zweig reist in die USA, um Vorträge zu halten.
1939 Zweig kehrt nach London zurück. Der Roman Ungeduld des Herzens wird ein Bestseller. Zweig zieht nach Bath - Lotte Altmann und Stefan Zweig heiraten am 6. September.
1940 12. März: Stefan Zweig wird britischer Bürger. Vortragsreisen nach Frankreich, in die USA und nach Südamerika.
1941 Amerigo - Geschichte eines historischen Irrtums (posthum 1944 bei Bermann-Fischer, Stockholm erschienen) entsteht während eines USA-Aufenthalts, außerdem Brasilien - Ein Land der Zukunft. Im August fährt Zweig nach Rio de Janeiro, dann nach Petrópolis. Die Schachnovelle und die Autobiographie Die Welt von Gestern entstehen.
1942 Der Kriegsverlauf - scheinbar zugunsten Deutschlands - ist wichtiger Grund für Zweigs erneut intensivierte Depression. 22. Februar: Stefan Zweig und seine Frau Lotte nehmen sich das Leben.
Der Roman Clarissa, der Essay Montaigne bleiben ebenso Fragment wie die große Biographie Balzac.
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"Jeder schoeperische Mensch erfaehrt so den Kampf mit seinem Daemon, und immer ist es ein Heldenkampf; immer ein Liebeskampf."
"Wie immer hat das Heldenhafte keinen gefaehrlicheren Widersacher als gerade die zaertlich Wohlmeinenden, die das heilige Feuer mit sorglichem Atem niederdruecken zur haeuslichen Herdflamme."
"Nur wer die ganze Hoelle in sich trug, konnte so um Gott ringen."
Ueberreizter Schreiton, Foehnhimmel, halb Stammeln - halb Gebet, ... leere Meilensteine laengst eines mit brennenden Fluegeln durchmessenen Weges, kalte Kulissen, sprachlose Farbe... Stefan Zweig lebt mit den Gestalten, seine Worte beruehren, treffen. In den Wiederholungen wird aus dem Text deutlicher und klarer ein Gesicht erkennbar - und der Leser darf verstehen, dass hier nicht nur vier Gestalten aus der Geschichte zusammentreffen, sondern dass hier das Gesicht eines Lebensweges gezeichnet wird. Ein wunderbares Buch, nicht nur, um Hoelderlin, Kleist und Nietzsche nahezukommen und sie unter einer Idee zu vereinen, auch, um zu verstehen, was manche Menschen treibt, auch das letzte Hemd, den letzten Freund noch der Idee zu opfern.
Beginnen wir mit den dreien, die ihr Leben der Unterordnung jenseitiger Imperative gewidmet, die sich selbst in den Mittelpunkt ihres Lebens gestellt und sich für den Bereich darüber hinaus entschieden haben. Es sind Hölderlin, Kleist und Nietzsche, die gem. Plutarchs Werk oder Safranskis Frage: „Wieviel Wahrheit braucht der Mensch?“ herhalten für eine vergleichende Lebensgeschichte. Diese Drei geben sich letztendlich einer überweltlichen Macht hin, die sie aus dem warmen Sein des Lebens hinaus reißt in eine unkontrollierbare Leidenschaft, um in der Verstörung des Geistes oder im selbst gewählten Tod zu enden. Nur im wachen Zustand erkennen sie sich als Besessene einer höheren Macht, als dem Dämon verhaftet.
Mehr wird deutlich im Vergleich mit einer weiteren Person, die Zweig als leise Metapher, als Über-Ich und doch real all den Gemeinsamkeiten der eigentlichen Drei überschweben lässt. Es ist Goethe, der mit Verstand und Macht gegen sich selbst das Dämonische in sich erkennend sich diesem abwendet. Wie die Welt durch geschickte in Sediment gesetzte Abformungen, durch tierische oder pflanzliche Überreste etc Botschaft für die Nachwelt gibt, so beschreibt und überliefert Goethe frei vom Dämonischen klare Ideen, Erkenntnisse und rationale Handlungen als Sammler diverser Wissenschaften.
Der fünfte im Bunde ist Zweig selbst, der mit nahezu übertriebener Leidenschaft sich in das Innenleben der vom Dämon Besessenen mit Bravour und überwältigender Sprache hinein arbeitet. Ja, die drei vom Dämon Verführten in ihrem Leid gedanklich begleitet, Kleist bis in den Freitod. Er lebt quasi mit ihnen, in der beschreibenden Wiederholung vieler Eigenschaften und Gegebenheiten kommt er ihnen näher – im Geist und in der Emotion. Er setzt sich selbst der Gefahr aus, die Spannung seines Geistes als Grenzwert zu erleben und in der möglichen Überspannung sich selbst zu verlieren. So scheint er Goethe als rettende Hand zu brauchen, da dieser in den „Leiden des Werthers“ längst die Erfahrung eines Grenzgängers machte und erfolgreich meisterte, und Zweig in Anlehnung an Hölderlins Dualismus „Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch“ sich mit ihm sicher wähnt.
Zweig entwickelt seine Entdeckung des Dämonischen in der Folge von Hölderlin über Kleist zu Nietzsche. Über den Himmel und das metaphysisch Göttliche, hin zum egozentrisch Menschlichen bis in die Einsamkeit der Über-Intelligenz und der letztendlichen Opferung des Selbst gegenüber der Lebendigkeit ohne Lebensplan.
Hölderlin: „Nur was blühet, erkenn ich“
Das Prinzip des Werdens ist für Hölderlin präsenter als das des Seins. Diotima als Frau bleibt sein Streben, die Realisierung würde den Traum zerstören. „Es ist eine bessere Zeit, die suchst Du, eine schönere Welt.“ (Diotima an Hyperion)
Kleist: „Verflucht das Herz, das sich nicht mäßigen kann.“
Kleist ist hier Sehender seiner Leiden doch den Gegensätzen seiner Leidenschaft verhaftet. Im Gegensatz zu Hölderlin, der alle Idealität von der äußeren Welt zu realisieren fordert, fordert Kleist sie von und für sich. Seine Inszenierung des Lebens schließt den Freitod mit ein.
Nietzsche: „Auf die ewige Lebendigkeit kommt es an, nicht auf das ewige Leben.“
Nietzsche will sich lebendig und das ist seine Wahrheit und zu dieser Wahrheit verhält er sich stur und monogam. Ihn reizt nicht das Halten und Haben, ihn reizen die Fragen, das Forschen, das Suchen, das Jagen – bis zum Schmerz, bis zur Verzweifelung. Die Welt wird so von ihm nicht erobert und diese Erkenntnis führt ihn in die verzweifelte Einsamkeit.
Über das Denkbare und das Lebbare philosophierte Safranski entlang nahezu selben Personen-Gleichnissen. Die persönliche Idee jedes Einzelnen steht oberhalb allem Anderen und ist bestimmend in der Wahl der Lebenspraxis. Wer den Weg vom Menschen fort einschlägt, anstatt zu ihm, verabschiedet sich von allen sozialen Kontexten.
Dostojewski formulierte es so, das es das „höhere Herz ist, das sich quält“. Enttäuschte Leidenschaft führt zur Lebensfeindschaft, zur Unrast ohne Heimat, letztendlich, weil „ein Traum von ihr nicht genügt“ (Hölderlin).
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