Das Lieblingsmotto des Soziologen und Autors Stefan Selke lautet: "Umwege erhöhen die Ortskenntnisse". Stefan Selke beschäftigt sich mit Phänomenen der Dehumanisierung in medialen und gesellschaftlichen Scheinwelten. In zahlreichen Studien analysierte der die Grenzen der Zivilgesellschaft (am Beispiel von Lebensmitteltafeln), die Grenzen der Erinnerungsfähigkeit (am Beispiel digitaler Gedächtnisse) oder die Grenzen der visuellen Kommunikation (am Beispiel von Wahlplakaten). Seine Forschungsmethode ist empirisch, wo immer möglich ethnografisch bzw. teilnehmend und beobachtend. Als Redner wird er häufig zu medien-, technik- oder gesellschaftskritischen Themen angefragt. Bekannt wurde Stefan Selke mit seiner Sozialreportage "Fast ganz unten" über Lebensmitteltafeln in Deutschland. Zu diesem Thema hat der auch das Online-Portal www.tafelforum.de gegründet. Stefan Selke (geb. 1967 in Rheinfelden/Baden) studierte zunächst Luft- und Raumfahrttechnik. Nach einem intensiven Jahr voller Reisen und Begegnungen in Brasilien studierte er dann Soziologie, Geografie und portugiesisch-sprachige Literatur an der Universität in Bonn, wo er auch in Soziologie über die Erinnerungsfunktionen privater Fotosammlungen promovierte. Nachdem er ein einige Jahre lang Berufspraxis beim infas Institut für angewandte Sozialwissenschaften gesammelt hatte, führte ihn sein Weg zurück in die Hochschulwelt. 2008 wurde er als Professor an die Hochschule Furtwangen University im Schwarzwald berufen, wo er auch lebt. Seit 2011 hat Selke dort die Professur für Soziologie und gesellschaftlichen Wandel inne.