Als regelmäßiger Chinareisender freue ich mich eigentlich immer über neue Reiseführer der Region. Dementsprechend habe ich auch hier unkritisch zugegriffen, vor allem, weil ich die erste Ausgabe sehr genossen habe.
Was ich dann gefunden habe, kann man getrost als Betrug am Leser verstehen. Selbst beim vielbereisten Friendship Highway scheint der letzte Besuch des Vielschreibers Fülling Jahre zurückzuliegen, von den abgelegenen Regionen ganz zu schweigen. Ich war im April 2011 lange durch Tibet unterwegs. Zhangmu nur als Notbehelf für die Übernachtung? Hier entstehen seit Herbst 2010 ein gutes Dutzend neuer und guter Hotels - leider unbemerkt von dem Autoren. Auch bei den weiteren Updates scheint es so, als hätte sich Herr Fülling eher über das Internet geklemmt als vor Ort recherchiert. Zugegeben: Reisen in Tibet ist in den letzten Jahren teuer und schwierig geworden. Die logische Konsequenz wäre, auf einen Update zu verzichten, wenn man schon keine Ahnung hat, was sich geändert hat. Leider fehlt es da an Einsicht. Beschämend. Die schlechte Nachricht ist: Der Lonely Planet ist auch nicht besser.