Gewonnen hat bei mir die Ikari aufgrund ihrer angenehmen Form und Haptik. Die Maus ist Ergonomie pur, die Tasten sind bequem zu erreichen und haben einen für mich optimalen Druckpunkt, nicht zu labbrig und nicht zu fest, aber immer konstant. Trotz der absolut flinken Bedienung (ich gehöre zu den typischen High-Sensitivity-Vertretern und bediene die Maus bei aufgesetztem Handballen mit den Fingern) vermittelt sie ein Gefühl von Ruhe und kompromissloser Präzision. Das liegt mit an den vier riesigen Gleitfüßen (die man auch nachbestellen kann). Auf meinem Razer Pro Solutions-Mousepad liefert die Ikari eine perfekte Performance - ohne Kratzen (wie bei Logitech) oder leichtes unpräzises Schlittern (wie bei der Razer Diamond Back, die allerdings schon viele Jahre auf dem Buckel hat). Die Ikari gleitet mit konstantem Widerstand völlig geräuschlos über das Pad und schlägt alle bisher ausprobierten Mäuse um Längen. Trotz ihrer Leichtigkeit ist die Maus wunderbar ausbalanciert. Man braucht keine zusätzlichen Gewichte.
Im Gegensatz zu anderen Nagern verfolgt Steelseries einen minimalistischen Ansatz. Es gibt keinen überflüssigen Schnickschnack. Die Form ist konservativ ergonomisch und schlicht. Die Oberfläche der Maus fühlt sich sehr angenehm an und sorgt dafür, dass die Hand auch nach Stunden nicht ermüdet oder schwitzt. Die Tasten haben einen deutlichen, aber nicht zu festen Druckpunkt und sind alle gut erreichbar. Obwohl die Maus recht groß ist, eignet sie sich auch für kleine Hände. Die Verarbeitung ist hervorragend und sie vermittelt ein unvergleichliches Gefühl an Kontrolle.
Ich persönlich schätze besonders die Umschaltung zwischen einer Low- und High-Sense-Einsstellung, die individuell gewählt werden kann, z.B. 3200 und 800 CPI. Dadurch kann man beliebig häufig ohne Verzögerung auf eine geringere Auflösung umschalten. On-The-Fly-Sensitivity-Einstellungen, wie z.B. den Razer Nagern, dauern deutlich länger und sind umständlicher. Im praktischen Einsatz braucht man selten mehr als zwei Einstellungen, allerdings kann man die - über die Software oder direkt an der Maus - präzise einstellen.
Auch die Verarbeitung der Maus ist hervorragend. Sie wirkt wie aus einem Guss und fühlt sich sehr hochwertig an. Nichts klappert und die Kunststoffteile passen gut zueinander. Mir persönlich gefällt das schlichte Design sehr gut. Wer allerdings auf Lichteffekte und Spiel-typisches Design Wert legt, sollte besser zu einem anderen Nager greifen.
Die Software der Ikari ist ebenfalls spartanisch ausgelegt. Tastenbelegung (mit Makro-Editor), Empfindlichkeit und Freemove sind alles, was man einstellen kann. Dabei ist Freemove eine sehr interessante Funktion, um für einige Anwendungsbereiche die Mausbewegungen zu "glätten". Das ist besonders für Benutzer interessant, die mit der Maus nicht nur spielen. Ich hätte mir diese Funktion in der Vergangenheit bei fast allen Mäusen gewünscht. Wer jedoch mehr Einstellungen benötigt, wie eine gesonderte Empfindlichkeitseinstellung für die x- und y-Achse, der sollte besser zur Xai greifen.
Fazit, die Ikari überzeugt, weil die Features, die sie unterstützt, perfekt umgesetzt werden. Das wirkt sich sowohl bei der täglichen Arbeit (z.B. bei DTP oder Bildverarbeitung) als auch beim Spielen aus. Sie leistet sich keine Schwächen und bietet einen Grad an Perfektion, den ich bisher bei keiner Maus gefunden habe. Für mich ist die Ikari vergleichbar mit einem Rennrad - ohne Schnickschnack, dafür mit einer Menge Klasse und perfekter Funktionalität. Könnte ich zehn Sterne vergeben, würde ich es tun.