Wer auf Endzeit und ruhige Filme steht, die einen Hauch vom charmantem Trash besitzen, sollte sich diesen Film unbedingt ansehen. Liebhaber von Endzeitfilmen haben ihn sicherlich schon längst im Regal stehen.
Die Technik:
Zur DVD- Portierung kann man nur soviel sagen, dass der Film nicht die beste Bild- und Tonqualität besitzt. High Definition war in den 80'ern noch ein Fremdwort in der Technikindustrie und heutzutage macht man sich keine Mühe mehr alte Filme, die nicht dem Mainstream angehören, noch einmal neu zu skalieren. Aber das spielt bei diesem Film ohnehin keine Rolle. Die charmante, nur leicht veränderte VHS- Qualität verleiht 'Steel Dawn' vielmehr ein Fünkchen mehr Atmosphäre, als ich es mir in HD vorstellen könnte.
Der Film:
Eine endlose Wüste, hohe Sanddünen und ein blauer, wolkenloser Himmel. Alles ist ruhig und verlassen. Nur ein Mann befindet sich in den Weiten der Ödnis. Die Beine hochgestreckt zur Sonne meditiert er. Er wartet. Alles um ihn herum bleibt unverändert, doch er weiß längst, dass sie kommen werden. Plötzlich geschieht es. Die Sandleute - mutierte Menschen - kommen aus dem Wüstensand gekrochen, um sein Hab und Gut zu stehlen und um ihn zu töten. Sie haben jedoch einen Fehler gemacht. Nomad ist kein einsamer Wüstenwanderer, so wie es viele in der Welt nach dem 3. Weltkrieg zu geben scheint. Nomad ist ein Kämpfer.
Er ist ein ehemaliger Kommander der Streitkräfte, der Frau und Kind durch den Krieg verloren hat. Einsam und abgewandt von den Siedlungen, zieht er umher und stärkt Körper und Seele. Sein ständiger Begleiter ist seine Vergangenheit, die wie ein Damoklesschwert über ihm hängt und ihn keine Nacht mehr ruhig schlafen lässt.
Er setzt sich mit seinem Schwert, einem Überbleibsel aus seiner Zeit in der Armee, zur Wehr. Die Sandleute haben keine Chance gegen ihn. Die Verluste sind groß und Nomad hat es sich wieder einmal bewiesen. Er ist und bleibt ein starker Kämpfer.
Auf seinem Streifzug ins Ungewisse trifft er in einer zerklüfteten Halbwüste auf seinen ehemaligen Mentor. Sie waren einst Kameraden in einer alten Streitmacht, die es schon längst nicht mehr gibt. Geblieben sind nur noch Nomad und sein alter Freund. Dieser läd ihn in eine kleine Gastwirtschaft ein und sagt ihm, dass er sich neu orientieren möchte. Er will nicht mehr kämpfen, sondern künftig als Schlichter arbeiten. Immerhin soll es an einem Ort namens 'Meridian' einen Konflikt bezüglich der Wasserreserven geben. Sein Mentor fühlt sich berufen und legt auch Nomad nahe wieder sesshaft zu werden und seine Vergangenheit endlich ruhen zu lassen.
Niemand weiß jedoch, dass ein korrupter Mogul namens Damnil bereits einen Mordanschlag auf Nomads alten Freund geplant hat. Betäubt von einem Gift muss Nomad hilflos mit ansehen wie sein alter Mentor von einem finsteren Typen im Schwertkampf hinterhältig getötet wird.
Nomad hat fortan nur noch ein Ziel vor Augen: diesen Typen zur Strecke bringen. Nachdem er seinen Freund beigesetzt hat, macht er sich auf den Weg nach 'Meridian'. Dabei durchstreift er große Wüsten, trifft auf einen unvorsichtigen, toten Wanderer, der Opfer einer giftigen Schlange geworden ist und findet in einem felsigen Tal schließlich einen treuen Gefährten. Zusammen mit einem streunenden Wolfshund, der ebenso einsam und unabhängig ist wie er selbst, setzt er seinen Weg fort. Schließlich erreicht er sein Ziel und landet auf der Farm von Kasha, einer selbstbewussten Frau, die ihren Mann im Krieg verloren hat. Sie steckt schon lange in einem Konflikt mit Demnil, doch in Nomad findet sie nicht nur einen fähigen Kämpfer und Beschützer, sondern auch einen Vertrauten und Geliebten. Doch Nomad hat noch immer sein Ziel vor Augen. So befreit er zwar Kashas kleinen Sohn aus den Fängen Demnils und schickt selbigen ins Jenseits, doch nachdem er den Mörder seines Mentors zur Strecke gebracht hat, wird auch er wieder weiterziehen. Und mit ihm sein Seelenschmerz, der ihn niemals loslassen wird. Doch diesmal hat er einen Ort, an dem er zurückkehren und vielleicht sogar auch sesshaft werden könnte. Ob er es jemals tun wird, bleibt offen...
Kritik:
Die Story ist ruhig erzählt und weist keinerlei Überraschungen auf. Das Drehbuch ist simpel. Die Figuren sind in gut und böse unterteilt. Nomad ist der gute, schweigsame Held und der ständig böse guckende 'Mister Vokuhila' ist neben dem stereotypisch korrupten Demnil der Bösewicht. Das weiß jedoch zu gefallen, weil man gerne immer und immer wieder erleben will wie Nomad den beiden die Hölle heiß macht.
Wäre eigentlich cool, wären die Kämpfe dabei nicht so lächerlich. Patrick Swayze wirkt gut als einsamer Wolf, doch die Kämpfe mit den schönen Schwertern enden in einer Farce. Das hat vielmehr etwas von Zahnstocherduell als von echten Schwertkämpfen. Außerdem sieht es ständig so aus als würde Nomad in den Kämpfen unterlegen und nur durch Glück gewinnen können. Die Souveränität seines Charakters wird dabei vollkommen zerstört.
Der total alberne Brüller sind die sogenannten 'Todesstäbe', die Nomad und sein Widersacher einmal in einer kleinen Siedlung verwenden, um gegeneinander zu kämpfen. Jene 'Todesstäbe' sind nichts weiter als kurze Pavillion- oder Zeltstangen, die man in jeden Baumarkt kaufen kann. xD
Die Rolle von Kashas Vorarbeiter Tark ist bei dieser Geschichte sehr tragisch, weil er der ewige Verlierer bei all dem ist. Aber auch das weiß in mancher Hinsicht zu gefallen ... obwohl es nur ein simples Mittel ist, Nomad stärker darzustellen als er in Wirklichkeit ist. Das Verhältnis Held- Bösewicht- Loser, der zum Helden aufschaut ist somit perfekt in den Film integriert. Die Dialoge sind Durchschnitt und man sollte sich nicht soviel davon versprechen. Die gute Atmosphäre des Films macht vieles wieder wett, so dass man die Augen bezüglich der peinlichen Szenen zudrücken kann.
Fazit: Mit Mad Max nicht zu vergleichen, weil ich Mad Max in mancherlei Hinsicht zu düster und zu wirr erzählt finde. Als Endzeitfilm ist er wirklich gut gelungen und man hat definitiv Spaß beim gucken. Beim zweiten, dritten Mal macht er sogar noch mehr Spaß, weshalb sich ein Kauf auf jeden Fall lohnen würde!