Mit seiner Sammelleidenschaft für Fingerabdrücke war der alte Josua Derrick zu Lebzeiten ebenso bekannt wie für seine Grundstücksspekulationen, mit denen er sich ein stattliches Vermögen erworben hatte. Nach seinem Ableben hat sein Sohn Walter die Fingerabdrucksammlung angeblich vernichten lassen. Doch warum ertappt Inspektor Dick Staines die schöne Krankenschwester Mary Dane beim Einbruch in Derricks Haus? Hat Mary eine Doppelgängerin? Ein Fingerabdruck am Tatort stimmt mit dem Fingerabdruck in einem zehn Jahre zurück liegenden Mordfall überein. Welche Rolle spielt der an den Rollstuhl gefesselte alte Cornfort, der von Mary Dane gepflegt wird? Inspektor Staines Freund, Lord Thomas Weald verguckt sich umgehend in die hübsche Mary, die jedoch nicht nur ihm, sondern auch Dick Staines die Heirat verspricht. Und was hat es mit dem Safe auf sich, den der alte Derrick in seinem eigenen Haus einst hat einbauen lassen und der nun nicht auffindbar zu sein scheint? Spukt tatsächlich der Geist des alten Josua Derrick in seinem alten Haus herum? Lordy Brown, ein aus Südafrika zurückgekehrter Vorbestrafter, scheint Mary Danes Doppelgängerin zu kennen, auch Walter Derrick ist ihm bekannt. Viele Spuren führen nach Südafrika. Was hat es mit der geheimen Heirat des verstorbenen Josua Derrick auf sich? Was haben die Beteiligten gemeinsam? Diverse Einbrüche und andere mysteriöse Vorgänge in Derricks Haus werfen viele Fragen auf. Dann gibt es einen weiteren Toten ...
Dieser Roman hat einfach alles, was man von Edgar Wallace erwarten darf und noch viel mehr:Einen echten Helden, eine holde Unschuld, die gar nicht so unschuldig ist, aber dennoch beschützt werden muss, unheimliche Vorgänge in einem finsteren Haus voller Geheimgänge, mysteriöse Charaktere mit zwielichtiger Vergangenheit, die oft mehr sind, als sie zu sein vorgeben und die nicht eindeutig einzuordnen sind, allerlei Spuren und Hinweise, die in verschiedene Richtungen gehen. All das hat der Autor so genial angeordnet, dass der Leser förmlich eingeladen wird, mitzurätseln, was es mit all den Ereignissen denn auf sich hat:Geht es um einen verborgenen Schatz? Oder geht es um die Fingerabdrucksammlung? Liegt die Lösung in der Vergangenheit verborgen? Einbrüche, Verfolgungen, Ermittlungen, Intrigen, all dies folgt derart rasch aufeinander, dass es einfach unglaublich ist. Ständig zieht Edgar Wallace neue Erkenntnisse und weitere Beteiligte aus dem Hut, das alles derart gekonnt, wie es moderne Krimiautoren kaum noch vermögen. Und trotz der zahlreichen Fährten, Spuren und Hinweise kommt die Auflösung doch überraschend und phantasievoll daher, ohne dass es jemals zu überzogen wirkt. Während moderne Autoren für einen solchen Roman einen ziegelsteinschweren Wälzer mit viel Leerlauf entworfen hätten, ist bei Edgar Wallace die Handlung ökonomisch auf rund 200 Seiten dicht gepackt, ohne dass es je langweilig wird. Dass "Das Steckenpferd des alten Derrick (The Double)" in den 1960ern von den deutschen Produzenten nicht für die große Leinwand adaptiert wurde, ist einfach ignorant, denn dieser Roman hätte sich dafür vorzüglich geeignet.