Es gibt Frischfleisch bei Media Ventures: Steve Jablonsky, die rechte Hand Harry Gregson-Williams' und auch Hans Zimmers, tritt mehr und mehr aus dem Schatten seiner Mentoren und liefert mit „Steamboy" ein weiteres Soloprojekt, das seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt. Jablonsky vertont den japanischen „Anime"-Streifen mit großem Orchester und zaubert so einen mitreißenden und großartigen Abenteuer-Score. Er kombiniert dazu alles, was uns stilistisch eigentlich von Media Ventures schon bekannt ist, allerdings auf eine erfrischende und überaus hörenswerte Weise. So gibt es reichlich Streicherläufe, satte Percussions und Bassstreicher und Bläser, hektisch-rhythmische Arrangements, aber auch wunderschöne, ruhige und getragene Leitmotive. Damit erzeugt Jablonsky in ausgewogenem Maße Spannung, Action, Dramatik, aber auch Romantik, etwas Pathos und auch sonst so ziemlich alles, was man sich auf einem abwechslungsreichen Score nur wünschen kann. Das Ganze klingt durchweg überzeugend und überaus versiert.
Ergo: Steve Jablonsky tritt überaus gekonnt aus dem Schatten seiner Meister und beweist nach dem etwas flachen „Texas Chainsaw Massacre", dass er auf bezaubernde Weise mit einem großen Orchester umgehen kann. Diese knapp 61 Minuten sind ihr Geld auf jeden Fall wert.