Über den verbalen Kampf mit dem Psychologen beim Idiotentest. Über die Oma die aus Einsamkeit dem Werksvertreter, der seinen Job selbst bis aufs Blut hasst, die Tür öffnet. Darüber sich mit ner Flasche Vodka in einen Fotoautomaten zu hocken. Über den Mann der sein Schicksal Muskeldystrophie nicht einfach so hinnimmt, sondern jeden Tag in der Muckibude für seine Lebensqualität kämpft.
Nagels Geschichten auf Steady Fremdkörper bewegen sich zwischen Mut und Verzweiflung, zwischen aufgeben und jetzt erst recht, zwischen gesenktem Kopf und geballter Faust. Man spürt die Euphorie, man spürt die Niedergeschlagenheit, sowohl in den Texten als auch, und das bei Muff Potter vielleicht zum ersten mal seit den Bordsteinkantengeschichetn wieder, in der Musik. Das wirkt mal leicht, mal zerrissen, mal schön, mal rau, nichts ist glatt, nichts perfekt und dadrurch alles so großartig. Emotionale Rockmusik mit deustchen Texten für die man sich zur Abwechslung mal nicht fremdschähmen muss und zu der man trotzdem die Faust in die Luft strecken kann.
Was für eine Platte.