Der Film ist zweifelsohne handwerklich gut gemacht. Dramaturgisch und inhaltlich konnte er mich allerdings nicht besonders überzeugen. Weder besonders spannend noch in der Auflösung zwingend logisch. Einzig die surrealen Elemente und die Tragik der Hauptperson retten den Film halbwegs.
Ich muss an dieser Stelle auf die Auflösung der Geschichte eingehen, denn hier liegt der Hauptknackpunkt, der mir den Film etwas versaut hat.
SPOILERWARNUNG (bitte nicht weiterlesen, falls Sie den Inhalt noch nicht kennen bzw. die Auflösung nicht erfahren möchten):
Man merkt sehr schnell, dass irgendetwas im Leben des von Ewan McGregor dargestellten Psychiaters nicht stimmt. Der Film begnügt sich allerdings zu sehr damit, von einer obskuren Situation in die nächste zu springen ohne inhaltlich die Geschichte voranzubringen. Einziges Ziel ist es, den Zuschauer nach und nach immer mehr zu verwirren. Immerhin liegt die Auflösung dann doch nicht, wie man evtl. zwischenzeitlich vermuten konnte, in einer Schizophrenie (das gab`s ja nun auch schon zu genüge) sondern in einer Nahtoderfahrung (allerdings auch nicht neu -siehe "Jacobs Ladder"-). Die Geschichte soll sich also lediglich im Unterbewusstsein des sterbenden Patienten (Ryan Gosling) abgespielt haben. An sich ein schöner "Mindfuck". Allerdings mit dem Haken, dass in diesem "Dream within a Dream" nicht der Sterbende die Haupterson ist, sondern die Geschichte aus Situation des Psychiaters erzählt wird. Ich halte eine solche Nahtoderfahrung für unglaubwürdig, auch wenn natürlich niemand weiss, was sich im Gehirn im Sterbenszeitpunkt abspielt. Selbst die im Bonusmaterial geschilderten "echten" Nahtoderfahrungen beinhalten als Zentrum des Geschehens immer den Betroffenen selbst oder den Betroffenen als zentralen Beobachter. Ich kann mich persönlich auch nicht erinnern, schonmal in der dritten Person geträumt zu haben...
Ich konnte letztendlich "diese Kröte nicht schlucken", so dass die Auflösung, auf die sich letztlich der ganze Film stützt, für mich nicht plausibel war und keinesfalls für den Rest entschädigte. Wer hiermit kein Akzeptanzproblem hat wird den Film vermutlich besser beurteilen. Ich fands jedenfalls nicht so clever, wie es wirken sollte.