Diese vorurteilslose Biographie wird der historischen Gestalt und dem Menschen Claus Schenk Graf von Stauffenberg gerecht und ist gleichzeitig eine spannende Lektüre. Der Autor ist nicht nur promovierter Historiker, sondern auch noch Kriegsteilnehmer und bekennender Patriot. Dies erzeugt das erforderliche Einfühlungsvermögen für Stauffenberg und seine Zeit.
Grundsätzlich bringt Venohr nichts Neues im Vergleich zu den Standardwerken von Hoffmann und Müller. Er unterteilt sein Buch auch in ähnliche Kapitel wie Hoffmann, "Jugend", "Reichswehr", "Wehrmacht" etc. Jedoch schafft es Venohr, den Menschen Stauffenberg, wie auch die Verschwörung des 20. Juli ergreifend und vielleicht noch etwas spannender als die anderen Autoren zu erzählen. Dabei geht aber die Tiefgründigkeit und das Besondere an Stauffenberg nicht verloren.
Stauffenberg ist stark durch die Verantwortung für die Deutsche Nation geprägt, deren Wurzeln er in der Verschmelzung des germanischen Wesens mit den christlichen und hellenischen Ursprüngen sieht. Persönlich ist er durch die Familiengeschichte und die Verbindung zu Stefan George geprägt. Er wird 1926 Offizier im Reiterregiment 17 in Bamberg. Bis 1942 ist er ein besonders erfolgreicher und noch staatstreuer Offizier. Dann aber erkennt Stauffenberg, mittlerweile Major im Generalsstab in den Jahren '42 - '43 die verbrecherische Natur des Regimes in Gestalt der dilettantischen Kriegsführung und hört von den ersten Verbrechen im deutschen Namen. Er wendet sich der militärischen Opposition zu, die nicht mehr als eine lose Ansammlung ist. Stauffenberg, stets durch seine Tatkraft und seinen begründeten Führungsanspruch hervortretend, wird zur treibenden Kraft und Zentralgestalt der Militäroppisition, die in der Tat des 20. Julis ihren Höhepunkt findet.
Im Ergebnis vereint diese Biographie Wissenschaftliche Tiefe mit spannender Erzählkunst. Somit ist sie für den, der sich zum ersten mal mit dem Thema beschäftigen möchte, wie für den der sein bestehendes Wissen vermehren will, zu empfehlen.