Schon der Titel verspricht einen Religionsthriller. Als ich das Trade Paperback dann in Händen hielt und die blutroten Lettern sah, die einen mysteriösen Mann in einer schwarzen Robe überdecken, wusste ich, dass mich ein spannendes Buch erwartet.
Meine Hoffnungen wurden allerdings bei Weitem übertroffen! Schon der Prolog ließ meinen Atem stocken.
Das erste Kapitel fängt ganz harmlos an: Wir befinden uns in einem Altenheim, zwei Angestellte zanken miteinander, ein alter Herr wird betreut. Er ist ein ehemaliger Pfarrer, offensichtlich geistig verwirrt, denn er stößt immer wieder seltsame Prophezeiungen aus. Als plötzlich ein Feuer ausbricht und der alte Herr tot aufgefunden wird, beginnt ein Thriller, der spannender nicht sein könnte.
Mirjam und Kristin, die beiden Altenpflegerinnen, begeben sich auf die Spurensuche, weil sie nicht an einen Unfall des Heiminsassen glauben können. Dabei stoßen sie auf Maximilian Helmgren, einen schwedischen Geiger, und Mirjam fühlt sich zu ihm sofort hingezogen, auch wenn sie weiß, dass zwischen ihnen Welten liegen. Nach und nach deckt das Trio Geheimnisse einer ominösen Glaubensgemeinschaft auf, die ihnen nach dem Leben trachtet. Die Verfolger sind davon überzeugt sind, dass der junge Schwede der wieder-geborene Jesus ist.
Ich habe diesen Thriller nicht mehr aus der Hand legen können. Die Spannung steigert sich immer mehr und am Ende war ich wirklich überrascht! Olga A. Krouk hat mit diesem Debütroman ein echtes Highlight hingelegt: Die Figuren sind so gut beschrieben, dass ich sie vor mir sehen konnte - und trotzdem habe ich sie zum Teil falsch eingeschätzt. Hier wird der Leser mit seinen eigenen Vorurteilen konfrontiert und muss am Ende einsehen, dass die Wahrheit relativ ist.
Neben den spannenden Elementen, die zum Teil recht brutal sind, regt der Roman aber auch zum Nachdenken an. Ist die Bibel, so wie wir sie kennen, wirklich richtig interpretiert? Man könnte einige Stellen auch anders auslegen ...
Das Buch ist phantastisch recherchiert und ich habe viel über die einzelnen Religionen, wie z.B. das Judentum und das Christentum gelernt. Die Kabbala, jene mystische Geheimlehre des Judentums, wird plausibel erklärt.
Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, war ich sehr traurig, mich von den Protagonisten verabschieden zu müssen. In Maximilian hatte ich mich sogar ein wenig verliebt.
Fazit: Sofort lesen!