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Produktinformation
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Das ist sie wieder, diese ungemein scharfsinnige Mischung aus purer Arbeitsplatzbeschreibung und der knebelnden Spannung in Handlung und Geschehen. Da ist die Welt zwischen Fingerabdrücken und Labor, DNS-Analyse und Haarproben, Seiten voller teils gruseliger, teils erkenntnisreicher Einblicke in die Arbeit der Gerichtsmedizin. Seriös, genau, detailliert und -- klare Sache: absolut profihaft, denn schließlich war Patricia Cornwell Polizeireporterin und in Sachen Gerichtsmedizin macht der preisgekrönten Thriller-Autorin so schnell niemand etwas vor. Schnell steht also auch fest: "Ihre Tochter ist nicht an der Grippe gestorben." Gilly wurde ermordet.
Scarpetta arbeitet wie eine Archäologin; sie kratzt vorsichtig an der Oberfläche und zutage tritt eine Handlung, die auf 430 Seiten zwar etwas träge in Gang kommt, dafür aber logisch und konsequent ist, mit zunehmender Seitenzahl einen verblüffenden kriminellen Schwung entwickelt. Die Mutter der kleinen Gilly ist sexuell gestört, der Vater, Flugarzt und ein hohes Tier mit Verbindungen belästigt angeblich sexuell seine Patientinnen, Dr. Marcus hat "eine Todesangst vor Müllmännern und ihren Lastwagen" -- irgendwie haben sie alle eine Macke. Bei der Recherche, ob die nun ganz menschlich oder kriminell sind, helfen natürlich auch dieses Mal wieder Lucy, Scarpettas Nichte, Marino, "ein erfahrener Ermittler" und auch Psychologe und Scarpettas Lebensgefährte Benton.
"Die Lackpartikel und der seltsame graubraune Staub wurden in einer Risswunde im Gesicht des Toten gefunden." Aber nicht nur dort, auch in der "Mundhöhle der Vierzehnjährigen". Verwirrung, Stress und Nerven, die blank liegen. 58 Kapitel, in denen der Leser die bange Frage teilt: "Was zum Teufel ist das?" Und so richtig durchatmen kann man denn auch erst beim letzten Kapitel. Immer wieder schafft sie das, Dialog reiche Spannung, parallele Geschehen, die abwechselnd ins Blickfeld rücken, süchtig machendes Umblättern der Seiten bis zum bitteren Ende. "Offenbar haben wir es da draußen im Schuppen mit einer ziemlichen Menschenansammlung zu tun. Lauter Tote. Ich glaube, das solltest du dir mal anschauen." Und vor allem sollte man es lesen! --Barbara Wegmann
Fünf Jahre nachdem Kay Scarpetta, die Leiterin der angesehenen Gerichtsmedizin in Richmond, Virginia, gefeuert wurde, wird sie von ihrem Nachfolger als Beraterin in einem schwierigen Fall engagiert. Ein 14-jähriges Mädchen kam auf ominöse Weise ums Leben, sie soll an Grippe gestorben sein. Als man an der Leiche eines Traktorfahrers den gleichen seltsam grau-braunen Staub wie bei Gilly entdeckt, drängt sich eine schreckliche Vermutung auf: Der Täter muss mit Knochenstaub zu tun haben, muss im Krematorium arbeiten Neben dieser Ungeheuerlichkeit ist Kay Scarpetta am ehemaligen Ort ihres Wirkens vor allem auch über die Schlamperei, die in der Behörde Einzug gehalten hat, sowie über die offensichtlich beleidigende Art Dr. Marcus, ihres Nachfolgers, empört.
Einer der parallelen Handlungsstränge präsentiert dem Hörer fast von Anfang an, konsequent und geradlinig den Täter. Es ist ein offensichtlicher Geisteskranker, ein ehemaliger Mitarbeiter Scarpettas. Die drängende Frage nach dem Wie baut die Sprecherin in ihrer Lesung mitreißend auf: Seine Fixiertheit auf Personen und sein Hass auf Lucie, Kay Scarpettas Nichte aus Florida, die Überlegungen des kranken Gehirns bringt die Sprecherin eindringlich zu Gehör. Auch Marino, den ehemaligen Ermittlungsleiter, den Scarpetta zu ihrem Partner in diesem Fall erkoren hat, gibt Franziska Pigualla unverkennbar in seiner Machoart wider. Oder Henry, Schauspielerin und Freundin Lucies, die fast ermordet worden wäre -- auch in diese exaltierte Rolle schlüpft die Sprecherin leicht und wendig. Überhaupt lässt Pigualla in diesem Krimi wieder einmal ihre virtuose Wandlungsfähigkeit und ihr ausgeprägtes Gefühl für Stimmungen und Atmosphäre hören.
Patricia Cornwell, mittlerweile eine der erfolgreichsten und mehrfach ausgezeichnete Thriller-Autorin, weiß genau, wovon sie schreibt. Alle Erlebnisse Kay Scarpettas, ihres literarischen Alter Ego, fußen auf eigenen Erfahrungen in der Gerichtsmedizin. Als Polizeireporterin und Gerichtsmedizinerin sammelte sie die Erfahrungen, die sie später in ihren Romanen vermittelte.
Fazit: Ohne Frage wieder ein erstklassiger, spannender Cornwell, gelesen von einer absolut professionellen Sprecherin!
Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 416 Minuten, 6 CD. Mit Booklet. Produktion -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .
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Was mich ärgert...
ist natürlich die geänderte Erzählperspektive. Ist natürlich das durchgängige Präsens. Ist auf jeden Fall die Darstellung von Lucy als einer Art Marvel-Comic-Superheldin, die wunderschön, megareich und mit unglaublicher Intelligenz und anderen Fähigkeiten ausgestattet ist. Ist auf jeden Fall auch die Darstellung von Scarpetta als einer Überfrau, die alles richtig macht, und nie fehl geht. Ist zum zweiten Mal das abrupt durchgezogene Ende auf 5 Seiten, als hätte Cornwell keine Lust mehr gehabt, und würde dem Leser einfach die Brocken hinwerfen auf die Art „Friss oder stirb". Ist die Tatsache, dass ich mir von ihr veralbert vorkomme, als hätte sie das Buch nur runtergerissen, um Geld zu machen. Ist die hier oft angesprochene Zähigkeit und Langeweile in diesem Buch, und die lose baumelnden Handlungsstränge, die sich nicht klären (Dr. Marcus zB).
Was mich wundert...
ist, dass Lucy trotz aller Schläue bei fast all ihren Beziehungen einfach nur strunzdumm agiert, wie ein Teenager. Alle Intelligenz über Bord wirft. Erst Carrie Grethen, jetzt Henri. Ausserdem wundere ich mich über die wieder mal unglaublichen Zufälle, dass Dr. Marcus ausgerechnet Scarpetta als Beraterin zu einem Fall hinzuzieht, der mit Lucys Henri zusammenhängt (vom Killer her kein Zufall, aber wie konnte Dr. Marcus das wissen), und dass sie zufällig noch das Opfer eines Traktorunfalls mitbekommt, der die gleichen Spuren wie ein anscheinend auf rätselhafte Weise umgekommes Mädchen trägt, und ein erfahrener Pathologe Knochenstaub nicht unter dem Mikroskop erkennt.
Was mich freut...
ist, dass wir endlich auf altbekannte Widerlinge wie die Chardonnes, Temple Goult und Carrie Grethen verzichten können. Was für ein Glück!
Schade, dass das Buch in dem Moment, wo ein bisschen Spannung aufkam, plötzlich endet. Es macht mich immer traurig, dass Patricia Cornwell irgendwie nicht mehr zurückfindet in die Anfänge, in einfach aufgebaute Spannung, in Fälle nach dem Strickmuster „Mord-Verdächtiger-Ermittlung". Ob ihr das zu simpel ist? Es ärgert mich auch, dass ich genau weiss, dass ich immer wieder Scarpetta-Krimis kaufen werden (dann eben als Taschenbuch), weil die Figuren mich nicht loslassen, und ich einfach erfahren muss, wie es mit ihnen weitergeht... Immerhin war „Staub" schon wieder besser als der Vorgänger. Aber ihr Verleger ist trotzdem nicht zu beneiden. Wenn man schon alte Bücher unter neuem Titel rausbringen muss... („Das fünfte Paar"). Aber vielleicht geht es ja wieder aufwärts.
Irgendwie scheint Patricia Cornwell der Schwung abhanden zu kommen. Was sich in den letzten zwei, drei Scarpetta-Büchern schon andeutete, findet hier seine Fortsetzung. Weiterhin das äußerst lästige Präsens in der dritten Person. (Fast) vollständiger Verzicht auf die detailverliebte Schilderung von Autopsien, die doch gerade die Faszination der frühen Scarpetta-Bücher ausgemacht haben. Der "Schurke" rückt immer mehr an den Rand. Scarpetta selbst wird sogar fast zu einer Art Edel-Komparsin, dafür bekommt die immer unsympathischer werdende Lucy mehr und mehr Raum...
Hinzu kommt eine Geschichte, die nicht eben fesselnd ist.
Alles in allem wird der Lorbeer der frühen Bücher, auf dem sich Frau Cornwell seit geraumer Zeit ausruht, langsam brüchig. Man könnte auch sagen, er wird zu 'Staub'... es sollte dringend mal wieder ein echter Knaller in der Art von 'Die Tote ohne Namen' kommen.
Ich persönlich lese seit zwei, drei Bänden eigentlich nur noch aus alter Gewohnheit. Und in der Hoffnung, daß Cornwell wieder zu alter Form findet.
Doppelt ärgerlich dann jedesmal, daß ich nicht wenigstens bis zum Erscheinen des Taschenbuchs warte, sondern für viel Geld die wenig prickelnde gebundene Ausgabe kaufe...
Einsteigern seinen jedenfalls die frühen Scarpetta-Bücher ans Herz gelegt. Mit 'Staub' dürfte Cornwell kaum neue Fans gewinnen können.
Der gegenwärtige Chief Medical Examiner von Virginia bittet Scarpetta um Mithilfe in dem Fall eines Mädchens, das anscheinend an der Grippe verstarb. Eigentlich wollte Scarpetta mit Benton nach Aspen in den Skiurlaub fahren, fährt aber wider besseren Wissens und entgegen Lucys Rat mit Marino im Schlepptau nach Richmond. Seit ihrem Weggang vor fünf Jahren hat sich eine Menge an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz verändert: Dort, wo früher alles tiptop war und in geordneten Bahnen ablief, herrscht jetzt Chaos. Mit Beweismaterialien wird schlampig verfahren. Scarpettas Nachfolger ist ein unfähiger Mistkerl und will sie trotz seiner Bitte eigentlich gar nicht vor Ort haben (er mußte sie auf Bitten des Health Commissioners hinzuziehen). Er beschuldigt sie schließlich sogar, Beweismaterial kontaminiert zu haben...
Schon vor ihrer Rückkehr nach Richmond hatte Scarpetta eigentlich genügend Probleme: Seit Bentons „Wiederauferstehung" hatte sie keinen Sex mit ihm und sie weiss nicht, ob sie sich jemals wieder dazu überwinden können wird. Marino leidet gerade durch die South-Beach-Diät und ist immer noch in Scarpetta verschossen. Um so schlimmer ist es für ihn, als Scarpetta ihn nach einem sexuellen Abenteuer, das er besser nicht gehabt hätte, auf Verletzungen untersuchen muß...Lucy hat einen Stalker und ihre gegenwärtige Geliebte Henri wird fast getötet. Das macht Lucy leichtsinnig und nachlässig und zu allem Überfluss steht ihr bester Freund Rudy aufgrund ihres Verhaltens kurz davor, seinen Job beim Last Precinct hinzuschmeissen. Lucy bittet Benton, Henri psychologisch zu betreuen und dabei kommen Dinge ans Tageslicht, die Lucy eigentlich nicht wissen wollte....
Es stellt sich die Frage, wer bei dem Ganzen die Zielscheibe ist? Lucy oder Scarpetta.
Fazit: „Trace"/"Staub" ist *viel* besser als „Blowfly"/"Die Dämonen ruhen nicht". Ich fand es so gut wie die ersten Romane um Scarpetta: spannend, faszinierend, düster und packend. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Es kam mir so vor als ob den Charakteren hier wieder Leben eingehaucht wurde und es gab nur einige wenige Dinge, die mir nicht gefallen haben (z.B. das abrupte Ende). Cornwell hat sogar den übermäßigen Gebrauch von Akronymen auf ein mehr als erträgliches Maß beschränkt. Die „alte" Scarpetta ist endlich zurück und da „Trace"/"Staub" ein offenes Ende hat, gehe ich mir in der nächsten Folge gern nach Richmond oder wo auch immer sie sich entschliesst hinzugehen. Vorausgesetzt, sie bleibt wie sie jetzt ist! 5*+++!
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