Dieses Buch von Lauster ist so aktuell wie zum Zeitpunkt seiner Erstveröffentlichung im Jahre 1975. Thematisiert werden Statussymbole, sprich Rangzeichen, deren Zweck es ist Machtverhältnisse zu klären. Statussymbole dienen in der Konkurrenzgesellschaft als Waffe, um seine Mitmenschen einzuschüchtern und sie zur Anpassung und Unterordnung zu zwingen. Im Grunde sollen mittels dieser Rangzeichen Machtverhältnisse unmissverständlich klargestellt werden, ohne dass lange Diskussionen oder gar energieraubende Machkämpfe entstehen.
Menschen ohne Minderwertigkeitsgefühle brauchen keine Statussymbole zur Aufwertung und Geltung, weil sie sich selbst so akzeptieren wie sie sind. Lauster betont zu Recht, dass es in unserem Gesellschaftsystem nur eine kleine Anzahl von selbstsicheren Menschen gibt und insofern der Wunsch über Statussymbole zu verfügen sehr groß ist. Allerdings ist es nicht natürlich, dass man seine Mitmenschen nur als Konkurrenten und Feinde wahrnimmt. Ein solches Verhalten fördert die Entstehung von Neurosen." Eine Gesellschaft, die das Konkurrenzprinzip praktiziert, übt auf den einzelnen einen neurotischen Einfluss aus."( Ziat: Lauster).
Der Psychologe zeigt welche Statussymbole im Kampf um Überlegenheit und zur Einschücherung eingesetzt werden und sensibilisiert den Leser hinsichtlich der Absichten, die Träger bestimmter Rangabzeichen jeweils damit verfolgen. In diesem Zusammenhang fokussiert Lauster auch die Autoritätsprobleme, die nicht zuletzt der Grund sind, die egoistischen Ziele des Einsatzes von Statussymbolen nicht zu hinterfragen. Autoritätsgläubige getrauen sich einfach nicht hinter den Schein zu blicken.
Typisch für den autoritäten Erziehungsstil sind:
-Befehle und Anordnungen werden in strengem, eindringlichen Ton gegeben
-Auf Erfüllung einer Anordnung wird von der Autorität mit Ungeduld gewartet
-Die Ausführung wird häufig kritisiert,getadelt und bestraft
-Die Strafe wird als Drohmittel verwandt, um Befehle durchzusetzen
-Eigene Wünsche des Kindes werden als unwichtig behandelt
Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor?
Lauster äußert sich in der Folge zu Imponiergehabe, Image und Public Relation und verdeutlicht in der Folge die unterschiedlichen Statussymbole der Gesellschaftsschichten. Der Spießer der Mittelschicht findet u.a. Erwähnung, aber auch der erfolgshungrige, progressivere Angehörige dieser Schicht, dessen Aufstiegsbedürfnis zu Ulcus, Herzneurose, Angstgefühlen und depressiver Verstimmbarkeit führen kann.
Bildungssymbole wie der Doktortitel können mittlerweile gekauft werden, dieses degoutante Procedere gilt auch für Adelstitel. Wie man der Presse entnehmen kann, machen davon immer mehr geltungssüchtige Zeitgenossen Gebrauch.
Der sprachliche Reifegrad spielt bei Intelligenztests eine große Rolle. Durch mangelnde sprachliche Entfaltung ist man im Denken behindert. Das Sprachniveau wird nicht selten auch als Statussymbol misbraucht. Das ist der schade, denn sprachliche Überlegenheit befähigt den Menschen kooperative Projekte, schnell voranzubringen, weil man auf der Klaviatur der Sprachmöglichkeiten hin- und herspazieren und komplizierte Sachverhalte in einfachen Worten allgemeinverständlich ausdrücken kann.
Statussymbole sind alles andere als sinnvoll, da sie Rivalität und Konkurrenzdenken manifestierten, latent vorhandene Minderwertigkeitsgefühle verstärken und das kompensierende Streben nach Anerkennung und Überlegenheit fördern. Letzteres vergiftet die freie, kooperative Kommunikation zwischen den Menschen. Dieses sollte man sich bewusst machen.